Buchvorstellung: Stories for Boys who dare to be different – Vom Mut anders zu sein

Ich mache ja selten Werbung hier weil es mir mehr um Inhalte geht als darum, mit Euch Geld zu verdienen. Aber wenn ich von etwas überzeugt bin und wenn es obendrein noch ein Buch ist, dann halte ich das so kurz vor Weihnachten für durchaus angebracht. 

Ich habe vom Loewe Verlag Stories for Boys Who Dare to be Different – Vom Mut, anders zu sein* bekommen. Vielleicht kennt Ihr ja schon Good Night Stories for Rebel Girls: 100 außergewöhnliche Frauen*. Das ist ein Buch über besondere Frauen und Frau Klein hatte es zum Geburtstag bekommen. Nun gibt es dafür die Version für Buben. Und Herr Klein hat es sich gleich geschnappt.

Die Bücher sind ja beide sehr ansprechend gestaltet. Pro Seite wird eine Person vorgestellt mit einem illustrierten Portrait und etwas Text. Der ist nicht zu lang und erzählt doch, was sie besonderes geleistet hat oder durch welche besonderen Umstände sie etwas erreicht hat.

Herr Klein war natürlich gleich angetan von Lionel Messie, weil Fußball einfach grad seine Leidenschaft ist. Ich wusste ja gar nicht, dass der so sehr klein ist. Dennoch ist er heute einer der größten Fußballspieler. Aber auch ganz große Persönlichkeiten wie Mahatma Ghandie oder Konfuzius sind drin.

Dann wieder aktuelle Persönlichkeiten wie Daniel Radcliffe, was Herrn Klein begeistert hat, weil wir gerade die ersten beiden Harry Potter Bande gelesen haben.

Ich mag diese Bücher, weil sie auf sehr einfache aber ansprechende Art den Kindern Persönlichkeiten näher bringen, die für unsere Gesellschaft besonders sind. Das halte ich vor auch aus politischer Sicht für sehr wichtig. Im Buch für Mädchen ist zum Beispiel Sophie Scholl, in dem für Jungen ihr Bruder Hans Scholl vorgestellt. Die Palette ist also wirklich sehr weitreichend. Und die Kinder können selbst durchblättern und immer wieder lesen, wer oder was sie selbst interessiert.

Herr Klein ist auch derzeit noch im Leseumbruch. Bisher hat er wenig selbst gelesen, allmählich wird das mehr. Vor allem auch, weil er abends jetzt länger auf ist und dann noch auf dem Sofa liegt und liest, während wir schon unseren Dingen nachgehen. Da sind Bücher mit kurzen Geschichten oder Absätzen genau das Richtige.

Also falls Ihr noch ein Buch für Weihnachten sucht, das kann ich wirklich empfehlen. Ab Volksschulalter ist das sicher spannend bis weit in die Pubertät hinein. Und auch ich blättere immer wieder darin herum und lese interessiert über den einen oder anderen mutigen Mann.

Und ich denke, es regt die Kinder nicht unbedingt ausschließlich dazu an mutig zu sein. Aber zumindest sie selbst zu sein und ihren Weg zu gehen. Das ist eine wichtige Message, die ich meinen Kindern mitgeben will. Und naja, letztendlich gehört da immer eine gehörige Portion Mut dazu.

 

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Adventkalender – Pragmatismus darf sein

*Achtung unbezahlte Werbung weil Produktnennung

Der erste Dezember naht und das Internet ist voller Adventkalender. Und ich spüre schon wieder diesen Stress in mir aufsteigen: Leg Dich ins Zeug Nadine, Du bist so kreativ, da gibts so viele Ideen! Aber ich habe wenig Zeit, der Alltag ist eh schon so voll. 0815 soll er nicht sein, so ein Adventkalender. Besonders. Zauberhaft. Großartig! Und dann ist der 26.November. 

Und ich merke: Das geht sich alles nicht mehr aus. Da kommt Ärger. Der gleiche wie im letzten Jahr. Alter Bekannter. Schimpft auf mich ein: Du wolltest extra schon im September anfangen. Überlegen. Basteln. Gestalten. Jetzt hast Du es wieder nicht geschafft. Ich mache die Tür zu. Den brauch ich jetzt nicht auch noch. Halt die Klappe, bleib draußen. Ich schupf hier den Alltag und ich mach das ziemlich gut. Meinen Kindern geht’s auch prima. Also hau ab.

Es ist also der 26.November und ich stehe im Lego Store. Herr Klein hat angekündigt, sich den Star Wars Adventkalender zu kaufen. Von seinem Taschengeld. Da schrillen meine Alarmglocken. Nein, das tut man nicht. Als Kind kauft man sich seinen Adventkalender nicht selbst. Das ist ja traurig. Traurig genug, dass ich keinen habe. (Wieso eigentlich nicht?????) Aber mir selbst einen kaufen? Nein, das fände ich auch komisch.

Und dann sehe ich den Preis: €25. Nicht schlecht. Andererseits… Die letzten Jahre habe ich auf verschiedene Arten und Weisen den Adventkalender der Kinder selbst bestückt. Wozu hat das geführt? Es war sauteuer. Und es lag ein Haufen Zeug herum, was nicht immer lange interessant war. Und schon wieder lese ich im Internet die vielen Tips für die Befüllungen der 24 Türchen. Da wird mir schwindelig. Playmobilfiguren, die ja €4 kosten, Radiergummis (wieviel braucht ein Kind??), Pixibücher (als hätten wir nicht genug davon), Stifte (wo sie eh nur mit Buntstiften malen und davon 1000 haben)…. Nein. Das will ich nicht mehr. Das ist Ansammlung von Zeug. Das kostet viel mehr als ein Star Wars Adventkalender. Und ehrlich: Er liebt Star Wars. Er spielt damit. Das Zeug fügt sich in sein Lego ein. Das ist ja quasi sinnvoll. Und obendrein: Er wird sich freuen. Und wie!

Und die Kleinen? Die bekommen einen einfachen. Mit Schokolade. Weil die Süßigkeiten lieben. Jaja, da klopft sofort die Gesundsheitspolizei an die Tür. Ich mach nicht auf. Die brauch ich jetzt nicht auch noch. Und überhaupt – ein Stück Schokolade am Morgen hat noch kein Kind je umgebracht hat. Wenn es im Sommer fast täglich ein Eis geben kann, wo ist dann das Problem mit einem Stück Schoko? Lieber achte ich drauf, dass sie nicht den ganzen Advent hindurch nichts als Süßes futtern. Das ist doch überschaubar. Und ehrlich: ich bin so froh um diesen unkreativen Pragmatismus, der sich hier heuer eingeschlichen hat. Der den Ärger vertrieben und mich besucht hat. Es ist wunderbar, wenn man Zeit und Ruhe hat für kreative Ausführungen. Ich habe sie nicht. Im Moment ist das einfach unmöglich. Und das zu akzeptieren tut mir gerade sehr gut. Und wenn ich in diesem Jahr eins gelernt habe, dann das: Ich muss auf meine Ressourcen achten. Muss gut auf mich schauen. Und das tue ich.

Dafür freue ich mich, dass Herr Klein alt genug ist, dass wir endlich Das Weihnachtsgeheimnis (Reihe Hanser) * von Jostein Gaarder lesen können im Advent. Das ist so wunderbar und schön. Und wer jetzt sagt: Das wäre doch ein wundervoller Adventkalender und genug. Dem sage ich: „Ja. Da hast Du recht. Aber ich habe als Kind auch meinen Adventkalender geliebt. Das Öffnen des Türchens, die Aufregung jeden Morgen. Das war Teil des Zaubers. Und ich finde das okay. Das darf sein.“

Und jetzt freue ich mich auf den ersten Dezember, den ersten Advent. Der Stern am Fenster hängt und die Weihnachtslieder dudeln täglich. Ein Funke von Besinnlichkeit fliegt durch den Raum. Und dazwischen: der ganz normale Wahnsinn.

Wie ist’s bei Euch? Welche Adventkalenderkreationen habt Ihr für Eure Kinder heuer im Haus?

 

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Unsere Kinder sehen

In den letzten Wochen hat uns Frau Klein mal wieder sehr beschäftigt in ihrem Sein. Sie schien etwas aus ihrer Mitte geraten, suchte (mal wieder) ihren Platz hier in diesem oft wahnsinnigen Alltag zu fünft. Sie schwebte verloren herum oder schoss überdreht durch die Gegend. Während sie den kleinen Bruder durch ihre Vorstellungen von Spiel kommandierte, konnte sie mit dem großen Bruder keine fünf Minuten im selben Raum sein ohne zu streiten. Und mir fehlte zu oft die Geduld.

Da war viel Chaos, weil sie nicht ins Spiel fand, stattdessen Dinge herauszog und wahllos verteilte. Da war Frust über ihren Daumen, den sie Anfang September selbst aufgeben wollte und nun wieder unentwegt brauchte. Da war viel Unverständnis über ihre scheinbar plötzlichen Emotionsentladungen. War sie nicht auf dem Weg 6 zu werden. Sollte das nicht alles einfacher werden jetzt? Und mit dem willensstarken Miniklein im Haus, fehlte mir einfach oft die Geduld für ihr Sein.

Also versuchte ich, ihr etwas mehr von dem zu geben, was sie scheinbar suchte. Aufmerksamkeit für sich. Doch da blockte sie ab. Wie so oft. Vorlesen? Nein danke. Sie „liest“ ihre Bücher lieber selbst. Auf ihre Art. Dabei erfindet sie Geschichten, die ungefähr mit denen im Buch, aber auch mit ihrer realen Welt verstrickt sind. Ich wollte mit ihr gemeinsam ihre Steinebox für den Kindergarten gestalten. Die hat sie bis heute nicht, das interessiert sie nicht. Auch nicht, dass alle Kinder eine haben, nur sie nicht. Ich hab so oft es ging versucht mit ihr in Ruhe zu sein und zu kuscheln. Da stand sie auf und vertiefte sich ins Spiel mit ihrem kleinen Bruder, kuschelte mit ihm. Weil das alles nicht das war, was sie suchte, was sie wirklich brauchte.

Was ich bei all dem vergaß und übersah, war sie so zu sehen, wie sie eigentlich war. Wer sie eigentlich war. Denn genau das, versucht sie mit ihren zarten 5 Jahren selbst herauszufinden. Sie sucht nicht nur ihren Platz hier, sie sucht auch sich selbst. Sie spielt gern mit anderen und zieht sich dann zurück. Sie braucht laut und dann wieder ganz leise. Sie hat Phantasie und eine kunterbunte Welt, in die sie flüchtet, wenn ihr diese hier nicht gefällt. Sie ist sensibel und zart, gleichzeitig frech, wild und wunderbar. Und sie braucht im Moment keine extra Aufmerksamkeit, keine besondere Zuwendung, nicht noch mehr Zeit, die ich nicht habe. Sie braucht eine Rückmeldung für ihr Sein, die ihr dabei half sich selbst zu verstehen. Einfache Sätze wie „Du kümmerst Dich sehr liebevoll um Deinen kleinen Bruder.“ oder ein „Du bist traurig, weil Dein großer Bruder kaum noch mit Dir spielt, hm?“ Es braucht kein „Oh ein tolles Bild!“ – es reicht ein „Du malst wirklich gern. Deine Bilder erzählen ganze Geschichten.“

Wir tendieren dazu uns in der negativen Spirale zu verlieren. Wir sehen das, was anstrengend ist und schwierig, wir erwarten das, es wird bestätigt und wir werden noch frustrierter. Und unsere Kinder wissen gar nicht so genau, was los ist. Denn sie lernen ja selbst erst noch. Über sich und über unser Wir hier. Wir sehen dann nicht mehr, was unsere Kinder ausmacht, was sie besonders gut können, welche Eigenschaften sie so einzigartig machen in ihrem Wesen. Eben nicht die, die uns in den Wahnsinn treiben, sondern die anderen. Die, die uns erstaunen lassen. Und wenn wir das nicht sehen, können wir ihnen das auch nicht vermitteln. Dabei steckt hier ganz viel Beziehung drin. Hier können wir immer wieder zeigen: Ich sehe Dich in Deinem Ganzen Wesen. Ich nehme Dich wahr, auch wenn ich nicht immer voll und ganz aufmerksam bin. Ich schätze Deine Fähigkeiten und ich habe tiefstes Vertrauen, dass in Dir ein wundervoller Mensch steckt mit endlos Entfaltungspotenzial. Das müssen wir unseren Kindern eben nicht immer dann sagen, wenn sie ein tolles Bild malen oder gute Noten aus der Schule mitbringen. Das können wir ihnen zeigen im Miteinander. Dafür braucht es nur immer wieder wachsame Augen, die vom holprigen Pfad durch den Wald aufblicken und über das Tal schauen hinweg schauen. Nach da hinten, wo die Sonne bereits durchschimmert.

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