Das Glück des Freien Spiels

Freies Spiel ist Konzentration.

Ist Anspannung.

Ist Freude.

Ist Glück.

Ist versteckter Ernst.

Es ist all das, was selbst gewählt ist und begeistert.

Wo niemand sagt „Schau mal.“ oder „So geht das.“

Wo nur Ja! ist.

Wo pures Erleben ist. Wo Lernen möglich ist, das Spaß macht.

Freies Spiel ist das, was entsteht, wenn wir mehr lassen und zutrauen. Vertrauen.

Freies Spiel ist pures Glück. Denn es lässt so vieles zu.

Entdecken.

Staunen.

Wundern.

Die Zauberhaftigkeit der Welt.

 

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3 Kinder – eins rutscht immer durch

Allmählich habe ich mich ja daran gewöhnt, dass ich drei Kinder habe. Drei! Lange Zeit war das für mich unfassbar. Ehrlich. Wenn wir mit dem Auto unterwegs sind, passiert es mir immer wieder, dass ich nach hinten schaue und zum Liepsten sage: „Da sitzen echt drei Kinder! Unsere!!“

Bevor Miniklein auf die Welt kam, hatte ich beste Vorsätze. Ich wollte unbedingt verhindern, dass Frau Klein das klassische Sandwichkind wird. Also das Mittelkind, das irgendwo da in der Mitte hängt. Nicht so halb und nicht so ganz. Weil der Fokus immer so sehr auf groß oder klein gerichtet ist. Weil die Mittleren sich auch schnell mit dieser Rolle identifizieren. Ich wollte gut auf sie achten.

Die Realität ist eine ernüchternde.

Auf drei Kinder zu schauen ist machbar. Aber drei Kinder in ihrer Art mit ihren Bedürfnissen und in ihrer ganz individuellen Entwicklung wirklich zu sehen ist eine Herausforderung, der ich mich manchmal einfach nicht gewachsen fühle. Dabei halte ich mich für eine Mutter, die ihre Kinder viel beobachtet und viel reflektiert. Aber vieles fällt mir eben doch erst hinterher auf und nicht in dem Moment, in dem ein Kind etwas spezielles gebraucht hätte.

Herr Klein ist Spezialist darin einzufordern, was er braucht. Er kennt das von Anfang an und hat sich diese Fähigkeit schon immer gut zunutze gemacht. Aber das funktioniert bei ihm nur, wenn es um Bedürfnisse geht, die er selbst erkennt. Wenn er uns etwas zeigen will, wenn er etwas erzählen will, wenn er unsere Aufmerksamkeit will. Wenn es aber darum geht etwas einzufordern, von dem er selbst nicht weiß, dass es das ist, was er gerade braucht – wie Nähe, Verständnis oder das Erkennen von ihn plagenden Gedanken und Sorgen – dann steht auch er an. Weil wir aber daran gewöhnt sind, dass er doch holt, was er braucht, sehen wir oft nicht, wenn ihm dennoch etwas fehlt. Und manchmal habe ich das Gefühl, dass er mir dahingehend entgleitet. Da weiß ich gar nicht, wie es ihm wirklich geht. Weil zu wenig Zeit im Alltag ist für so ruhige Momente mit ihm. Weil er dann in Redestimmung ist, wenn in mir alles nach Feierabend schreit und die Nervenenden glühen. Weil er dann fordert, wenn gerade alle anderen etwas wollen. Dann muss er einfach funktionieren und bitte nicht auch noch etwas wollen. Er weiß doch, wie hier alles läuft, er sieht doch, wie beschäftigt wir mit den anderen beiden sind, er muss doch verstehen, er ist doch schon groß… Dabei ist er ja auch erst 7.

Frau Klein – ja sie ist speziell. Sie läuft tatsächlich oft ungefragt einfach so mit. Sie macht ihr Ding und das erleichtert mir den Alltag. Sie nimmt, was sie kriegen kann und was nicht geht, fällt eben vor ihr zu Boden. Und zerspringt dann eben. Manchmal auch ihr kleines Herz. Dann tobt und schreit sie. Dann fliegen meine Nerven. Dann kommen wir nicht zusammen und ich merke – ach, da war wieder zu wenig Zeit und Raum für sie. Sie ist groß und doch so klein. Kein Kleinkind mehr und doch noch lange nicht groß. Und wenn ich dann versuche gut auf sie zu achten, rutscht mir das nächste Kind durch.

Miniklein ist klein und braucht noch viel. Er bekommt wohl momentan noch am meisten von mir und will doch noch mehr. Er schubst empört die Geschwister von meinem Schoß und fordert vehement ein, was ihm gehört. Mit Geschrei als Sprache und gestikulierenden Händchen wirbelt er uns alle durch den Alltag. Aber auch er rutscht mir durch. Wenn er allein auf einem Klettergerüst sitzt und nicht mehr runter kommt, während ich mal bei Frau Klein sein möchte. Wenn er so lange ums Haus spaziert bis ich entsetzt bemerke „Wo ist eigentlich Miniklein?“. Der steht dann plötzlich hinter mir. Wenn er mal nicht so schlafen darf, wie er will weil unser Alltag manchmal ein anderer ist als sein Schlafrhythmus. Wenn ich entsetzt bin über Dinge, die er tut weil er so klein ist wie er ist und eben noch nicht so groß wie seine Geschwister…

Ja, so rutscht hier jedes Kind mal durch. Ich kann nicht alle im Fokus haben. Wahrscheinlich ist da auch unmöglich. Dann wäre ich wahrscheinlich Supermom ohne eigene Bedürfnisse. Aber was kann man tun, damit dennoch jedes Kind genug von dem bekommt, was es braucht?

Anhalten. Innehalten
Wenn ein Kind außer sich ist, besonders ruhig ist, sich wehrt oder schreit, tobt oder schweigt, dann ist das für mich oft ein Alarmzeichen zu schauen: Was ist da genau los? Was fehlt? Das gelingt mir nicht immer sofort. Aber das ist auch besser so, denn im Moment bin ich oft selbst zu aufgebracht. Am Abend kann ich besser reflektieren und anhalten. Innehalten und überlegen: Wo fehlt gerade etwas? Was könnte ich übersehen haben?

Verständnis
Das sind ja nicht nur Hunger und Durst oder Nähe und Zuneigung. Da ist ja auch das (Er)kennen von entwicklungstypischen Phasen wie der Autonomiephase, dem Sauberwerden, dem Zahnwechsel, dem Schuleintritt oder das Auftreten entwicklungsbedingter Ängste etc. etc. Wo sie immer wieder mehr oder weniger von uns brauchen und es nicht nur darum geht sie einfach mal in den Arm zu nehmen und zu kuscheln, sondern auch zu verstehen: Da ist grad das im Kopf los. Das sollte ich nicht übersehen. Das könnte der Grund dafür sein.

Beobachten
Jedes einzelne Kind zu beobachten ist schwierig. Aber es gibt Momente, in denen uns das gut gelingen kann. Wenn wir es zulassen. Wenn wir statt aufs Handy zu schauen dem davonlaufenden Kind am Spielplatz zusehen. Wenn wir aufschauen, wenn sie uns rufen anstatt „jaja“ zu nicken. Wenn wir uns auf ihre sonderbaren Gespräche oder Spieleinladungen einmal einlassen. Nicht immer, aber hin und wieder. Vor allem dann, wenn man das Gefühl hat, da läuft etwas unrund.

Akzeptieren
Wichtig ist aber auch zu akzeptieren, dass wir drei (oder auch zwei oder fünf) Kindern nicht immer gleichmässig gerecht werden können. Dass nicht alle das gleiche bekommen. Dass jedes Kind letztendlich ja auch seine eigenen Bedürfnisse hat und unterschiedliches braucht. Dass wir selbst nur Menschen sind und uns – so sehr wir es uns auch manchmal wünschen mögen – nicht teilen, klonen oder hin- und herbeamen können. Dass der Tag nur 24h hat. Dass wir dennoch viel geben. Und sie am Ende ja doch bekommen, was sie brauchen. Nur nicht immer sofort.

Wie geht es Euch mit mehreren Kindern? Habt Ihr auch öfter das Gefühl, dass Euch eines wo durchrutscht? Was tut ihr dagegen? habt Ihr Geheimtips? 

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Mein Motto im Oktober – Ruhe und innere Kraft

Der September ist nun holprig ausgeklungen. Angeschlagen, müde und erschöpft wandere ich in den goldig herbstlichen Oktober hinein. Und wünsche mir nichts mehr als Ruhe und Energie. Beides ist mir abhanden gekommen. 

Der Alltag, nach dem ich mich nach einem langen Sommer so sehr gesehnt hatte, hat mich auch gleich energetisch recht ausgesaugt. Routinen waren hilfreich, haben aber auch ihre Zeit gebraucht um sich einzufinden. Wahnsinnig überbuchte Schnuppertermine meiner Spielräume haben mich viel Zeit und Organisationsaufwand gekostet und ich bin froh, dass die Gruppen nun fix sind und in Ruhe anlaufen.

Da sich das Jahr nun schon allmählich dem Ende neigt, Lebkuchen im Supermarkt das große Fest ankünden, die Kinder von Weihnachtswünschen reden und wir unsere Silvesterplanung dank Haustausch bereits in Sack und Tüten haben, spüre auch ich den Drang mich der Reflexion dieses Jahres und vor allem auch der Planung von 2018 zu widmen. Da lauern schon ein paar Projekte herum, die alle etwas mehr Struktur und Feinschliff suchen. Und weil das alles in mir noch wirr und irr erscheint, will ich erst einmal zur Ruhe kommen und auch innere Kraft wiederfinden. So dass ich dann entspannt und bedacht planen kann, was ich vorhabe und wie ich all das gestalten möchte.

Momentan schaffe ich es fast täglich zu meditieren, was ich schon als sehr beruhigend empfinde. Nächste Woche werde ich einen Tai Chi Schnuppertermin wahrnehmen um mich einmal mit dieser meditativen Bewegungsform zu befassen, die mich im Moment sehr anspricht. Und Ende des Monats werde ich erstmalig ganz ohne Familie allein für ein paar Tage in ein Haus der Stille fahren. Dort werde ich eingebettet in den dortigen Tagesablauf meditieren, spazieren gehen und an einem Workshop zur Gewaltfreien Kommunikation teilnehmen. Ich werde 4 Tage lang das Handy ausschalten und nur dort und in mir sein. Und ich freue mich unfassbar darauf.

Nächste Woche beginnt Miniklein in der Krippe und gleichzeitig suchen wir eine fixe Babysitterin für ihn, um mich im Alltag etwas zu entlasten. Denn das stetige Suchen nach Hilfe und Unterstützung ist auf Dauer stressiger, als regelmässige fixe Hilfe zu haben.

All das hilft mir hoffentlich wieder etwas mehr zu Ruhe und innerer Kraft zu kommen.

Habt Ihr ein Motto des Monats? Drüben bei Sonja auf dem wertvollen wertvoll-blog könnt ihr weitere Mottos anderer BloggerInnen nachlesen. 

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