Friday Fives

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Der Mai geht dahin und mit ihm noch einmal eine sehr kurze Woche. Diese ganzen Feiertage sind ja schön und gut, aber so langsam kenne ich mich nicht mehr aus wann welcher Tag ist und was ich wie wo planen kann. Heute ist aber angeblich Freitag, also Zeit, um den wertvollen Momenten in dieser Woche Raum zu geben.

Dankbar bin ich für:

1 – so viel Post. Noch immer, obwohl Miniklein nun heute genau 3 Monate alt ist, trudeln hier Päckchen ein für ihn und für uns. Ich bin sehr dankbar für die vielen lieben Dinge und Gedanken, die uns geschickt werden.

2 – Großwerden. Ich hatte diese Woche das letzte Gespräch mit der Pädagogin in Herrn Kleins Kindergarten. Es war für mich sehr überraschend und zufriedenstellend. Nicht, dass ich mir schlimmes erwartet hätte, aber dass sich Herr Klein einmal zu so einem Persönchen entwickelt, zu dem er im letzten Jahr geworden ist, das hätte ich nie geglaubt. Er ist groß, er ist selbstsicher. Er ist so vieles und mir hat es mal wieder gezeigt, dass wir uns oft auch einfach zu viele Gedanken machen. Und dass alles gut ist, so, wie es ist.

3 – Vertrauen. Das Gespräch hat mir auch wieder mehr Vertrauen gegeben für den bevorstehenden Schulanfang. Dass er das gut meistern wird. Dass ich ihm viel mehr zutrauen darf, als ich es oft tue. Und dass auch ich mit dem Konzept Schule und Lernen gut zurechtkommen werde.

4 – Familienzeit. Diese vielen Feiertage und langen Wochenenden schenken uns viel Familienzeit, die wir auch intensiv nutzen. Und ich merke, wie sie uns allen sehr sehr gut tut.

5 – drei ambulante Geburten. Dass diese nicht selbstverständlich sind, habe ich diese Woche gesehen, als eine Freundin aus verschiedensten Gründen eben nicht gleich nach der Geburt heim durfte. Ich bin so so so dankbar, dass das alles immer gut ging und möglich war.

Reisebegleitung statt Erziehung – der Online Kurs

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Im Dezember begann zum ersten Mal der Kurs “Reisebegleitung statt Erziehung” von der Mut-Fabrik. Darin geht es um eine gute Begleitung unserer Kinder statt einer Erziehung nach von außen oder auch aus unserer Kindheit erlernten Vorgaben und Mustern. Alles basierend auf dem Prinzip der Gewaltfreien Kommunikation. Nun sind einige Wochen ins Land gegangen, der Kurs startet am 1. Juni erneut und ich kann Euch nur ermutigen teilzunehmen.

Jede Woche flattert eine Email in mein Postfach. Das an sich finde ich schon wunderbar. Denn eine Email liest man schnell mal. Vielleicht auch den Anhang. Man ist inspiriert, denkt ein wenig drüber nach. Und dann kehrt man zum Alltag zurück. Die Gedanken werden weniger und die Email rutscht im Postfach ab. Wie gut, wenn dann eine Woche später wieder eine kommt. Sie bringt nicht nur einen neuen Impuls, sie erinnert an vorherige, bezieht sich auf andere und beantwortet Fragen von Leser*innen, die zu vorigen Impulsen aufgetaucht sind. So bleibt man im Fluss. Und das über ein Jahr hinweg.

Schon die erste Email hat mich inspiriert. Wie begrüße ich mein Kind? Am Morgen. Wenn ich es vom Kindergarten abhole. Wie begegne ich ihm? Gehe ich auf Augenhöhe? Wie präsent bin ich? Wie freudvoll über das Wiedersehen? Wie begrüßen andere mein Kind? Was erwarte ich von meinem Kind, wenn es anderen begegnet? Muss es grüßen? Muss es umarmen oder Bussis geben? Ich jedenfalls achte seit dieser Email mehr darauf, meine Kinder ganz bewusst und jedes für sich am Morgen zu begrüßen und beim Abholen vom Kindergarten handyfrei präsent zu sein.

Aber der Kurs kann mehr, als Impulse geben. Die Aufgaben darin regen an in die eigene Kindheit zu reisen, die eigenen Bedürfnisse kennenzulernen und zu hinterfragen, zu erfahren, was hinter welchen Erwartungen steckt. Und wir lernen neue Sätze, erfahren, wie man Erwartungen anders, positiver, aber dennoch klar, ausdrücken kann. Es geht sehr viel darum, uns in die Kinder einzufühlen, ihnen empathisch zu begegnen, zu versuchen, sie zu verstehen, ihre Gefühle und Gedanken ernst zu nehmen und zu signalisieren: ich bin da. Es geht um eine liebevolle Begegnung und Begleitung, aber auch um ein liebevolles Annehmen unserer selbst. Und das finde ich so besonders wertvoll und wunderbar.

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Ich mag das Format dieses Kurses sehr gern, ich lese die emails nicht immer sofort, sondern dann, wenn Zeit dazu ist. Nicht jedes Thema ist immer aktuell, aber meist findet sich doch irgendwo ein Beispiel oder eine Erinnerung.

Man merkt, dass im Aufbau des Kurses sehr viel Arbeit, sehr viele Gedanken und vor allem sehr viel Herzblut steckt. Dass es den Kursleiter*innen ein Anliegen ist die Gedanken und Impulse nach außen zu geben. Und das spricht an, das motiviert und begeistert.

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Am 1.Juni startet der Kurs erneut. Und für Euch darf ich eine Teilnahme verlosen. Also, wer ab 1. Juni jede Woche spannende, anregende und inspirierende Impulsemails erhalten möchte, der kann hier kommentieren und in den Lostopf hüpfen. Am Montag den 30.Mai werde ich dann den/die Gewinner*in ziehen. Hopp hopp !

Viel Glück und viel Freude im gesamten nächsten Jahr mit diesem spannenden Kurs!

 

“Ich kann schon total gut malen.” Vom Nichtloben.

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Unlängst fragte mich Herr Klein, warum manche Leute so gut malen können. Zum Beispiel die, die Kinderbücher malen. Ich sagte ihm, dass die einfach sehr gern malen und das sehr viel tun und somit immer besser malen können. Das nahm er einfach so hin.

Herr Klein malt sehr sehr gern. Täglich bringt er einige Bilder mit aus dem Kindergarten. Meistens mit Buntstiften gemalte Szenen. Früher waren das Autorennen, dann kamen Dinosaurier, Ritter auf ihrer Burg, jetzt sind es meist seine Freunde und er beim Geburtstag feiern, unterwegs auf dem Weg zur Oma nach Deutschland oder wie heute beim Angeln. Sie scheinen ihre gesamte Phantasie zu “vermalen”. Und ich liebe seine Bilder und die ausführlichen Erzählungen dazu. Unendlich.

Heute saß er und betrachtete seine Bilder am Boden vor der Wohnungstür. Dann kam er zu mir herein und sagte: “Mama, weißt Du was ich heute festgestellt habe? Ich kann schon total gut malen.” Ich hätte ihn knutschen können und habe gesagt: “Ja, das finde ich auch. Ich mag Deine Bilder sehr.”

Wir haben Herrn Klein nie sonderlich gelobt. Lob war für uns immer unnötig, egal ob beim Malen oder Spielen oder sonstigen Aktivitäten. Stattdessen habe ich immer versucht zu sehen, was er mir gerade zeigen will. Seine Bilder interessieren mich generell, klar finde ich manche schöner als andere. Doch meistens sage ich ihm nur, wenn ich eins wieder besonders mag, wenn mir eine Szene so gut gefällt oder seine unzähligen Ideen und Details. Ich möchte mit ihm seine Freude genießen. Und freu mich, dass er etwas gefunden hat, das er wirklich gern tut und in dem er sehr aufgeht.

Er fragt mich nie, ob mir ein Bild gut gefällt, ob ich etwas schön finde. Er bringt sie und gibt sie mir, wir schauen sie uns meist an, weil ich wissen will, was drin steckt, weil ich seine Phantasie so großartig finde. Er erzählt ganz natürlich was er wo gemalt hat, auch das, was ich nicht gleich erkenne. Wir lachen und besprechen. Daheim sammle ich seine Bilder. Manche möchte er gern an die Tür hängen, das tut er dann. Die anderen hebe ich auf und regelmässig binde ich die bedeutendsten und schönsten, meist eh fast alle, zu kleinen Büchern zusammen. Die findet er toll und schaut sie sich von Zeit zu Zeit immer wieder an.

Ich wünsche mir, dass er sich diesen natürlichen Zugang zum Malen erhält. Dass er weiter mit Leichtigkeit und Freude drauf los malt, nicht lange überlegt und einfach tut. Und dass er mittlerweile verstanden hat, dass andere besser malen, weil sie einfach schön älter sind, schon länger malen und ganz anders malen. Auf jeden Fall braucht es kein Lob um seine natürliche Motivation zum Malen zu erhalten. Es braucht einfach seinen inneren Antrieb, seine Freude am Tun. Und so ist das auch bei anderen Aktivitäten. Wenn sie von innen heraus kommen mit Begeisterung, dann reicht es, wenn wir uns mit den Kindern freuen.

Frau Klein fährt seit Herr Klein Geburtstag hatte und einen Roller bekam leidenschaftlich gern Roller. Anfangs zögerlich, mittlerweile schon rasant und sehr ausbalanciert. Sie strahlt dabei von einem Ohr zum anderen. Sie ist selig und wenn ich sei so sehe, dann kann ich sie nur anlachen und mich mit ihr freuen. “Du liebst das Rollerfahren, gell?” Und sie nickt und strahlt. Es braucht kein Bravo, kein Toll oder Super.

Ich genieße diese Momente sehr, denn auch ich freue mich, wenn der Liepste sich mit mir freut über Dinge, die mir große Freude bereiten und die ich gern und gut mache. Zu lange hat mich das Streben nach Lob und Anerkennung in meinem Leben behindert und tut es heute noch teilweise. Weil ich Dinge tat nur der Anerkennung wegen, weil ich mich verbog oder zerknirscht war, wenn das erwartete Lob ausblieb. Streicht Lob und teilt Freude. Sie verdoppelt sich automatisch und wirkt genauso euphorisierend.