Seifenblasig

IMG_6279Mein Leben dreht sich momentan sehr viel um Seifenblasen. Aus Gründen. Dabei ist mir eines aufgefallen: Das Leben mit Kindern ist ein Pustefix.

 

 

 

 

 

 

Jeder Moment ist einzigartig. Kann augenblicklich zerplatzen.

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Manchmal pusten wir mit voller Kraft doch nichts passiert. Nur seifiges Wasser spritzt uns in die Augen.

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Hoffnungsvoll schauen wir zu oft den größten Seifenblasen nach, möchten sie einfangen, festhalten. Plopp. Kleine tanzen um uns herum, doch wir sehen sie nicht. Traurig sinken sie zu Boden. plopp plopp plopp

Sie hinterlassen kleine Fettspuren, da, wo sie zerplatzen.

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Es gibt unzählige Rezepte für die Größten, die Besten, die ewig Dauernden. Was am besten funktioniert, finden wir nur durch Probieren, durch Üben heraus. Ein ganz neues Rezept entsteht. Unser ganz Eigenes.

Es braucht eine gewisse Sanftheit.

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Ihnen hinterher zu jagen kann anstrengend sein. Sie zu beobachten, in ihrem Tanz, auf ihrer Reise, beruhigend. Meditativ.

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Jede einzelne ist wunderschön. Ob groß oder klein. Ob zart, schimmernd, blass oder knallbunt. Jede zählt. Nur jetzt.

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Momentaufnahme

Eine Frau steht am Spielplatz und schaukelt ihr Kind an. Das Quietschen der Schaukel durchdringt rhythmisch die Geräusche der anderen Kinder. Der Blick der Frau driftet ab. Sie sieht ein Kind, das einem roten Ball hinterherläuft. Noch etwas breitbeinig. Von der Windel gezeichnet. Das Kind stolpert und fällt. Es wartet kurz, beginnt dann leicht zu weinen. Es schaut sich suchend um, findet die Mutter und weint noch ein wenig mehr. Die Mutter schaut nicht. Das Kind weint noch einmal etwas auf. Keine Reaktion der Mutter. Das Kind steht auf, jammert noch etwas und geht dann zur Rutsche. Es klettert die Sprossen hinauf und ruft „Mama! Mama!“ Die Mutter schaut, lächelt müde und tippt weiter auf ihr Smartphone. Das Kind rutscht und ruft immer wieder „Mama! Mama schau!“ Manchmal schaut die Mama. Manchmal nicht.
Die Frau, die das beobachtet, ist betroffen. Immer wieder schaut sie zu derr Mutter und denkt: „Warum reagiert sie nicht? Warum kümmert sie sich nicht?“ Es dauert eine Weile, bis sie hört, dass ihre Tochter sie ruft. „Mama, ich will raus.“ Sie hebt ihr Kind aus der Schaukel und gibt ihr einen Kuss.

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Eine etwas ältere Frau schiebt einen Kinderwagen durch das bunte Laub. Das Kind darin, ein Baby, schläft. Die Arme steif in einem dicken Fleeceoverall verpackt, nach oben gestreckt. Der Kinderwagen blinkt nagelneu im kalten Grau des Herbstes. Die Frau sieht ein Kind, was auf den Knien hockt und weint. Sie hat es fallen sehen und weiß, dass es nicht schlimm war. „Steh wieder auf. Is doch nichts passiert“, denkt sie. Als das Kind noch etwas jammernd aufsteht und zur Rutsche geht, verschwindet die Frau mit dem Kinderwagen hinter dem hohen Busch. Sie geht bis hinter zum Sandkasten spazieren, dreht ihre Runde und landet wieder vorn bei der Rutsche und den Schaukeln. Das Kind, das vorhin gestürzt ist, steht schreiend oben auf der Rutsche. Es hat eine Schaufel in der Hand und wirft sie die Rutsche hinunter. Dann rutscht sie hinterher. „Mama, schau!“ ruft sie immer wieder. Läuft dann kreischend über den Platz. Ein anderes Kind macht sich zielstrebig auf den Ball zu schnappen. „Nein! Nein! Meiner! Meiner!“ ruft das kreischende Kind. Noch lauter kreischend. „Herrje“, denkt sich die Frau. „Kann die Mutter nicht mal was sagen? Das Kind gibt ja keine 5 Minuten Ruhe.“ Sie schiebt ihren Kinderwagen wieder um die Ecke und verschwindet hinter Blättern.

Auf der Bank sitzt eine Frau und schaut in ihr Smartphone. Sie ist müde und hält ihre Augen starr auf das leuchtende Display gerichtet, um der Müdigkeit zu entkommen. Sie will dringend ihre emails sortieren. Eine Einkaufsliste schreiben. Ihre To-Do Liste überarbeiten. Sie muss noch zur Post und Lebensmittel einkaufen, wenn sie sich und ihrem Kind nicht weiter Tiefkühlpizza servieren will. Sie hat nur wenig geschlafen letzte Nacht, sie kämpft mit der Übelkeit der ersten Schwangerschaftswochen. Ihr Mann ist für eine Woche auf Dienstreise. Und von irgendwo weit her hört sie ihre Tochter rufen: „Mama! Mama!“ Sie schaut auf und sieht sie auf der Rutsche stehen. Sie lächelt müde. Es tut ihr leid, sie weiß, dass sie das noch nicht lange kann und es eine große Errungenschaft ist. Aber sie ist zu müde, zu schlapp, um sich wirklich zu freuen. Ihr Handy vibriert und sie liest eine email von ihrem Mann. Sie inhaliert jedes Wort und vermisst die Unterstützung und Kraft, die sie nicht aufbringt. Nicht jetzt. Immer wieder hört sie ihre Tochter rufen. Dann laut kreischen. Sie schaut auf und weiß: Sie macht auf sich aufmerksam. Sie spürt, dass ich nicht wirklich da bin. Aber sie braucht diese Pause hier auf der Bank im kühlen Herbstlicht.  Um Energie zu tanken und Post und Einkauf erledigen zu können. Und um dann daheim wieder da zu sein. Wieder hört sie ihre Tochter: „Mama!“ und sie weiß, dass sie diese wieder sein wird. Nicht jetzt, nicht gleich. Aber heute Abend, wenn sie sich beide ins große Ehebett kuscheln und Lieder singen, wenn sie Geschichten erzählt und beide kichern. Wenn sie unter einer Decke einschlafen. Wo sie niemand sieht. Mutter und Tochter.

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20 Fakten – That’s me!

Wenn man sich eine Familienberaterin oder -begleiterin sucht, will man vermutlich einiges über sie wissen. Wer ist sie? Hat sie selbst Kinder? Warum glaubt sie mir helfen zu können?
All das findet Ihr im About.
Hier gibt es nun 20 zusätzliche Fakten. Ganz persönliche. Die mit all dem nichts zu tun haben. Und vielleicht gerade deshalb interessieren.

1) Ich liebe Regen.

2) Sommerhitze macht mich ab ca 30 Grad aggressiv. Ab 35 Grad depressiv.

3) Ich hatte als Studentin 3 Piercings (Bauch, Zunge und Ring in Unterlippe). Tattoos kann ich nichts abgewinnen.

4) Ich liebe Whisky. Vorzugsweise schottischen von der Insel Islay (Bowmore, Laphroaig, Lagavullin).

5) Ich bin hochsensibel und sehe das hauptsächlich als eine große Bereicherung.

6) Als ich 13 war hatte ich eine Langfingerphase und klaute alles mögliche. Bis ich erwischt wurde – weil ich eine Chesney Hawkes Kassette klauen wollte. Retter in der Not war mein Bruder, der daheim war, als mich die Polizei ablieferte. Er war zu dem Zeitpunkt 18 und galt erziehungsberechtigt. Es war unser Geheimnis, er hat mich nie verraten.

7) Ich komme grundsätzlich mit Männern leichter ins Gespräch als mit Frauen. Zumindest am Anfang.

8) Ich bin SmallTalk untauglich.

9) Ich habe 9 Jahre Russischunterricht ertragen, kann jedoch keine Unterhaltung führen.

10) Vor Begrüßungen und Verabschiedungen mit Bekannten, Freunden, Verwandten bin ich extrem unentspannt ob der vielen Möglichkeiten wie Umarmung, Bussi, zwei Bussis, handshake etc. denn eigentlich mag ich nichts davon wirklich.

11) Mein Geburtsname ist Fleisch. Ich bin Vegetarierin mit Hang zum Veganismus.

12) Ich habe den orangenen Gürtel in Karate. Habe aber seit dem Erreichen dieser Farbe (ich war 14) kein Karate mehr gemacht.

13) Ich bin grundsätzlich überpünktlich. Zum ersten Date mit dem Liepsten wollte ich unbedingt zu spät sein, ließ mir unendlich Zeit und drehte in der WG Küche meine Runden. Ich war 18:40 Uhr statt 18:30 Uhr in der Bar. Ausgemacht hatten wir nur leider 19:30Uhr, wie ich dann feststellen musste.

14) Die erste Geschichte, die von mir veröffentlich wurde (ich war 14 oder 15), schrieb ich am Abend vor Abgabetermin unter der Bettdecke. Sie handelt von Vergewaltigung.

15) Im Alter sehe ich mich als grauhaarige Autorin, die in langen Winternächten irgendwo in Island oder Schottland in einer Cottage sitzt und schreibt / Whisky trinkt / liest / mit dem Liepsten kuschelt.

16) Ich habe scheinbar einen guten Draht zu Chefs. Einer brachte mich für meine Übersiedlung von Deutschland nach Großbritannien persönlich mit seinem Auto mit der Fähre bis nach Brighton. Einer drückte mir heimlich 50Pfund in die Hand für meinen anstehenden Urlaub. Einer erzählte mir während meiner ersten Schwangerschaft stundenlang von Emmi Pikler und seinen 4 Kindern.

17) Kaffee trinke ich am liebsten schwarz.

18) Ich bin extrem lärmempfindlich und fege und wische lieber, statt zu saugen. Wenn der Liepste einen Apfel, eine Karotte, Erdnüsse oder Knuspermüsli isst, muss ich den Raum verlassen, weil ich dabei so wahnsinnig werde.

19) Ich liebe Ironie und Sarkasmus. Mir wurde einmal gesagt, dass man bei mir nie wüsste, ob ich etwas ernst meine, wenn ich es sage. In der Tat bin ich häufig schon angeeckt mit vermeintlich lustigen Bemerkungen.

20) 2004 zog ich allein für einen Sommerjob auf die schottische Insel Mull in einen Ort, den ich bis einige Tage nach meiner Ankunft nicht aussprechen konnte (Craignure). Nach dem Telefonat mit der Chefin hatte ich mir lediglich CRA buchstabiert und musste dann im Atlas (!!!) nachsehen, welcher Ort gemeint sein könnte. Bis zur Abfahrt der Fähre überlegte ich mir immer wieder, doch zurück nach Brighton zu kehren. Der Sommer hat mein Leben verändert.

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