Erkenntnisse der Woche

IMG_9724Diese Woche hatten wir eine Terminkollision. Also der Liepste und ich. Deshalb mussten wir zusehen, dass wir jemanden auftreiben, dieder auf die Kinder schaut. Um 19Uhr ja eigentlich kein Problem, schrieb ich ja noch vor kurzem davon, dass die Kids bis 19Uhr meist beide im Traumland spazieren. Nunja.

Frau Kleins Schlafbedürfnis scheint gerade etwas geschrumpft zu sein. Sie hält nichts davon, um 19Uhr im Bett zu liegen. Wo sie vor ein paar Wochen noch eher schreiend und brüllend das Abendessen überdauerte, hopst sie jetzt dabei und danach noch munter durch die Wohnung. Mal laut, mal leise und ins Spiel versunken. Während ihr Bruder bereits schlummert.

Ist ja prinzipiell kein Problem, weil sie, wie gesagt, dabei sehr beschäftigt ist. Blöd nur, wenn sie sehr sehr sehr sehr sehr menschenscheu ist und wir um 19Uhr beide Termine haben. Weil wir dann keinen Babysitter, der einfach da sitzt und schlafende Kinder hütet, brauchen, sondern jemanden, derdie da sitzt und das menschenscheue Kind übernimmt. So kam uns kurzerhand die Idee, Herrn Klein ebenfalls wach zu halten. Damit Frau Klein nicht „allein“ mit der befragten Babysitterin bleiben muss. Und genau das war unsere und ihre Rettung.

Die Babysitterin kam direkt nach dem Abendessen, Herr Klein war begeistert über neuerliche Action im Hause, also war es Frau Klein auch. Nach nur 10 Minuten verließ ich dann die Wohnung viel zu früh, weil die drei bereits eine Einheit waren. Niemand vermisste mich. Keine Tränen, kein Herausschleichen. Einfach ein „Ich gehe jetzt.“ ohne Aufruhr. Ich behaupte, dass das ohne ihren Bruder so nicht gegangen wäre.

Und das hat mich glücklich gemacht. Dass die Geschwisterbeziehung ein Level erreicht hat, in dem sie sich gegenseitig haben und stärken. Noch so ganz ohne Worte, ohne Beeinflussung unsererseits. Einfach durch die bloße gegenseitige Anwesenheit.

Ein ähnliches Erlebnis hatte ich dann eines nachmittags im Spielraum, als Frau Klein in die Gemeinschaftsküche abdüste. Unser Putzmann kam herein, um neues Wasser zu holen und die menschenscheue Frau Klein erstarrte zu Eis, wie sie das so tut. Sie bewegt sich dann keinen Millimeter mehr, auch nicht auf mich zu. Sie erstarrt und hofft, dass ihr niemand zu nahe kommt, außer mir. Was ich dann tat. Später war sie mit ihrem Bruder wieder unterwegs in der Gemeinschaftsküche, während ich im Spielraum zurückblieb. Als ich kam, um zu sehen, was sie so treiben, war auch der Putzmann wieder da und putzte die Fenster. Das kümmerte Frau Klein dieses Mal gar nicht, sie war mit ihrem Bruder ins Spiel versunken. Mein Herz ging auf und über. Zu sehen, wie genau das entsteht, was ich mir für die beiden ewig wünsche. Eine Beziehung, die wortlos nährt und stärkt, die stetig wächst. Die immer da ist. Und (hoffentlich) nie vergeht.

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