Begegnungen mit Herz :: einfach mal lächeln

Letztens musste ich mit Le mal wieder ins Krankenhaus. Die zweijährliche Kontrolluntersuchung seines Herzens stand mal wieder auf dem Programm. Keine große Sache, eher Routine. Dennoch ist es immer wieder ein wenig aufwühlend ins AKH zu gehen, wo sofort Erinnerungen an damals auftauchen. An eine Zeit, die für mich als Mutter unfassbar herausfordernd war.

Und so betraten wir wieder einmal die Kinder- und Jugendklinik, in der auch die Herzambulanz ist. Unten am Empfang müssen wir uns immer anmelden und die Akte abholen. Und immer sitzt dort der gleiche Mann. Er trägt eine Brille, grundsätzlich eine Fliege am Hals und einen weißen Kittel. Ich erkenne ihn nun schon von weitem, nicht zuletzt an der Fliege, aber vor allem, weil er immer freundlich lächelt. Das ist für das AKH wirklich eine Seltenheit.

Also lächelte ich ihn an und gab ihm die e-card. Er suchte die Akte, fand sie nicht und legt kurzerhand eine neue an. Während er am Computer herumtippte und mich fröhlich nach Adresse und Telefonnummer fragte, war ich von seiner Leichtigkeit begeistert. Ich zögerte eine Weile, dann sagte ich: “Sie sind immer so fröhlich und freundlich. Seit nun 9 Jahren schon. Es ist wirklich sehr herzerwärmend hier herzukommen und Ihnen zu begegnen.” Er stoppte, schaute mich an und lächelte. Er war sichtlich überrascht. Das hört er wohl nicht so oft. “Naja”, sagte er abwehrend. “Wenn jemand wie Sie so strahlend auf mich zukommt, dann kann man doch nicht anders als freundlich sein.” Ich lächelte. Er hatte ein wenig recht, ich habe ihn angelächelt, als ich kam. Aber eben nur, weil ich ihn erkannt hatte und erfreut war.

Und während ich überlegte, ob wir nun weiter diskutieren sollten, wer zuerst freundlich war, verstand ich einmal mehr, was diese Welt so unbedingt braucht: Offene, unvoreingenommene Begegnungen. Denn nein, dafür muss man nicht gut gelaunt und ausgelassen fröhlich sein. Im Gegenteil. Es war einer diese Tage, an denen ich wenig Energie hatte, unfassbar unzufrieden, müde und erschöpft vom Alltag und vom Leben war. Aber was können die anderen Menschen, denen ich begegne, dafür? Mehr noch: genau solche Begegnungen machen so einen trüben Tag so viel lebenswerter und lebendiger. Und auch jetzt, wenn ich das aufschreibe, muss ich wieder lächeln über diese Begegnung. Mehr noch: wir stecken damit andere an. Probiert es aus und seid überrascht, was passiert!

Ich bin längst kein Mensch, der schnell andere anspricht ohne Grund. Im Gegenteil, bevor ich jemanden nach dem Weg frage, suche ich lieber stundenlang selbst und muss schon kurz vorm Hungertod stehen. Aber ich tue es nun immer öfter und sage Menschen, wenn mich etwas beeindruckt, bewegt, beschäftigt. Das ist immer sehr berührend.

Obwohl der nette Herr am Empfang ja meinte, ich hätte ihn so angelächelt und deshalb wäre er so freundlich gewesen, hat er sich am Ende dennoch bedankt. Einfach dafür, dass ihm jemand gesagt hat, wie fröhlich er ist. Egal, ob nun ich zuerst gelächelt habe oder er. Es bewegt uns Menschen. Es bringt uns zusammen. Wir brauchen mehr davon. Viel mehr davon.

make miracles happen!

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