12 von 12 – simple & slow

Ein Sommerferienzwölfer. Mitten in der zweiten Ferienwoche. Zwei Tage vor Abreise in den Urlaub. Und entsprechend im Ferienmodus angekommen schliefen hier alle lange und aus. Als Miniklein und ich uns aus dem Bett kugelten, war der Liepste schon auf dem Weg ins Büro. 

Erstmal Kaffee und Frühstück für Miniklein.

Kreisel sind spannende Spielzeuge, an denen sich beobachten lässt, ob ein Kind zum Links- oder Rechtshänder tendiert. Hier ist links immer wieder eindeutig bevorzugt… Wird weiter beobachtet.

 

Dann liebe ich eine Runde auf dem Balkon, alle Pflanzen besuchen und begutachten und neue Blüten begrüßen. Natürlich nicht ohne meine Kaffeetasse auch nur eine Minute aus der Hand zu geben. Auch wenn sie sehr klein ist – die wird hier morgens immer wieder aufgefüllt.

Und während die Großen erwacht waren und frühstückten, kämpfte ich mit Mailchimp und dem Newslettertool. Denn gestern bemerkte ich bei einer neuen Eintragung, dass die Antwortemail völlig veraltet ist, war aber nicht in der Lage diese zu finden und zu überarbeiten. Und am Blog fand ich lange nicht heraus, wie ich eigentlich einst das Newslettertool eingebaut hatte. Nunja, einige viele Schimpfwörter und verlorene Nerven später hatte ich alles irgendwie am Laufen. Glaube ich zumindest nun. Hoffe ich. Und muss nun alle Kontakte in eine neue Liste transferieren. Was für Späße. Aber ich schreibe den Newsletter gern und bekomme immer wieder schöne Reaktionen darauf.

Nach Monaten voller „Nein, ich mag meine Haare länger haben.“ wollte Herr Klein plötzlich doch unbedingt Haare geschnitten haben.

Nunja, als Familienfriseurin hab ich mittlerweile einige Tricks raus, wie da doch eine passable Frisur entstehen kann. Und so lange die Kinder das machen lassen von mir…

Und irgendwie war es plötzlich Mittag. Zum Glück gabs heut einen kleinen Mittagstisch im Haus und ich musste mit den Kindern nur einfallen und köstlich speisen. Endlich mal was anderes als Nudeln oder Kartoffeln. Bei drei Kindern hört man ja auch auf kreativ zu sein mit dem Essen, weil es irgendwem ja doch nie schmeckt.

Nach dem Essen eine Einkaufsrunde und ein Es für alle. Irgendwie habe ich es geschafft die letzten 3 Tage kein Eis zu kaufen und sie haben es überlebt. Aber heute war dann die Sonne wieder da, da gab es einfach kein passendes Gegenargument.

Nachmittags gabs dann bisschen Herumgesitze auf dem Spielplatz hinterm Haus…

Und dann endlich die hieß ersehnte Wassermelone. Die können ja die Kinder inhalieren. Und ich habe den blöden Fehler gemacht und die Melone klein geschnitten, ohne das mit dem 2-Jährigen abzusprechen. Eltern wissen, wovon ich rede. Oder wundern sich, wie mir das beim dritten Kind noch immer passieren kann….

Zur allgemeinen Erheiterung und Erhaltung der Vorfreude auf den Urlaub mal die Wetterlage gecheckt. Das lässt sich doch wunderbar aushalten, denke ich. Und einen schönen Kinofilm habe ich mir auch schon ausgesucht, den ich mir im dortigen Kino meiner Wahl ansehen werde. Hachja das wird fein.

Und nun hab ich noch eine kleine Wiedergutmachung vor eine Nachbarstüre gestellt. Zur Zeit bin ich wirklich unbrauchbar für gewisse Dinge…

 

Nunja, kein aufregender Ferientag. Simple und slow, das ist ja auch nicht das Schlechteste. Immerhin steht der Urlaub noch vor uns, das wird mal aufregend genug.

Mehr 12von12 gibts drüben bei Draußen nur Kännchen.

 

 

 

 

 

 

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Das Zaubermittel für Eltern: Wahrnehmen

Ich werde immer wieder in Gesprächen mit Eltern und bis vor kurzem auch im Spielraum gefragt „Wie gehe ich damit um, wenn mein Kind…?“ Dabei geht es um verschiedenste Situationen. Wenn die Kinder toben und schreien. Wenn die Kinder andere hauen. Wenn die Kinder nicht teilen wollen. Wenn die Kinder außer sich sind. Wenn die Kinder „dramatisieren“ oder „trotzen“. Wenn die Kinder so oder so sind. 

Während nun jedes Kind ganz individuell ist, jede Situation anders und jeder Tag neu, gibt es eine Sache, die wir immer tun können und die über allen anderen noch so guten Erziehungstips stehen sollte: Das Wahrnehmen. Das Wahrnehmen der Empfindungen und Gefühle, die unsere Kinder äußern. Das Wunderbare daran ist – auch wenn wir im Moment nicht wissen, was los ist, weil das Kind scheinbar „grundlos“ tobt oder schreit oder weint – wir können es einfach aussprechen: Du bist traurig. Du musst Dich gerade sehr ärgern. Du bist wirklich wütend.

Das Problem ist nämlich oft, dass wir die Situation auflösen wollen. Wir wollen, dass die Kinder aufhören zu weinen, wir wollen, dass sie glücklich und zufrieden sind. Das ist natürlich und verständlich, aber es ist nicht immer durch Zauberhand möglich, egal wie sehr wir uns das wünschen. Und wenn wir dann versuchen zu richten und zu schlichten, wenn wir Dinge sagen wie „Aber Du kannst doch damit spielen.“ oder „Das gehört aber nicht Dir.“ oder „Ihr könnt Euch doch abwechseln.“ oder im Akkord fragen „Magst Du das? oder magst Du was trinken? Hast Du Hunger? Bist Du doch müde?“ dann fahren wir grundsätzlich mal über das eigentliche Empfinden drüber. Und womöglich habt Ihr auch schon bemerkt, dass diese Dinge selten zielführend sind. Selten sagt ein Kind „Achso stimmt, dann spiel ich halt mit dem Auto hier.“ oder „Ja stimmt, ich hab Durst, deshalb bin ich so außer mir.“

Wenn wir einem Kind dort begegnen, wo es gerade emotional ist, dann haben wir viel mehr die Chance es auch wirklich zu erreichen. Und vielmehr: Das Kind bekommt das Gefühl, dass egal, was gerade in ihm los ist und was Auslöser für seine Emotionen ist: Es ist angenommen und verstanden. Auch wenn wir nicht immer die Situation verstehen. Weil ein Kind wegen etwas wütet, was uns lächerlich erscheint vielleicht. Oder weil wir schlicht und einfach nicht verstehen oder ahnen, was los ist. Und genau darum geht es: Dass es nicht darum geht die Situation zu verstehen und zu richten. Sondern das Kind aus der Situation abzuholen. Und das geht in jedem Alter.

Wenn Miniklein tobt, weil er nicht mit dem Messer im Marmeladeglas herumfahren darf, dann kann ich sagen: „Das macht Dich jetzt total wütend.“ anstatt ihm zu erklären dass sonst die Marmelade überall landet und alles klebt und und und. Das hört er in seiner Wut sowieso alles nicht. Es heißt auch nicht, dass er sofort aufhört zu wüten. Im Gegenteil, es kann dazu führen, dass er nochmal richtig reinkippt. Aber wenn ich dabei bleibe und sage: „Ja, du musst jetzt mal so richtig wüten.“ dann kann er das auch tun ohne dabei belehrt und berichtigt zu werden. Und wenn ich nicht weiß, warum er schreit, dann kann ich zumindest sagen: „Ich weiß zwar nicht, was los ist, aber Du ärgerst Dich gerade sehr.“ Dabei wird nicht bewertet oder abgewertet, sondern einfach nur wahrgenommen was ist.

Wenn Frau Klein weint, weil sie „immer die Schuldige ist und alle böse auf sie sind.“ dann kann ich statt zu sagen „Das stimmt doch gar nicht!“ einfach sagen: „Du hast das Gefühl dass immer Du schuld bist und das macht Dich traurig.“ Und dann nickt sie und schluchzt und wir können in Ruhe darüber reden, ohne dass ich sie im Vorfeld schon abwerte.

Wenn Herr Klein weint, weil seine Freunde ohne ihn davonlaufen, dann kann ich sagen „Das macht Dich traurig, dass sie nicht auf Dich gewartet haben.“ anstatt zu sagen „Dann lauf doch hinterher.“ oder einzustimmen und zu sagen: „Lass die doch, wenn sie nicht warten wollen.“ Wenn ich allein ihn wahrnehme in seiner jetzigen Emotion, spürt er, dass ich ihn so annehme und öffnet sich, vertraut mir und erzählt. Nicht immer, aber oft.

Das Wahrnehmen der Gefühle und Empfindungen ist ein wahres Zaubermittel. Denn wenn es über der Schlichtung und Aufklärung von Situation steht, dann haben wir den Zugang zum Herzen vor der analytischen Begegnung. Dann sind wir in Kontakt und in Beziehung zueinander. Und das ist wesentlicher als alles Rationale und scheinbar für uns Erwachsene Verständliche. Ja, Kinder müssen viel lernen und auch gestärkt werden darin mit gewissen Situationen im Leben umzugehen. Doch wenn wir das über die Gefühlsebene schaffen, dann werden sie es auch wirklich zulassen und verinnerlichen können. Dann werden sie rundum gestärkt: in sich und im Außen.

Und im Übrigen funktioniert diese Zauberei auch in der Begegnung mit Erwachsenen. Ich bin als doch sehr empfindsame und sensible, teilweise menschenscheue und zurückhaltende Person oft in Erklärungsnot. Ich höre ganz oft Sätze, wie „Aber das ist doch nicht so schlimm.“ oder „Aber das ist doch lustig.“ Sätze, die über meine Empfindung drüberfahren und rationalisieren wollen. Das hilft mir nicht, es gibt mir das Gefühl, dass ich falsch bin und alle anderen richtig und dass mich keiner versteht. Einen Großteil meines Lebens habe ich mich so gefühlt. Wenn wir schon bei unseren Kindern beginnen sie in ihrem Sein und Wesen wahrzunehmen, dann können wir genau das verhindern. Weil wir sie innerlich stärken und rüsten dafür, dass sie auch mal Menschen begegnen, die sie nicht so gut verstehen. Ist das nicht etwas, was wir als Eltern wollen?

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Ferien Friday Fives

Die erste Ferienwoche ist geschafft. Ich denke das ist ein guter Anlass die Friday Fives mal wieder aus dem Keller zu holen. Die Woche war alles. Anstrengend, chaotisch, heiß, grau und träge, lustig und bunt. Wir mussten uns erst einmal einfinden hier alle zu Hause, die Schlafenszeiten sind natürlich verschoben und somit die Freizeit am Abend für mich verkürzt. Vom 12h Tag hier keine Rede, eher ein 16h Tag. Der Liepste musste einen Tag nach Deutschland und ich habe Kraft gesucht. Dennoch gab es auch schöne Momente.

Ausschlafen. Die Kinder schlafen alle länger, keiner muss um 8 irgendwo sein, es ist ruhiger morgens und wir sind lange im Pyjama unterwegs. Das genieße ich sehr.

Zufriedene Spielzeit. Auch wenn Herrn Klein unfassbar fad ist hier weil ausgerechnet in der ersten Ferienwoche alle seine Freunde im Urlaub sind, so gibt es immer wieder Momente, in denen alle irgendwie zufrieden spielen.

Nachbarsfreunde. Sich spontan mit den Kindern zusammenschmeißen, gemeinsam durch die Hitze waten, gemeinsam kochen, das war diese Woche sehr schön.

Kreativsein. Endlich habe ich mich mal den Wortfunken von Jademond gewidmet und etwas zum Thema Stille gestaltet. Und auf meine Monatsaufgabe im Grafikkurs habe ich eine tolle Einschätzung bekommen. Da habe ich gleich Lust mehr zu gestalten.

Viel Kuscheln. Ich habe das Gefühl dass wir alle etwas genießen, dass wir uns rund um die Uhr sehen und haben. Ich genieße es, die Kinder mehr zu erleben, auch wenn ich manchmal zu viel Lärm und Streit erlebe. Und die Kinder kommen oft zu mir und wollen kuscheln, das ist sehr plüschig und fein.

Nun genieße ich die abgekühlte Luft da draußen, die meinen Kopf wieder etwas klarer macht und freue mich auf das Wochenende.
Seid Ihr schon in den Ferien angekommen, oder müsst Ihr noch in der Schule ausharren? 

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