Elfriede Hengstenberg

Zaubertagebuch :: kleine Geschenkidee (auch für dich selbst)

Es gibt ja Menschen, denen möchte man gar nicht viel schenken im materiellen Sinne. Aber eine Aufmerksamkeit, eine kleine Freude, etwas das zeigt: Danke, dass es Dich gibt in meinem Leben. 

Für solche Anlässe gibt es in Klimbimgeschäften viel Zeug. Zeug, das niemals sagen kann, was wir ausdrücken wollen. Zeug, das irgendwann einstaubt, herumsteht oder gar weiterwandert. Und weil ich kein Fan von Blumen bin, bei Schokolade gern mal die falsche Sorte ziehe, schenke ich lieber das, was ich am besten beherrsche: Worte. Das müssen aber nicht meine Worte sein, das können die Worte des Beschenkten sein.

In einem kleinen Zaubertagebuch zum Beispiel kann der- oder diejenige Momente des Tages einfangen und notieren, die diesen Tag besonders gemacht haben. Die ein Lächeln gezaubert haben. Die Sonne hinter den Wolken ahnen ließ. Die Wärme ins Herz getragen haben…

Mit so einem Büchlein schenkt man ja auch viel mehr als ein kleines Heftchen aus Papier. Man schenkt Zeit und kleine Glücksmomente. Weil man sich für die Notizen zurückbesinnt auf diese kleinen Augenblicke. Weil man das Glück, den Zauber, den Moment noch einmal erlebt. Das Gefühl noch einmal sanft streicht.

Es kann auch ein Dankbarkeitstagebuch oder Glücksmomentebuch. Mir gefiel nur der Titel Zaubertagebuch so sehr. Und natürlich kannst Du es Dir auch selbst schenken.

Und nein, man muss dieses Büchlein auch gar nicht selbst binden und gestalten. Es gibt viele hübsche kleine Blanko Notizbücher die man entsprechend beschriften und deklarieren kann. Ich binde sie nur gern selbst weil mir das Spaß macht.

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Genieße den Tag rückwärts

Sonntag. Ich habe Sonntage noch nie gemocht. Sie suggerieren uns: Heute ist frei. Heute ist Zeit. Genieße sie. Genieße diesen einen freien Tag ohne Arbeit. Carpe diem, denn morgen ist Montag und das Rad des Alltages rattert fröhlich weiter. 

Leider funktioniert das bei mir so nicht. Wenn ich mir morgens vornehme: Genieße den Tag! Dann ist vermutlich das Frühstück schon chaotisch. Da fliegt mir vielleicht die Kaffeetasse um. Da fällt mir die Zahnbürste samt Zahnpasta ins Waschbecken. Da sind die Kinder unausgeschlafen gelaunt. Und dann ärgert mich das doppelt. Zum einen, weil mich das sowieso ärgert. Und zum anderen, weil ich doch diesen Tag genießen wollte, und nun macht der Tag einfach nicht mit.

Also immer davon ausgehen, dass das ein mieser Tag werden wird? Damit dann alles glatt läuft? Nein, ich glaube auch das funktioniert nicht. Weil eigentlich das Leben weder in die eine, noch in die andere Richtung funktioniert. Das Leben geht einfach dahin. Natürlich können wir wahnsinnig unzufrieden und schlecht gelaunt sein, immer nur jammern und dann wird meist das Leben auch nicht wirklich bunt und schön. Denn wenn wir das Bunte und Schöne nicht einladen in unser Leben, dann will es dort auch nicht sein. Denn dann programmieren wir uns auf das Schlechte und auf die Wahrnehmung dessen. Überlegt doch mal, warum Menschen, die immer nur schimpfen und jammern, auch immer nur unglaubliche Dinge passieren, über die sie weiter schimpfen und jammern müssen. Genau.

Nun jedenfalls funktioniert das aber auch nicht, dass ich mich auf einen guten Tag einstelle. Was also tun, damit diese Sonntage dennoch gute Tage werden? Damit aber auch ein Montag ein guter Tag werden kann?

Wieder einmal hilft mir die Achtsamkeitspraxis sehr. Ich gehe nicht zwingend davon aus, dass der Tag gut wird (aber auch nicht, dass er schlecht wird). Ich gehe einfach offen in den Tag und mache mir die guten Momente bewusst. Im Moment sammle ich täglich auf Instagram einen guten Moment. Aber nur einen dort, denn ich will nicht alle fotografisch festhalten. Weil mich das ja oft aus dem Moment holt und wegbringt in den Social Media Wahnsinn. Ich überlege nun oft am Abend: Was war schön. Was war angenehm? Im MBSR Kurs letzte Woche sollten wir jeden Tag einen angenehmen Moment aufschreiben. Vor allem das Wort angenehm statt schön oder fröhlich hat mich dabei angesprochen. Denn angenehm kann so vieles sein. So unaufregend, so klein. Natürlich kann so ein Moment lustig sein, bereichernd, aber auch berührend oder einfach wohlig und warm. Und damit wird manchmal ein Tag, der eigentlich gar nicht so großartig erschien, im Nachhinein doch sehr wertvoll und erinnerungswürdig. Und dann genieße ich den Tag. Rückwärts eben.

Wichtig ist doch nicht, dass ich mir jeden Tag vornehme, ich würde ihn genießen als wäre er der letzte. Wichtiger ist doch, dass ich auch an dunklen Tagen kleinen Momente finde, die angenehm waren. Und dass somit auch ein Montag, ein Mittwoch ein guter Tag werden kann. Wenn auch erst zum Mittag, oder am Abend. Carpe diem rückwärts ist doch auch ein Carpe diem. Oder nicht?

Jetzt ist ein bisschen Druck gefallen vom Sonntag. Jetzt muss der nicht mehr toll werden. Einzigartig und schön. Jetzt darf der einfach sein. Ruhig auch mal ein bisschen grau. Aber mit Glitzer dabei.

 

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Spaß 20/14 – Elfchen

Eine liebe Nachbarin hat mir neulich von einem ihrer täglichen Schreibübungen aus einem Schreibkalender erzählt – den Elfchen. Daraus ist für mich eine völlig neue aber wundervoll poetische Art „Tagebuch“ geworden.

Ein Elfchen ist wie folgt aufgebaut:

Wort
Wort Wort
Wort Wort Wort
Wort Wort Wort Wort
Wort

Klingt erst einmal ziemlich unspektakulär. Die Aufgabe war nun, täglich zu einem freudigen Ereignis ein Elfchen

zu schreiben. Das soll man laut dieser Übung 30 Tage lang machen, weil sich dann diese immer wieder hervorgezauberte Freude, dieses Bewusstmachen eines freudigen Momentes über so lange Zeit, auf die Grundstimmung überträgt. Und man so schlichtweg ein weniger freudiger wird. Und das war es wohl, was mich als erstes gereizt hat. Ich habe mich also an dem Tag hingesetzt, und mein erstes Elfchen geschrieben.

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Danach war ich komplett begeistert. Nun macht es mir große Freude jeden Abend zu überlegen, was ein freudiger Moment war. Das ist nicht immer so leicht, wie es klingt. Denn es gibt ja schließlich so Tage… Dennoch auch aus diesen Tagen ein wenig Freude herauszukitzeln, ist schon etwas Besonderes. Dieses dann in „Elfchen-Form“ aufzuschreiben, macht gleich wieder Freude. So wird ein alltäglicher Tagebucheintrag nicht nur festgehalten, sondern poetisch untermalt. Und das gefällt mir sehr. Und der Tag geht etwas kreativ zu Ende. Auch das mag ich.

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Ich schreibe nun jeden Abend als „letzten Akt“ vorm Schlafengehen mein Elfchen auf ein Stück A6 Papier. Am Ende des Monats möchte ich diese mit dem Japanese Binding zusammennähen.

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Das Ganze dann Monat für Monat weiterführen. Eine wunderbare Art freudige Momente zu sammeln, wie ich finde.

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