Barfuß

Danke 2019 :: von Geschenken

Es ist an der Zeit abzuschließen und sich in die Stille zu begeben, die das bevorstehende Fest eigentlich einläuten sollte. Tatsächlich kommt bei mir oft am 23.Dezember irgendwann der Punkt, an dem ich sozusagen resigniere und sage: “Es ist jetzt, wie es ist. Was ich organisiert habe, ist da. Was jetzt noch fehlt oder was ich vergessen habe, wird uns nicht umbringen.” Und dann lege ich alles beiseite und lasse mich ein auf den Familienwahnsinn. So richtig zur Ruhe komme ich aber dann erst am 26.Dezember, und am 27. kann von mir aus der Baum schon wieder vom Balkon fliegen. Da kommt der Wunsch nach Stille und Ordnung, Aufgeräumtheit und Leere. Deshalb mag ich die Rauhnächte so.

Und ich bin froh, dass 2019 sich dem Ende neigt. Es war mehr als holprig, dieses Jahr. Eine Zickzackachterbahn. Da war großes Glück und tiefer Schmerz und beide sehr eng und nah miteinander verstrickt. Das hatte viele Gründe. Grundsätzlich hat mir 2019 aber eines gesagt: Es ist genug!

Vor zehn Jahren bin ich zum ersten Mal schwanger geworden. Von diesem Moment an war mein Leben fremdbestimmt, war ich nicht mehr nur für mich, sondern für eine Familie verantwortlich. Und diese Verantwortung habe ich sehr intensiv angenommen. Es folgten zwei weitere Schwangerschaften , dazwischen Stillzeiten und Kleinkinderjahre. Ich habe mich voll und ganz in das Abenteuer geworfen und mich selbst hinten angestellt. Dabei habe ich nicht nur körperliche Ressourcen eingebüsst, sondern auch psychische. Ich möchte nicht sagen, dass ich das bereue. Ich habe meinen Kindern damit ein Geschenk gemacht. Wenn ich sie anschaue, dann weiß ich: Sie sind wundervoll und stehen auf einer stabilen Basis in ihrem Leben, die ich ihnen geschenkt habe. Durch mein Dasein, mein Zuhören und Trösten, mein Verstehen und mein Sorgen und Kümmern. Aber ich habe dabei nie an mich gedacht, habe meine Bedürfnisse hinten angestellt und das einfach zu lange. 2019 hat dann gesagt: Stop! So geht es nicht weiter. Jetzt muss ich mühsam lernen für mich selbst einzustehen und herausfinden, was ich brauche. Das ist wohl ein Geschenk an mich selbst.

Danke, 2019! Danke für die Erinnerung! Danke für’s Aufrütteln! Danke für all die zauberhaften und wunderschönen Momente in diesem Jahr. Danke für die großen Gefühle und das pure Leben. Danke aber auch für die dunklen Momente, in denen ich verzweifelt bin. Irgendwo gibt es immer einen kleinen Riss, durch den das Licht versucht einzudringen, dass uns auf den Weg bringt. Ich habe es sehen dürfen und folge ihm nun. Ich bin gespannt auf meinen Weg.

Danke für all die vielen Kommentare, die ich hier und auf den sozialen Kanälen erhalte, auch für die Emails, die in meinem Postfach landen. Danke fürs Mitlesen und vor allem danke, dass Ihr Euch von mir inspirieren lasst. Ich sehe es als meine Lebensaufgabe genau das zu tun. Zu inspirieren und zu erzählen – vom puren Leben und von den vielen Wegen, die wir gehen können. So werde ich damit nicht aufhören und nie müde, das zu tun.

Euch allen wünsche ich eine gemütliche Zeit und viele Momente der Stille. Zeit innezuhalten und einzutauchen in den Moment. Zeit zurückzublicken und dankbar zu sein. Zeit, um Zuversicht zu tanken und vorauszuschauen.

Danke, 2019! Eure Nadine

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Dankbarkeit leben und spüren

Es ist mittlerweile wohl durchaus bekannt welch bereichernde und beglückende Wirkung eine regelmässige Dankbarkeitspraxis hat. Wer sich da nicht sicher ist, kann sich gleich mal hinsetzen und sich überlegen, wofür er so richtig dankbar ist. Im Leben. Im Moment. Sehr schnell tauchen da nämlich nach materiellen Dingen auch ganz eigene, innere Fähigkeiten, Qualitäten, Besonderheiten auf. Oder Ereignisse, Erlebnisse, besondere Momente.

Was diese Dankbarkeit erst so richtig wirksam macht ist das Gefühl, das dabei entsteht. Ein Glücksgefühl vielleicht, eine Wärme, ein Wohligsein. Denn natürlich kann ich aufzählen dass ich dankbar bin für meine Gesundheit, mein Haus, den vollen Kühlschrank, die Kinder oder den Luxus eines Urlaubs. Aber wenn ich mir nun noch die kleine Mühe mache, da genau hinzuspüren, werde ich merken, dass das noch eine ganz andere, besondere Qualität hat, die eben diese Dankbarkeitspraxis so wertvoll macht.

Dankbarkeit ist das Gedächtnis des Herzens. – Hans Christian Andersen

Viele Eltern bitten ihre Kinder, dass sie sich bei anderen bedanken. Für ein Geschenk, eine Süßigkeit oder weil jemand den heruntergefallenen Teddy wieder aufgehoben hat. Die Absicht dahinter ist klar und verständlich. Wir wollen unsere Kinder zu Dankbarkeit, vielmehr zu einer gewissen Höflichkeit erziehen. Es gehört sich so, dass man sich bedankt. Menschen erwarten das. Und wie stehen wir da, wenn unsere Kinder sich nicht bedanken? Und wie sollen sie es anders lernen?

Frau Kleins erstes Wort war Danke. Und auch Miniklein hatte das sehr früh in seinem Wortschatz. Er bedankt sich wenn man ihm bei etwas hilft, wenn wir “Gesundheit” sagen wenn er niest, wenn wir ihm etwas geben. Wohlerzogen? Vielleicht. Dabei habe ich noch nie zu ihm gesagt: “Sag bitte danke!”

Ich glaube, dass Kinder das einfach von uns übernehmen. Wenn wir uns eben auch bei ihnen bedanken. Und wenn sie sehen, wie wir mit anderen Erwachsenen interagieren. Darüber hinaus glaube ich, dass sie eine natürliche Dankbarkeit in sich tragen, ein Geben und Nehmen, das nicht voneinander abhängt. Sie basteln sich gegenseitig Geschenke ohne dafür etwas zu verlangen. Sie haben Freude daran und Freude an unserer Freude oder an der Freude der Beschenkten. Und wenn sie etwas geschenkt bekommen, ist da große Freude auf ihrer Seite, ohne dass sie das Gefühl haben, etwas dafür geben zu müssen. Solange sie das nicht auferlegt bekommen von uns Erwachsenen.

Und das ist ja oft auch das “Problem” mit unserer Dankbarkeit. Wir haben oft das Gefühl, etwas geben zu müssen, wenn wir etwas nehmen. Selbst eigene Fähigkeiten nehmen wir oft nicht einfach so dankbar an. Da folgt im Kopf schnell “Ja aber da habe ich ja auch lange für geübt oder gelernt.” Einfach annehmen. Dankbar sein. Genießen. Das fällt uns oft schwer. Dabei ist es so einfach. So wertvoll.

Unsere Kinder tragen das ganz natürlich in sich. Hören wir auf, sie zur Dankbarkeit zu erziehen. Vertrauen wir darauf, dass sie das von uns übernehmen. Und lassen wir ihnen das große Geschenk der Freude und des Glücksgefühls, wenn sich Dankbarkeit einstellt. Und kultivieren wir selbst eine eigene Dankbarkeitspraxis.

Wofür bist Du heute dankbar?

Dankbarkeit verändert das, was wir haben, in GENUG.

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Ferien Friday Fives

Die erste Ferienwoche ist geschafft. Ich denke das ist ein guter Anlass die Friday Fives mal wieder aus dem Keller zu holen. Die Woche war alles. Anstrengend, chaotisch, heiß, grau und träge, lustig und bunt. Wir mussten uns erst einmal einfinden hier alle zu Hause, die Schlafenszeiten sind natürlich verschoben und somit die Freizeit am Abend für mich verkürzt. Vom 12h Tag hier keine Rede, eher ein 16h Tag. Der Liepste musste einen Tag nach Deutschland und ich habe Kraft gesucht. Dennoch gab es auch schöne Momente.

Ausschlafen. Die Kinder schlafen alle länger, keiner muss um 8 irgendwo sein, es ist ruhiger morgens und wir sind lange im Pyjama unterwegs. Das genieße ich sehr.

Zufriedene Spielzeit. Auch wenn Herrn Klein unfassbar fad ist hier weil ausgerechnet in der ersten Ferienwoche alle seine Freunde im Urlaub sind, so gibt es immer wieder Momente, in denen alle irgendwie zufrieden spielen.

Nachbarsfreunde. Sich spontan mit den Kindern zusammenschmeißen, gemeinsam durch die Hitze waten, gemeinsam kochen, das war diese Woche sehr schön.

Kreativsein. Endlich habe ich mich mal den Wortfunken von Jademond gewidmet und etwas zum Thema Stille gestaltet. Und auf meine Monatsaufgabe im Grafikkurs habe ich eine tolle Einschätzung bekommen. Da habe ich gleich Lust mehr zu gestalten.

Viel Kuscheln. Ich habe das Gefühl dass wir alle etwas genießen, dass wir uns rund um die Uhr sehen und haben. Ich genieße es, die Kinder mehr zu erleben, auch wenn ich manchmal zu viel Lärm und Streit erlebe. Und die Kinder kommen oft zu mir und wollen kuscheln, das ist sehr plüschig und fein.

Nun genieße ich die abgekühlte Luft da draußen, die meinen Kopf wieder etwas klarer macht und freue mich auf das Wochenende.
Seid Ihr schon in den Ferien angekommen, oder müsst Ihr noch in der Schule ausharren? 

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