freies Spiel

Mein Motto im Mai – Meditation

Der Mai ist da und damit steigt endlich die Chance auf wirklichen anhaltenden Frühling. Ich bin im März oft schon so überwältigt von den ersten Frühlingstagen und werde im April zusehends müde ob des wechselhaften Wetters. Da ist es wirklich Zeit für Maisonne und Blütenzauber.

Der Mai ist nun aber auch der Monat, in dem wieder mein alter neuer Alltag seinen Lauf nimmt und ich mit Struktur und Ordnung arbeiten muss. Gleichzeitig brauche ich dringend Ausgleich durch Ruhe und Kopfsortierung. So habe ich mich für einen MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction) Kurs angemeldet. Ich erhoffe mir davon einen durch die Gruppe mehr gestärkten Zugang zu einer alltäglichen Meditationspraxis. Auch wenn ich überzeugt bin, dass Achtsamkeit im Alltag vielschichtig möglich ist und nicht nur durch Meditation erreicht werden kann, so habe ich in der Vergangenheit doch gespürt, wie gut mir die Meditation tut, wie sehr sie mich beruhigt, zu mir zurück bringt, mir hilft zu fokussieren und im Moment und bei einer Aufgabe zu sein.

Am Mittwoch geht es los und ich werde sicher hier und da davon berichten wie es mir ergeht, was die Inhalte sind und wie sie sich im Alltag mit drei Kindern umsetzen lassen.

Ich wünsche mir damit einen guten strukturierten Alltag, den ich gut für mich und meine Arbeit, aber auch für die Zeit mit den Kindern gestalten kann.

Ich möchte im Mai zusätzlich das #100dayproject angehen. Dazu wurde ich durch Jademond inspiriert, die auf Instagram jeden Tag Lettering oder Collagen oder Skizzen zeigt, die sie gemacht hat. Um 100 Tage wirklich etwas zu tun und durchzuziehen. Das ist für mich ein großes Thema, denn ich bin oft von Dingen begeistert und überzeugt, tue sie eine Weile regelmässig, aber komme dann wieder davon ab. Ich möchte nun jeden Tag nur ganz klein und fein ein Wort, ein Satz oder ein Zitat aufschreiben – kalligrafisch oder im Handlettering Stil – und so für mich wie ein kurzes Worttagebuch führen. Das scheint mir machbar und im Zusammenhang mit Achtsamkeit und Meditation auch hilfreich um nachzuvollziehen, wie ich die Tage so erlebe, wie oft ich gut oder schlechte, lustige oder mühsame Tage habe. Ich freue mich darauf und werde mir extra dafür ein kleines Notizbuch anlegen.

Was sonst noch ansteht im Mai?

  • meine neuen Spielraumgruppen werden starten. Ich freue mich, dass es nun schon 2 Gruppen sind
  • mein Kurs Lebenskönigin startet endlich, dafür treffen hier immer mehr Dinge für die Geschenkbox ein
  • ich werde den zweiten Teil des Kinderbuchworkshops besuchen, der erste hat mich schon seeeeehr inspiriert… (Hilfe, mein Kopf surrt!)
  • eigentlich wollte ich sowohl beim Herzlauf als auch beim Frauenlauf mitlaufen, aber mein Körper sagt mir, dass ich das langsamer angehen muss… Also übe ich mich da im Annehmen und geduldig sein. Ohmmm

Also ja, hochmotiviert aber achtsam in den Mai. Die Sonne scheint, der Frühling lacht. Auf geht’s !

Noch mehr Monatsmottos sammelt Sonja vom wertvoll-blog, den ich übrigens auch so sehr gern lese und inspirativ finde.

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Entspannung im Alltag mit Kindern

Entspannung. Das ist immer das für die ohne Kinder. Das mit der Meditation, bei der wir immer einschlafen. Das mit dem Schweigeseminar, für das wir eine wertvolle Woche Urlaub hergeben müssten. Das ist dieser Urlaub mit nem Stapel Bücher, der bei uns seit ein paar Jahren durch Windeln und Sandspielzeug ersetzt wird. Oder?

Viele sagen mir: Dafür hast Du Zeit, wenn die Kinder groß sind. Genieße sie, so lange sie so klein sind. Ja, das würde ich wirklich gern öfter. Aber wenn ich nicht genügend Zeit und Ruhe für mich habe, nicht genug Möglichkeiten des Für-mich-seins, dann kann ich mir noch so viel Mühe geben den Moment zu genießen. Das klappt einfach nicht, da bin ich unzufrieden und unrund. Und dann sind leider die Kinder auch nicht mehr so plüschig, dass ich diese Momente festhalten und achtsam wahrnehmen möchte.

Die letzte Woche war wahnsinnig anstrengend. Abendtermine. Herr Kleins Geburtstag. Kindergeburtstag. Es war alles viel, zuweilen viel zu viel für mich. Und als ich am Samstag erwachte, mich das Nachgeburtstagschaos erblickte, Miniklein die Müslischüssel von Frau Klein so gut erwischte, dass ich Küchenboden und Küche wischen musste, da war ich alles andere als entspannt. Da hatte Frau Klein um 8Uhr morgens ihren ersten Meltdown und jammerte „Du sollst lieb zu mir sein.“ Und ich saß mit Tränen in den Augen am Küchentisch, über meiner Tasse Kaffee, die extra bitter schmeckte und am liebsten hätte ich sie der Müslischüssel hinterhergeworfen.

Irgendwie nahm der Tag dann seinen Lauf und am Nachmittag bat ich den Liepsten alle drei Kinder aus der Wohnung zu befördern, weil ich unbedingt aufräumen wollte. Weil ich längst begriffen hatte, was ich brauchte, um mich wirklich zu erholen und wieder Entspannung zu erfahren. Es war kein exklusiver Moment mit Frau Klein, auch wenn sie ihn dringend nötig gehabt hätte. Ich wäre nicht in der Lage gewesen. Es war kein zwölfter Kaffee auf dem Sofa. Es war eine aufgeräumte Wohnung, Ordnung, Ruhe und Sauberkeit. Und so begann ich und spürte mit jedem sauberen Eck, wie ich entspannter wurde. Wie ich fröhlicher wurde, zu mir kam und mich strahlend umsah: So ging Entspannung. Als die Kinder wiederkamen, hatte ich wieder ein Ohr für sie, und ein Auge für diese kleinen Momente.

Heute waren wir etwas unverplant. Wir hatten Pläne, aber keine Ahnung so recht wie und wann sich was ausgehen würde. Solche Tage machen mich gewöhnlich unrund. Weil ich aber nichts tun konnte, weil wir auf Nachricht vom Schwager warteten, beschloss ich eine kleine Kritzelei, die ich neulich inspirierend in einem Newsletter sah, auszuprobieren. Schließlich wollte ich heuer Osterpost verschicken. Und so setzte ich mich seit Ewigkeiten mal wieder hin und begann mit Pinseln und Farben zu spielen, kritzelte mit Stiften herum und war selig. Frau Klein setzte sich zu mir, pinselte ebenfalls und gemeinsam spielten wir auf Papier herum. Wie sehr mich das entspannte.

Am Nachmittag saßen wir hinterm aus an der Sandkiste. Dort liegen um den Kletterturm herum so ganz kleine Kieselsteine. Mein liebstes Spiel ist es immer, darin zu graben und die schönen runden flachen Steine herauszusammeln und mit ihnen kleine Gebilde auf der Holzbank aufzulegen. Da kann ich reinkippen und selig spielen. Und es ist mir oft egal, wenn eine kleine Patschhand kommt und das Gebilde zerstört. Weil es nicht um das Ergebnis geht, sondern um das Tun.

Ich merke immer mehr, dass mich das Tun entspannt. Wenn ich tun kann, was mir gut tut, was mir Freude macht, was sich wie Spiel anfühlt. Danach kann ich wieder viel entspannter für die Kinder da sein. Deshalb ist es ja auch für Kinder so wichtig, dass sie frei und vertieft spielen können, ohne Vorgaben und Anweisungen. Weil sie darin versinken und entspannen. Viel mehr, als wenn wir sie anleiten.

Heute Abend habe ich noch Yoga gemacht, weil mein Rücken mich plagt. Natürlich ist das wunderbare Entspannung, zum Abschluss noch eine kurze Meditation. Herrlich. Aber ich weiß genau, dass das nicht regelmässig und nicht jeden Tag möglich ist. Schon gar nicht dann, wenn ich es brauche: morgens oder am späten Nachmittag, wenn alle Kinder hungrigmüde sind. Und ich war froh, dass ich an diesem Wochenende mal wieder erkannt hatte, dass Entspannung auch ganz anders gehen kann. Und dass Entspannung auch etwas ganz anderes sein kann als das, was wir uns oft darunter vorstellen. Denn ich kann einen Kaffee auf einer Picknickdecke wunderbar entspannend finden, aber wenn ich dabei das Gefühl habe, die Wohnung bräuchte dringend … oder ich würde jetzt gern lieber … oder eigentlich wäre jetzt ein Buch perfekt… dann ist das keine Entspannung, sondern purer Stress.

In Zukunft werde ich mir also merken, dass ich bei dringendem Entspannungsbedarf mal eine Runde aufräumen sollte, oder mir Zeit für Kreatives geben sollte, was sogar neben den Kindern geht, weil sie sich oft anstecken lassen.

Womöglich werde ich morgen früh als erstes den Schreibtisch aufräumen, damit ich dann ganz entspannt arbeiten kann.

Was entspannt Euch im Alltag mit Kindern? Wie gelingt es Euch Momente für Euch zu finden?

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Zwischendurchdasein

Achtsamkeit. Das große Wort. Das Überziel. Wir wollen sie so sehr, streben sie an. Wissen, was sie gutes kann. Und verlieren sie doch so oft aus den Augen im Alltag. Sind gehetz, genervt, müde. Einfach unachtsam. Wir lesen Bücher, Blogs und Artikel. Wir hören Podcasts zum Thema und stellen uns immer wieder das gleiche Ziel: achtsamer sein. Mit uns. Mit den Kindern. Im Gesamten.

Doch ehrlich – es ist schwer. Verdammt schwer. Nicht der Anfang, aber das Durchhalten. Das immer wieder erinnern. Das Dranbleiben. Und dann fällt immer wieder dieses eine Wort: Meditation. Wie gut sie nicht tut. Was sie nicht alles kann. Und es stimmt. Probieren wir es aus, wundern wir uns, wie gut es uns geht. Wie es uns beruhigt und den Kopf aufräumt. Wir schaffen es einige Tage. Wenn es gut läuft ein paar Wochen. Dann wieder Alltag. Stress. Endlose ToDo Listen. Oder – wie in meinem Fall – ein drittes Kind. Bei aller Liebe und allem Wunschdenken – Meditieren ist grad einfach nicht möglich. Vor den Kindern aufstehen ist unmöglich, da müsste ich mich vor 5 aus dem Bett schälen und das wäre bei Nächten mit diversen Stillunterbrechungen wirklich einfach nur saublöd. Tagsüber gibt es nie die Ruhe dazu, zumindest nicht konsequent und fix. Ich könnte es hier und da spontan einschieben – das stößt sich aber mit meinem Anspruch an Meditation. Eine eingequetschte nur aus dem unbedingten Wollen heraus scheint mir dem Sinn von Meditation sehr gegensätzlich. Und abends schlafe ich dabei nur ein, weil die schwere Müdigkeit gewinnt. Sicher, langsam findet sich hier ein Rhythmus. Aber deshalb muss sich nicht gleich alles finden. Zur Achtsamkeit gehört ja irgendwie auch, dass man die Dinge so annimmt und akzeptiert, wie sie eben sind. Und das ist jetzt nun mal so. Und wird auch wieder anders. Dann.

Dennoch habe ich natürlich und gerade mit 3 Kindern immer wieder den Wunsch nach dieser herrlichen innerlichen Ruhe. Nach einem kurzen Moment des Daseins. Des Innehaltens. Ohne dabei Zwanghaft etwas Tiefes zu spüren. Ohne dem Moment eine große Bedeutung zu geben. Ohne dem Streben nach Erleuchtung und hellem Bewusstsein. Einfach nur still sein. Da sein.

So ist mir unlängst beim Lesen einer Meditationsanleitung schon aufgefallen, dass allein das gereicht hat, dass ich für einen kurzen Moment eben dieser Anleitung unbewusst folgend in meinen Körper gespürt habe. Nichts als die Schwere des eigenen Körpers. Aufmerksamkeit auf die Füße, die Arme, den Kopf gelenkt und schon etwas Ruhe gespürt. Einfach da. Im Jetzt. Nichts weiter.

Seitdem versuche ich es immer öfter. Beim Stillen. In der U-Bahn. Morgens, bevor ich mich aus dem Bett schäle. Und es reicht. Es macht etwas. Ich bewege mich danach einfach ruhiger. Ich fühle mich etwas gestärkter. Bin präsenter.

Es muss keine lange Meditation sein. Es muss keine gezwungene Dankbarkeitsübung sein oder das unbedingte Sehen des Schönen in jedem noch so anstrengenden Moment. Es reicht ein kurzes Zwischendurchdasein. Ein Fokus. Ein Spüren. Ein Wahrnehmen. Ohne Zwang. Ohne Suche nach Bedeutung. Ohne Ziel. Einfach jetzt. Einfach hier. Es fängt uns ein auf der Jagd nach Zeit und Ziel. Es holt uns zurück. Und lässt uns dort stehen. Gestärkt und da.

 

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