fuchsHeute war im Kindergarten Fasching. Allein bei dem Wort Fasching rollen sich bei mir alle Zehennägel hoch. Ich bin nicht in einer Faschingshochburg aufgewachsen und konnte dem Ganzen nie etwas abgewinnen. Ich mag mich nicht verkleiden. Und ich mag keine verkleideten Menschen. 

Aber all das kann ich ja nicht einfach meinen Kindern so anheften. Sie sollen sich ja ihre eigene Meinung machen zu dieser Feierei. Bisher war Herr Klein zu klein, ich habe ihn die letzten Jahre nie verkleidet, weil das nicht von ihm aus gegangen wäre und er sich normalerweise schon schwer tut, wenn er aus irgendwelchen Sachen herauswächst und neue bekommt. Dieses Jahr fragte ich ihn also, was er sein möchte. “Ein Tiger!”

Also ging ich ins nächste Kaufhaus und schaute, ob es ein Tigerkostüm gab. Des Nähens bin ich nicht mächtig und Zeit habe ich dafür momentan gleich gar nicht. Tigerkostüme gab es aber nur für erwachsene Frauen. Auf dem Preisschild waren diese meist inklusive Netzstrumpfhose sexy gekleidet. Tiger adè ! Bei den Kinderkostümen fand ich dann einen Fuchs und Herr Klein war sofort begeistert.

Daheim bat ich ihn, den Fuchs einmal anzuziehen. Das tat er auch, grinste und zog ihn sofort wieder aus. “Den kannst Du ja morgen dann im Kindergarten anziehen.” – “Nein!”

Nun gut. Ich wollte ihn nicht zwingen und so vereinbarte er heut früh mit dem Papa, dass er das Kostüm mitnimmt und im Kindergarten anziehen könnte. Aber im Kindergarten angekommen wollte er das auch nicht mehr. Sie ließen das Fuchskostüm also in der Garderobe, damit er zumindest die Möglichkeit hatte, es noch anzuziehen, wenn er doch Lust darauf bekäme.

Heute nachmittag war ich höchst gespannt und eigentlich schon fast überzeugt, dass ich das Kostüm in der Garderobe und Herrn Klein wie immer im Traktorpulli vorfinden würde. Aber mein Sohn überraschte mich und saß fröhlich als Fuchs verkleidet in seiner Gruppe. Er wollte das Kostüm auch auf dem Heimweg nicht ausziehen und eben am liebsten damit ins Bett gehen.

Fuchs2

Ich bin sehr froh, dass ich gestern in letzter Minute noch ein Kostüm mit ihm gekauft habe. Dass ich ihm zumindest die Möglichkeit gegeben habe, eben doch Freude daran zu finden. Denn ich hätte ihm die gar nicht zugetraut, hätte geglaubt, er würde das eh nicht wollen. Es heißt eben doch immer wieder offen sein, beobachten und zulassen. Und die eigene Geschichte einfach mal ins hintere Kämmerchen schicken…

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