12von12 – Auferstehung im August

Mitten im August. Vollgas die Sommergrippe erwischt. Damit hatte ich nicht gerechnet. 3 Tage lag ich nun schon darnieder und hab herrlich mit Fieber gekämpft, wobei die Temperaturen draußen mit denen meines Körpers um die Wette geklettert waren. 

Also der erste Blick heute früh direkt wieder aufs Fieberthermometer. Endlich Fieberfrei! Was für eine Erleichterung. Aber nach den zwei letzten schlaflosen Nächten auch redlich verdient. Ich hab wirklich gedacht: Lieber nochmal ein Kind gebären, als so etwas. Uff.

Und so traute ich mir auch einen ersten Schluck Kaffee wieder zu. Der schmeckte aber wie zu erwarten war noch überhaupt nicht. Wie so alles eigentlich noch überhaupt nicht schmeckt.

Dennoch etwas besser gelaunt duschte ich, nahm dem Bett die krankverschwitzte Bettwäsche ab und begann zu packen. Denn die anderen 4 verweilten schon seit Freitag im Burgenland und ich wollte ihnen nun endlich nachfahren. Auch wenn noch etwas instabil, am Land bei erträglicheren Temperaturen wird es mir sicher bald besser gehen.

Alle Blumen gegossen , die Wohnung verdunkelt. Und mal wieder gestaunt, wie unsere drei Kinderpflanzen wachsen. Bin gespannt wie groß die werden. Die Pflanzen. Aber die Kinder auch…

Und dann auf zum Bus. Am Weg die neue Nachbarsiedlung durchkreuzt. Naja, es ist eher ein Büroviertel und es ist eine Katastrophe. Architektonisch, stadtplanerisch, klimatisch. Wie man es dreht und wendet. Und der Spielplatz, also das kleine Plätzchen da… es ist zum Davonlaufen. Wer bitte wer plant so etwas und wer bitte wer bewilligt das? 2018???

In der Hitze auf den Bus gewartet und dann gefreut, dass er mich durch unsere alte Hood fährt. In dem Haus hinter dem rosa Gebäude haben wir einst gewohnt, als wir nach Wien kamen. Hier haben wir als kinderloses Paar gelebt, sind nachts um die Häuser gezogen, haben samstags ausgeschlafen, haben für Freunde gekocht, haben dem Regen im Innenhof gelauscht. Hier haben Herr und Frau Klein ihre ersten Jahre erlebt. Hier sind wir Familie geworden. Hach… Schöne Erinnerungen.

Doch als der Bus auf die Autobahn auffuhr, merkte ich, dass meine Sitzplatzwahl nicht ganz so weise war. Der Fahrer wollte es wissen und zischte großteils auf der linken Spur dahin. Da sitzt man lieber ganz hinten und kriegt nix mit. Aber für meinen noch wackligen Kreislauf war das wiederum ganz in Ordnung, der kam so ein bisserl in Fahrt.

Geschafft. Endlich im Burgenland angekommen. Hmmmm vorm Haus sind die größten Weintrauben reif, welch Paradies!

Aber erstmal alle in den Pool. Naja außer mir, ich sollte es wohl nicht gleich übertreiben.

Also hab ich vom Rand aus das Geschehen beobachtet und mich gefreut, wie sich diesen Sommer alle Kinder wieder ein Stück näher dem Wasser getraut haben. Herr Klein taucht und schwimmt nun komplett frei und sicher und mit voller Freude und Hingabe. Das ist wunderbar. Frau Klein ist auch mit Schwimmflügeln viel freier unterwegs, schwimmt und springt. Und hat größte Freude. Und Miniklein traut sich auf Papas Arm auch endlich bis zum Hals ins Wasser und kreischt und planscht. Es wird, es wird!

Morgen werde ich die Äpfel auf Reife testen. Heute fehlte mir dazu noch der Appetit. Aber der Apfelbaum dürfte schwierig zu ernten sein…

Vom vielen Liegen der letzten Tage tut mir der Rücken enorm weh. Also etwas gutes tun. Nunja, die einen haben den Pool, ich hab die Badewanne.

Und nun freue ich mich auf eine Woche Landleben, hoffe auch bald in den Pool hüpfen zu können, werde Katzen bekuscheln und die Kinder genießen. Und Ihr?

Mehr 12von12 gibts drüben bei Draußen nur Kännchen.

 

Flattr this!

Slow holiday und viel Dankbarkeit

Nicht ganz eine Woche Urlaub ist nun schon vorbei. Am Sonntag sind wir in Kopenhagen angekommen, seitdem haben wir die Stadt erst einmal gesehen. Den Rest der Zeit verbringen wir hauptsächlich hier draußen in unserem kleinen Vorort und lassen jeden Tag neu auf uns zukommen. Genau das, was wir alle brauchen.

Am Montag fuhren wir nach Kopenhagen um uns dort bei einem Fahrradverleih ein Lastenrad und ein Kinderfahrrad für Herrn Klein zu mieten. Mit diesen fuhren wir dann zurück. 24km und wer glaubt, Kopenhagen sei ja eh nur Flachland, der wäre mir am Montag nur ungern begegnet. Es ging bergauf und bergab durch die Sommersonne.

Doch die Mühe hat sich gelohnt denn nun können wir hier auf diesen herrlich breiten und großzügig ausgebauten Radwegen entlang der großen Straßen die Gegend erkunden. Durch den Wald, über Felder und Wiesen bis hinunter zum Strand radeln wir uns durch die Tage. Meist beschließen wir erst am Morgen was wir mit dem kommenden Tag so anstellen. Oder wir lassen uns treiben. Oder beides. Gestern fragten wir die Kinder: „Was wollt Ihr denn morgen machen?“ und Frau Klein sagte: „Nasebohren.“ Ich denke das beschreibt unseren Urlaub ganz gut.

Vorm Urlaub habe ich noch einen Artikel zum Thema Kinder und Langeweile gelesen. Der hat mich sehr bestärkt darin hier so wenig wie möglich Programm zu planen. Sowohl für die Kinder als auch für uns ist das momentan einfach das Beste. Es tut gut weit weg von daheim zu sein, mal ganz woanders und nur für uns. Es tut gut den ganzen Tag draußen zu sein. Und es tut gut einfach nichts zu müssen.

Viel Dankbarkeit kommt dabei auf. Im Sinne der Friday Fives hier also die 5 Dinge der Woche, für die ich dankbar bin:

  1. Den Haustausch. Wieder einmal hat es sich absolut ausgezahlt auf diese Art zu urlauben. Das Haus ist genau richtig für uns, es ist recht minimalistisch eingerichtet und gibt genug Raum für uns alle. Es hat vorn eine kleine Terrasse, auf der wir öfter grillen und hinten einen kleinen Garten. Quasi gegenüber ist ein großer Spielplatz und der Wald ist 5min von hier entfernt. Ich bin so dankbar für eine Waschmaschine, für eine voll ausgestattete Küche, für einfach alles da.
  2. Apropos Wald. Für den bin ich endlos dankbar. Der ist groß, der ist an jeder Ecke anders und wundervoll, der ist ruhig und entschleunigend. Er hat tausende Geschenke für mich und ich könnte nicht dankbarer sein für diesen Ort.
  3. Die Ostsee. Mir war nicht bewusst welche innere Sehnsucht nach ihr in mir schlummert. Aber als wir gestern zum Strand kamen war es, als wäre ich gestern erst hier gewesen. Ich fühlte mich daheim, dabei war ich seit Jahren nicht mehr an der Ostsee. Wie ein Kind begann ich nach Hühnergöttern zu suchen und fand unzählige. Ich baute eine Kleckerburg und war ganz verzaubert.
  4. Lachen. Mit den Kindern Blödsinn reden. Kichern und Lachen. Endlich sind sie bereit für die sinnlosen Witze meiner Kindheit, die mir mein Bruder immer erzählt hat und über die ich schon bauchwehartig gelacht habe.
  5. Schnitzereien. Im Schnitzen kann ich ja versinken. Also bearbeite ich immer wieder all meine Waldschätze und freue mich über das, was entsteht und diese wertvollen Geschenke.

Nun schlafen die Kinder und wir genießen noch ein Glas Wein. Und Morgen? Ist morgen.

Flattr this!

12 von 12 – simple & slow

Ein Sommerferienzwölfer. Mitten in der zweiten Ferienwoche. Zwei Tage vor Abreise in den Urlaub. Und entsprechend im Ferienmodus angekommen schliefen hier alle lange und aus. Als Miniklein und ich uns aus dem Bett kugelten, war der Liepste schon auf dem Weg ins Büro. 

Erstmal Kaffee und Frühstück für Miniklein.

Kreisel sind spannende Spielzeuge, an denen sich beobachten lässt, ob ein Kind zum Links- oder Rechtshänder tendiert. Hier ist links immer wieder eindeutig bevorzugt… Wird weiter beobachtet.

 

Dann liebe ich eine Runde auf dem Balkon, alle Pflanzen besuchen und begutachten und neue Blüten begrüßen. Natürlich nicht ohne meine Kaffeetasse auch nur eine Minute aus der Hand zu geben. Auch wenn sie sehr klein ist – die wird hier morgens immer wieder aufgefüllt.

Und während die Großen erwacht waren und frühstückten, kämpfte ich mit Mailchimp und dem Newslettertool. Denn gestern bemerkte ich bei einer neuen Eintragung, dass die Antwortemail völlig veraltet ist, war aber nicht in der Lage diese zu finden und zu überarbeiten. Und am Blog fand ich lange nicht heraus, wie ich eigentlich einst das Newslettertool eingebaut hatte. Nunja, einige viele Schimpfwörter und verlorene Nerven später hatte ich alles irgendwie am Laufen. Glaube ich zumindest nun. Hoffe ich. Und muss nun alle Kontakte in eine neue Liste transferieren. Was für Späße. Aber ich schreibe den Newsletter gern und bekomme immer wieder schöne Reaktionen darauf.

Nach Monaten voller „Nein, ich mag meine Haare länger haben.“ wollte Herr Klein plötzlich doch unbedingt Haare geschnitten haben.

Nunja, als Familienfriseurin hab ich mittlerweile einige Tricks raus, wie da doch eine passable Frisur entstehen kann. Und so lange die Kinder das machen lassen von mir…

Und irgendwie war es plötzlich Mittag. Zum Glück gabs heut einen kleinen Mittagstisch im Haus und ich musste mit den Kindern nur einfallen und köstlich speisen. Endlich mal was anderes als Nudeln oder Kartoffeln. Bei drei Kindern hört man ja auch auf kreativ zu sein mit dem Essen, weil es irgendwem ja doch nie schmeckt.

Nach dem Essen eine Einkaufsrunde und ein Es für alle. Irgendwie habe ich es geschafft die letzten 3 Tage kein Eis zu kaufen und sie haben es überlebt. Aber heute war dann die Sonne wieder da, da gab es einfach kein passendes Gegenargument.

Nachmittags gabs dann bisschen Herumgesitze auf dem Spielplatz hinterm Haus…

Und dann endlich die hieß ersehnte Wassermelone. Die können ja die Kinder inhalieren. Und ich habe den blöden Fehler gemacht und die Melone klein geschnitten, ohne das mit dem 2-Jährigen abzusprechen. Eltern wissen, wovon ich rede. Oder wundern sich, wie mir das beim dritten Kind noch immer passieren kann….

Zur allgemeinen Erheiterung und Erhaltung der Vorfreude auf den Urlaub mal die Wetterlage gecheckt. Das lässt sich doch wunderbar aushalten, denke ich. Und einen schönen Kinofilm habe ich mir auch schon ausgesucht, den ich mir im dortigen Kino meiner Wahl ansehen werde. Hachja das wird fein.

Und nun hab ich noch eine kleine Wiedergutmachung vor eine Nachbarstüre gestellt. Zur Zeit bin ich wirklich unbrauchbar für gewisse Dinge…

 

Nunja, kein aufregender Ferientag. Simple und slow, das ist ja auch nicht das Schlechteste. Immerhin steht der Urlaub noch vor uns, das wird mal aufregend genug.

Mehr 12von12 gibts drüben bei Draußen nur Kännchen.

 

 

 

 

 

 

Flattr this!

Latest from Instagram

Copyright © 2018 · Theme by 17th Avenue