Hausgeplauder :: Siebenstockdorf – ein Buch über unser Haus. Mit Verlosung!

Jetzt ist alles raus. Alles gesagt. Auweia. Jetzt wissen alle Bescheid. Denn jetzt gibt es ein Buch über unser Haus. Darüber, wie alles begann, wie alles entstand, wie aufregend alles war, wie wir hier leben, wie wir entscheiden, wie wir diskutieren und streiten, was wir tun. Jawohl, jetzt ist es raus.

Meine Nachbarin Barbara Nothegger hat im letzten Jahr ein Buch geschrieben. Sie erzählt darin aus ihrer Sicht wie es sich hier so lebt im Haus. Sie erzählt, wie alles begann. Und das tut sie einerseits sachlich fundiert , andererseits humorvoll und echt. So, wie das Leben eben ist hier im Haus.

„Welche Uni besuchen? Welche Karriere verfolgen? Wen heiraten? Alles wichtige Fragen – aber keine so bedeutend wie die wichtigste Entscheidung, die du jemals zu treffen hast: wo du leben sollst.“
– Richard Florida, Who’s your city?

Barbara beginnt die Erzählung vor 5 Jahren, in dem Moment, als sie schwanger wird. Und sie sich fragt, wie und wo sie mit ihrer Familie dann leben will. Was ist wichtig? Wo und wie soll ein Kind aufwachsen?

Es gibt Momente im Leben, in denen die großen Fragen auftauchen. Jahrelang leben wir dahin, ohne uns näher Gedanken über das Wie, Wo und Warum zu machen. Wir richten uns ein, arrangieren uns mit den Gegebenheiten. Die Erfüllung der Träume, die wir irgendwann mal vom Leben hatten, verschieben wir auf später. Und dann, ganz unvorbereitet, passiert es: Das Leben klopft plötzlich an die Tür und will wissen, wie es weitergehen soll.

Auf ihrer Suche stößt sie auf das Wohnprojekt Wien, sie bewirbt sich und wird mit ihrer Familie Teil dieser Gemeinschaft, in der wir nun seit 3 Jahren leben. Die wir vor mehr als 7 Jahren begonnen haben aufzubauen, zu planen, zu überdenken, zu vertiefen. In einem Haus, in dem wir sämtliche Entscheidungen von der Fassade bis hin zu den Türklinken (oder Türknäufen?) gemeinsam getroffen haben.

Im Buch hat sie nun all das aufgeschrieben, auch die Gedanken, die manchmal nicht so leicht sind zu ertragen, in diesem Haus, in dem es so oft nach Fröhlichkeit und Leichtigkeit aussieht.

Das erste Jahr im Haus hat mir diese Fülle an neuen Gefühlen gebracht. Nähe, Distanz, Ausschluss, Abgrenzung. Alles durcheinander und gleichzeitig.

Denn nein, wir tanzen nicht von früh bis spät im Kreis und haben uns alle lieb. Hier geht es auch mal rund. Aber eine Gemeinschaft ist eben auch ein Haufen Vielfalt mit vielfältigen Gedanken und Meinungen. Diese unter ein Dach zu bringen, auf 7 Stockwerke aufgeteilt, ist eine große Herausforderung. Aber eine, der wir uns gern stellen. Und Barbara hat es, wie ich finde, geschafft, diese Gemeinschaft ganz wunderbar in Worte zu fassen. Authentisch, ehrlich und echt.

Am 6.4.2017 wird Barbara das im Residenzverlag erschienene Buch „Siebenstockdorf – Wohnexperimente für eine bessere Zukunft“ in unserem Haus, in diesem Siebenstockdorf vorstellen. Erhältlich ist das Buch bereits in allen Buchhandlungen.

Und Ihr könnt jetzt hier ein signiertes Exemplar gewinnen. Alles, was Ihr dafür tun müsst, ist in den Kommentaren erzählen: Welche Frage brennt Euch bei dem Gedanken an ein gemeinschaftliches Leben auf den Lippen? Was sind Eure Zweifel? Was wären Eure Wünsche? Was könnt Ihr Euch so gar nicht vorstellen? Oder wie stellt Ihr Euch das Leben hier so vor? Erzählt! Und ich werde in den nächsten Hausgeplaudern dazu ein bisschen was schreiben.

Buchvorstellung: 6.4.2017, 19Uhr, Krakauer Straße 19, 1020 Wien

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Comments

  1. Ooh, was bin ich gespannt auf dieses Buch!
    Die positiven Effekte gemeinschaftlichen Lebens kann ich mir sehr leicht erträumen. Mir würde es besonders gefallen von, ich nenne es einmal „organisiertem Sozialleben“ profitieren zu können und davon, dass die Schwelle zu ganz unterschiedlichen sozialen Kontakten im Umfeld viel viel niedriger ist. Einfach zu wissen, dass die Nachbarn eben keinen besonderen Wert auf Abgeschiedenheit legen, sondern erstmal offen für ihr Umfeld sind.
    Das Leben in einem Gemeinschaftshaus stelle ich mir aber so vielfältig – im Guten wie im Schlechten – vor, wie du es beschreibst. Mich treiben zu deinen Fragen eher die kritischen Gedanken um: Was macht man bloß, wenn es einem mal zu viel wird (wird es doch, oder?)? Habt ihr ruhige Ecken eingeplant, wo einen niemand anquatscht? Vermisst man die Bewohner_innen und Abläufe, wenn man eine Zeit lang Urlaub macht? Wenn sich enge Freundschaften entwickeln, wirkt das nicht separatistisch? Und: Wie hellhörig ist es im Haus? Könnte ich es wohl auf Dauer ertragen, so eingebunden zu sein in soziale Strukturen direkt vor meiner Wohnungstüre? Gab es womöglich schon einen Auszug, weil es irgendwie nicht gepasst hat oder ist es möglich, auch in so einem Projekt abgeschieden zu leben und sich nur aufs Wesentliche zu beschränken?
    Ich freue mich jedenfalls immer wieder, hier und da einen Schnipsel aus dem Leben bei euch zB bei instagram zu erfahren :)

  2. Oh, das Buch hört sich spannend an, ich „gucke“ gerne hinter die Kulissen, besonders wenn es so anders als bei mir läuft.
    Besonders würde mich interessieren, wie ihr damit umgeht/umgegangen seid, wenn man doch merkt, dass man in der Gemeinschaft nicht zueinander passt. Bei Leuten, die man kennenlernt, und sich denkt, dass das aber gut passt und später dann doch merkt, dass da viele Differenzen sind, kann man sich wieder mehr entfernen… das stelle ich mir bei euch schwer vor.
    Ich freu mich auf jeden Fall über mehr Hausgeplauder.

  3. Hallo, das klingt ja nach einem tollen Buch!
    Seit ich bei dir zum ersten Mal vom Wohnprojekt gelesen habe, bin ich ganz neugierig, wie das funktioniert. Und würde auch gerne noch mehr davon im Blog lesen.
    Wie funktioniert das als Familie?
    Welche Räume sind geteilt, was ist privat?
    Wie wird „zusammen“ gelebt? Ist das immer so organisiert oder im freien Fluss?
    Wie steht es mit Kinderbetreuung und wenn mal jemand krank ist?
    Wie macht ihr das mit dem Geld? Wird gemeinsam eingekauft und gekocht?
    Und wie wird Streit geschlichtet?
    So viele Fragen!
    Alles Liebe,
    Susanne

  4. Das schöne gemeinschaftliche lässt sich gut vorstellen, gemeinsam Mittagessen, gute Gespräche… den anderen Teil stell ich mir ein wenig vor, wie früher in Großfamilien, immer alle da, man kann sich nur mäßig aus dem Weg gehen, auch die Diskussionen können sicher nervenaufreibend sein. Aber eben auch den Kopf aufweitendend, den Blickwinkel aus dem eigenen Reich drehen lernen.
    Auf jeden Fall sehr spannend. Wie habt ihr eigentlich die Finanzen geregelt, auch wenn wer aussteigt?

  5. Also mich interessiert wahnsinnig, wie ihr es schafft, die Balance zwischen „Kommune“ und „normaler Nachbarschaft“ zu halten – habt ihr euch Regeln gegeben, wie viel offene Tür untereinander nötig/möglich ist? Ich stelle schon in normalen Nachbarschaften fest, dass das leicht kippen kann, man oft etwas zusammen macht und plötzlich gehen die Erwartungen über das wie und wie viel auseinander, und dann kommen die Konflikte. Wie löst ihr das?

  6. Also mich interessiert, ob alle Menschen in eurem Haus genügend Geld zum investieren hatten/haben oder ob es auf solidarische Art gehandhabt wurde/wird. Daran ist es bei uns bisher immer gescheitert. Wir könnten Arbeit/Zeit/Handwerk, aber nicht viel Geld einbringen.
    Wo ich meine Grenze habe, weiß ich, nämlich wenn ich keine Rückzugsmöglichkeit habe. Das hattest du einmal schön beschrieben, dass jeder selbst entscheidet, wie weit die Tür offen ist. Das wäre mir wichtig.
    Wünschen würde ich mir genügend Kinder, Natur ums/auf dem Haus und Räume zum Kreativ sein.
    Ein bisschen stelle ich es mir bei euch vor, wie eine Mischung aus Großfamilie, Kommune, Bullerbü, Großstadtleben und WG mit allen Höhen und Tiefen. Kann wirklich jedes Problem gemeinschaftlich ausdiskutiert werden oder habt ihr Regeln, was in welchem Forum besprochen/beschlossen wird?
    Ach, ja das Buch interessiert mich sehr!!!
    Herzlichst Sandra aus Hamburg

  7. Mich interessiert, ohne das ich das Buch bekommen mag (ich habs schon), wie zugig ihr den Balkon und die Dachterasse erlebt? Ich hab in den Neubauvierteln mit den Windverhältnissen schlechte Erfahrungen gemacht und zieh selber bald in eins, mal sehen wies da wird… Aber vielleicht oder hoffentlich ist meine Sorge eher unbegründet. Spannenende und motivierende Sache jedenfalls, euer Haus!

  8. Ich bin fasziniert von eurem Projekt und über die immer wieder für mich auftauchenden Fragen: wie würde ich das finden? Könnte das mir gefallen? Gäbe es genügend Rückzugs Möglichkeiten für mich?
    Ein wirklich spannendes Projekt und ich wurde gern mehr darüber erfahren.
    Herzliche Eifelgrüße Mo

  9. Hallo.

    Mich interessiert zum Beispiel wie es mit der gegenseitiger Unterstützung aussieht. Zb bei der Kinder Betreuung oder wenn jemand krank wird. Ist es selbstverständlich? Gibt es sie überhaupt? Wenn es sie gibt, machen alle mit?
    Liebe Grüße

  10. Das Buch klingt total spannend- genauso wie das Haus, in der ihr lebt.
    Ich würde auch zu gerne in so einem Haus wohnen, hätte jedoch bedenken, dass es immer -immer!- Leute gibt, die ihren Willen durchsetzen müssen.
    Die gerne vereinnahmen und bestimmen.
    Solche Leute gibt es überall.
    Ich bin eher flexibel und kann mich meistens gut nach anderen richten, außer es geht um ein Thema, das mir wirklich am Herzen liegt.

    Zu gerne würde ich dieses Buch gewonnen! Das wäre ganz toll.
    Dann würde ich erfahren, ob es bei euch auch solche Alphatiere gibt :)

    Liebe Grüße, Martina

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