Erkenntnisse der Woche – Stress schmerzt

Unlängst jagte ich mir beim Karottenschälen das Küchenmesser durch den Fingernagel in den Finger. Schmerzhaft, ja. Ich wollte halt mal wieder wie ein Profi zackzack schälen. Das hatte ich mir zu Kellnerzeiten bei den Köchen abgeschaut. Nunja, offenbar nur halb.

Danach war ich beim Schneiden von Obst und Gemüse sehr vorsichtig. Und langsam. Dabei merkte ich wieviel stressfreier dieses ruhige Dahinschnippeln war. Denn wer jagte mich? Es wartete ja keine gebuchte Reisegesellschaft auf ihre Bestellung, ich wollte ja nur das Essen für uns vorbereiten.

Im Leben mit Kindern wird uns das ja auch immer wieder bewusst gemacht. Wenn wir spät dran sind, hetzen und im Kommandoton versuchen die Meute ausgehfertig zu machen, sind die Kinder besonders unkooperativ, finden noch mehr spannende Ablenkung, werden immer langsamer und weigern sich oft am Ende komplett.

Ich habe das beim Wickeln versucht. Je mehr Zeit ich mir lasse, wenn ich eigentlich gestresst bin, umso schneller bin ich letztendlich fertig.

Und selbst wenn es mal länger dauert, ich mal später dran bin – die Welt geht nicht unter! Im Gegenteil. Als ich schwangerschaftsbedingt nicht mehr so schnell war, kam ich genauso problemlos durchs Leben. Besser noch: weil ich da noch achtsamer und vorsichtiger war, tat ich mir auch viel weniger weh.
Wie oft renne ich wo gegen, weil ich die Kurve zu schnell nehme. Am Buggyboard stoße ich mir immer wieder schmerzhaft die Füße, weil ich so hetze und nicht darauf achte, wo ich hintrete. Mir fallen Dinge herunter, weil ich sie zu schnell und unsicher greife. Oder zu viel auf einmal.
Ein gerissener Schnürsenkel.
Ein am Wasserhahn zerschlagenes Glas.
Ein gequetschter Zeh.
Eine verschüttete Tasse Kaffee.
Eine Beule am Kopf.
Resultate von Effizienz, Hast und Eile. Effizienz. Dieses Stresswort der Gesellschaft.

Ich möchte wieder achtsamer werden. Im Alltag. In all den Handlungen, die wir viel zu oft, viel zu hastig und viel zu unbedacht ausführen. Die dann irgendwo schief rennen, so dass wir uns ärgern. All das unnötige Ärgern.

Versucht es mal. Putzt Euch achtsam die Zähne. Schließt achtsam die Tür. Geht achtsam eine Treppe hinauf oder hinunter. Ihr seid nicht schneller. Nicht langsamer. Nur entspannter und schmerzfreier. Nur!

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