Kroatien

Abends, wenn es gemütlich wird :: im Alltag flexibel sein

Mit kleinen Kindern sind die Abende im Alltag oft eine anstrengende Zeit. Die Müdigkeit dominiert, aber ins Bett will niemand. In der Küche herrscht Postabendessenapokalypse. Und selbst will man am liebsten nur noch die Füße weit hoch und den Kopf auf ein gemütliches Kissen legen. Zumindest war das bis vor einiger Zeit noch so.

Dann begann es, dass der große Le einfach nicht mehr zur normalen Schlafzeit ins Bett wollte. Es ging auch gar nicht, er war einfach nicht müde und kam dann immer wieder heraus. Also gab ich nach, gab einen Teil von meinem heiligen Abend her und ließ ihn länger wach. Wirklich gefallen hat mir das nicht. Aber ich musste wohl einsehen, dass er größer und sein Schlafbedürfnis weniger wird.

Mittlerweile freue ich ich auf diese Zeit des Tages. Nicht mehr, weil dann Ruhe ist und alle Kinder schlafen, sondern weil ich dann Zeit habe, mit den Kindern in wirklichen Kontakt zu kommen. Nach dem Abendessen dürfen sie eine Serie schauen, in der Zeit räume ich die Küche auf. Das brauche ich für mein Seelenwohl. Dann geht Miniklein ins Bett und dann… dann beginnt der gemütliche Abend.

Es ist die Zeit, in der Frau Klein oft noch eine Weile selig mit ihren Pferden spielt. Sie genießt es dann, dass sie in Ruhe ohne den kleinen Bruder, der immer mitspielen will, sein kann. Es ist die Zeit, in der der große Le dann wieder daheim ankommt. Er ist ja oft den ganzen Nachmittag mit seinen Freunden im Haus unterwegs. Wirft die Schultasche ab und läuft davon. Er erzählt von seinem Tag, manchmal übt er Gitarre oder liest, bereitet sich auf Schularbeiten vor oder schaut, was ich so mache. Es ist die Zeit, in der auch ich zur Ruhe komme, den Tag sein lasse und mich dem gemütlichen Treiben des Abends hingebe. Manchmal sitze ich einfach bei ihnen und lese ein Buch, manchmal fange ich etwas kreatives an und sie steigen mit ein, lassen sich von meinem Tun anstecken. Und manchmal kichern wir noch herum.

Meinen “freien” Abend habe ich also opfern müssen. Aber es ist ein wertvolles Opfer. Es tut gut zu wissen, dass jeden Abend diese Zeit kommt, die ich mit den Kindern habe. Ohne dass ich das Gefühl habe, sie sollten endlich ins Bett gehen. Ohne dass ich glaube, ich würde doch jetzt lieber etwas ganz anderes tun. Eine Zeit, von der ich weiß, dass ich dann mit ihnen noch Dinge besprechen kann. Dass wir dann in einem gemütlichen Austausch sind. Und gleichzeitig kann ich Dinge tun, dir mir Freude machen. Malen, schreiben, stricken, lesen… Es ist kein entweder oder, es ist ein “go with the flow”, schauen, was möglich ist, was heute sein darf oder will.

Früher war ich abends oft genervt. Ich hatte noch so viel im Kopf, was ich tun wollte. War daher gestresst, wollte einfach nur, dass die Kinder schlafen und ich in Ruhe meine Sachen machen kann. Heute bin ich froh, dass die Abende auch in meinem Kopf ruhiger sind. Weil da gar nicht der Anspruch an so viel anderes ist.

Leben mit Kindern bedeutet immer wieder flexibel sein, den liebgewonnenen Alltag immer wieder neu zu ordnen und zu hinterfragen, die eigenen Freizeiten neu einzuteilen. Es fordert immer wieder Achtsamkeit im Hinblick auf das, was alle Beteiligten brauchen, wann sie es brauchen und wie sich all das miteinander ausgehen kann. Leben mit Kindern geht nicht ohne Achtsamkeit. Na gut, es geht, aber mit geht es besser.

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