Erkenntnisse der Woche – Mein altes und mein neues Ich. Bin ich.

IMG_3669Ich bin nicht mit dem besten Selbstwertgefühl ausgestattet herangewachsen. Hinzu kam, dass ich gewisse Eigenschaften an mir nicht mochte. Oder andere einfach lieber hätte, die gar nicht vorhanden schienen. Kurzum: so richtig zufrieden war ich nie mit mir.

Ich wäre gern ein wenig sozialer gewesen. Offener. Lockerer. Smalltalk war immer mühsam und fiel mir schwer. Ich blieb im Hintergrund, bis man mich fand. Selten ging ich auf andere einfach so zu, ohne dabei sämtliche Szenarien im Kopf durchzuspielen. Gedankengänge, die keiner wirklich dachte. Nur ich in meinem wirren Hirn. Ich wünschte mir etwas selbstbewusster zu sein. Überzeugter von dem, was ich tue. Aktiver, statt oft so schwerfällig und melancholisch. Mehr machend, als denkend.

Immer wieder wollte ich mich selbst verändern. Und immer wieder scheiterte ich genau daran. Es ging nicht. Ich konnte nicht irgendwelche Werkzeuge benutzen und anders sein. Konnte kein Selbstbewusstsein trainieren, konnte mich nicht mehr aufraffen, als ich es bisher eh schon tat.

In letzter Zeit, wenn ich so zurückblicke auf das vergangene Jahr, von dem ich so viel erwartet hatte, so vieles wieder nicht, da merke ich, dass ich eigentlich ganz zufrieden mit mir bin. Wenn ich sehe, was ich tue, oder nicht tue, wie ich rede oder eben nicht, dann denke ich mir: Wow. Wer ist das? Woher kommt die? Wie ist aus dem alten Ich dieses neue Ich geworden? Wer davon bin ich wirklich?

Und dann stelle ich fest – ich habe mich verändert. Ich bin mehr und mehr zu der Person geworden, die ich immer sein wollte. Nicht komplett. Natürlich gibt es hier und da noch immer Dinge, die ich nicht mag. Aber so eine Zweiflerin wie ich es bin, wird wohl sowieso nie ganz zufrieden sein. Egal. Ich habe mich verändert, ohne es zu bemerken. Bin gewachsen an mir selbst und an dem, was ich an mich heran lasse, was ich zulasse und wage. Ohne dabei bewusst zu rücken und zu drücken, zu schieben oder zu zwicken.

Veränderung geschieht. Dann, wenn wir uns selbst ein Stück loslassen und treiben lassen. Wenn wir natürlich offen und bereit sind, uns selbst zu reflektieren. Aber nicht, in dem wir krampfhaft etwas wollen, was wir nicht sind. Und vielleicht auch gar nicht sein wollen. Denn vielleicht begegnet uns unterwegs ein Ich, dass uns eigentlich viel besser gefällt, und viel mehr das ist, was wir uns immer gewünscht haben. Unbewusst.

Kennt Ihr das? Wolltet Ihr nicht auch schon so viel an Euch ändern und rütteln und schütteln? Und seid nicht auch Ihr immer wieder in alte Muster verfallen und Eurem alten Ich erlegen? Und was hat sich letztendlich doch getan? Was hat sich verändert, während Ihr geglaubt habt einfach nur so dahin zu treiben ? Was würdet Ihr dennoch so gern an Euch ändern? Und schafft es einfach nicht? Erzählt, ich bin gespannt!

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Comments

  1. Oh ja, das kenne ich nur zu gut. Auch mein Selbstbewusstsein war ganz lange Zeit eher wenig ausgeprägt. Und das ist noch mild formuliert ;-) Bei mir kam die große Wende, als ich meinen alten Job gekündigt habe, in dem ich mich nie wohl gefühlt habe. Ich fühlte mich dort immer „klein“. Auch weil ich an Diskussionen gar nicht so stark teilnehmen konnte, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Themen interessierten mich einfach nicht.
    Irgendwann ging ich meinem Herzenswunsch nach. Ich fühlte mich wohler. In den Themen und in meiner Haut. Und so wurde ich Schritt für Schritt zu meinem neuen Ich. Ein ganz wunderbares Gefühl. Authentisch zu sein.
    Aber klar, einige Züge meines alten Ichs gibt es noch. Und sie dürfen auch bleiben. So lange sie wollen ;-)

    Danke, für deine schönen, gedankenanregenden Zeilen.
    Nina

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