Bälle

Oh ja, ich wachse !

Die kindliche Entwicklung verläuft nicht gleichmässig, sondern in Schüben. Und diese Schübe haben es in sich. Zumindest ist es das, was die Ratgeber und das Internet uns vermitteln. Doch mich hat das häufig verstört, wenn ich gelesen habe, die Kinder seien quengelig und nörgelig, ihnen wäre langweilig und sie würden sich nach mehr Unterhaltung sehnen.

Dennoch war es immer wieder eine Hilfe zu wissen: Ach, ein Schub steht an, deshalb steht gerade alles, was sich so eingependelt hatte, Kopf. Es hat mich selbst immer wieder beruhigt zu sehen, dass alles seinen normalen Gang geht. Auch jetzt, beim dritten Kind noch.

Doch meist hat man ab dem 5. oder 6. Monat heraus, wie sich das eigene Kind während solcher Entwicklungsphasen verhält und wie es seinen Unmut äußert. Welche motorischen und geistigen Fähigkeiten anstehen, sind für uns nun deutlich sichtbarer geworden.

Deshalb habe ich die ersten 4 wesentlichen Wachstumsschübe für Euch neu aufgeschrieben und zusammengefasst. Ihr könnt Euch diese kleine Broschüre hier kostenlos herunterladen und ich hoffe, dass sie Euch ein kleiner feiner Begleiter sein kann während der stürmischen Phasen, die im Alltag mit dem Baby einfach auf uns zukommen.

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Viel Freude damit wünsche ich Euch.

Alles Liebe,

Nadine

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Der Fels in der Brandung

Harzer Schmalspurbahn
Harzer Schmalspurbahn

Kürzlich waren wir mit den Kids Zug fahren. Dampflok, um genau zu sein. Wir sind eine Weile zum Bahnhof spaziert und haben dort noch warten müssen. Frau Klein lag die ganze Zeit wach im Kinderwagen und als es endlich los ging, war sie bereits recht übermüdet. So folgte auf das Pfeifen der Schaffnerin nicht nur das Zischen und Rauchen der Dampflok, sondern auch ein Schreikonzert in Waggon 3. 

Es gab nun aber kein Zurück mehr und so nahm ich sie auf den Arm. Und fühlte mit ihr. Die alte Bahn schaukelte sehr und machte auf den schmalen Gleisen einen ziemlichen Lärm. Je mehr ich mich in Frau Klein’s Schreien einfühlte, umso mehr spürte ich selbst, was sie wohl so aus der Bahn warf. Die Geräusche kamen nun auch mir erstmalig unglaublich laut vor, das Schaukeln und Rattern der Räder auf den Gleisen heftiger als je zuvor.
Da ich die Strecke gut kenne, wusste ich, wann der letzte Halt hinter uns und ein Stück ununterbrochene Zugfahrt vor uns lag. Vorsichtig legte ich Frau Klein in den Kinderwagen. Natürlich schrie sie noch einmal mehr auf, aber ich kenne sie. Auf meinem Arm biegt sie sich durch und kommt nicht zur Ruhe. Das gleiche im Tragetuch. Also lehnte ich mich so weit in den Kinderwagen hinein, dass sie mich trotz des Zuglärms hören konnte. Ich redete langsam mit ihr, streichelte ihren Kopf und legte eine andere Hand auf ihre Brust. Ganz sanft. Zwei Minuten später war sie dort, wo sie dringend hingehörte – im Traumland.

Herr Groß erklärte mir danach, dass er bewunderte, wie ruhig ich das geschafft hatte. Und wie gelassen ich ihr genau das gegeben habe, was sie brauchte: einen ruhigen Halt zum Einschlafen. Den Fels in der Brandung.

Natürlich war ich beim ersten Kind nicht so gelassen. Zu sehr hat mich das Weinen irritiert und verängstigt. Viel mehr war ich darauf bedacht es sofort zu stoppen oder den Grund dahinter zu finden. Und es stimmt schon, dass man beim zweiten Kind etwas gelassener ist. Vor allem auch, weil man die Zeit nicht mehr hat, sich um wortwörtlich jeden Pup intensivst zu kümmern. Aber was viel größer ist, ist die Erleichterung über die Erkenntnis, dass es Momente gibt, in denen man nicht mehr machen kann als eben dieser Fels zu sein. Obwohl das ja nicht nix ist. Für uns nicht. Und für das Kind auch nicht.

Denn es gibt sie einfach, diese Momente, in denen Babies weinen oder schreien. In denen sie eigentlich satt und sauber, warm eingepackt und unserer Meinung nach bestens versorgt sind. Und stattdessen schreien sie. Wir wissen, dass sie abends oft den Tag verarbeiten und die Eindrücke, die ihnen zu viel waren, hinausschreien. Dennoch überkommt es uns wie eine unerwartet hohe Welle am Strand. Eine, die uns die Füße wegreißt. Aber es hilft nichts. Die Sandburg ist hinüber und wir umgeben von einem Haufen Sand, Schaufeln, Steinen und Muscheln. Wir können versuchen die schönsten noch zu finden und einzusammeln in den kurzen Momenten zwischen den Wellen. Und immer wieder salziges Meerwasser schlucken. Wir können aber auch einfach innehalten, uns auf unsere Füße konzentrieren und warten, bis der Sturm nachlässt. Und morgen neue Muscheln sammeln. Vielleicht ein paar weniger, nur so viele, wie in unsere Taschen passen.  Dann haben wir auch einmal einen Moment Zeit die Wellen genauer zu erkennen, und können vielleicht mit ihnen gemeinsam Schritt für Schritt in den Strand zurückwandern. Bis sie nur mehr sanft unsere Füße umspülen. Und das Rauschen leiser wird.

Denn wenn unsere Kinder weinen, kann es für sie sehr anstrengend sein, wenn wir als Eltern nun alle Hebel in Bewegung setzen, den Grund für das Weinen zu finden und es zu stoppen. Häufig haben wir ein ganzes Repertoire an Tätigkeiten, die wir unternehmen, damit das Kind sich beruhigt. Oder versuchen wir damit vielleicht sogar manchmal unbewusst, uns selbst zu beruhigen? Etwas zu tun, damit wir nicht das Gefühl haben, hilflos dazustehen? Doch meistens erschöpft all das sowohl sie als auch uns. Es stoppt jedoch weder das Weinen, noch hilft es uns, die Ursache zu erkennen. Denn es gibt sie einfach, diese Momente, in denen wir nichts weiter tun können, als ihr Weinen anzunehmen, hineinzuhören und es zuzulassen. Was wir unseren Kindern damit vermitteln ist ein “Deine Gefühle sind in Ordnung.” was soviel bedeutet wie: Du bist in Ordnung. Was wir dabei erleben ist ein noch intensiveres Kennenlernen unserer Kinder. Je mehr wir sie anhören und uns in sie einfühlen, umso mehr erfahren wir, was sie wohl fühlen. Und warum. Aus einem Du und Ich wird ein Wir. Und gemeinsam bauen wir morgen eine neue, eine noch schönere Sandburg. Bis die nächste Welle kommt.

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Großer Bruder. Kleine Schwester.

IMG_3717Seit 3 Monaten sind wir nun zu viert. Es geht seitdem auf und ab. Gute Tage. Schlechte Tage. Gute Nächte. Und die anderen. Kurz und gut: Es ist kunterbunt im Hause Buntraum. Ich bin froh, dass ich auf einige Dinge im Vorfeld hingewiesen wurde, was das Leben zu viert betrifft. Einige habe ich in den letzten 3 Monaten im Crashkurs gelernt. Über vieles habe ich bereits da und dort geschrieben. Für Euch gibt es nun hier ein kleine Sammlung meiner Erkenntnisse:

 


Große Erwartungen
Kinder reagieren im Vorfeld der Geburt eines Geschwisterchens sehr unterschiedlich. Manche sind gespannt, aufgeregt und in freudiger Erwartung. Manche lehnen das Baby im Bauch schon ab und manche, so wie Herr Klein, äußern sich gar nicht zu dem Thema und zeigen keinerlei Interesse. Aber egal wie – kein Kind kann wirklich ahnen, was es bedeutet, wenn das neue Baby erst einmal da ist. Und wenn es dann so weit ist, sind nicht nur wir überwältigt, sondern auch unsere Kinder. Das kann also bedeuten, dass sie das Baby weniger freudig und jubelnd begrüßen, als wir uns das vielleicht vorgestellt oder gewünscht haben. Wir sollten das dennoch akzeptieren und dem Kind Zeit geben, bis es von sich aus bereit ist, das Geschwisterchen zu begrüßen. Oder auch nur skeptisch anzuschauen. Im Gegensatz dazu kann es sein, dass es anfangs hellauf begeistert ist, dann aber das Interesse verliert an einem Spielkameraden, mit dem man noch nichts anfangen kann. Auch das ist ok.

Rückzug akzeptieren
Gerade als frische Zweifachmutter ist man zwischen Wochenbett und dem älteren Kind hin und hergerissen. Der Neuankömmling braucht uns, wir müssen uns schonen und dennoch wird nach uns verlangt. Mal mehr. Mal weniger. Mal lauter. Mal leiser. Es ist nicht leicht sich zurückzunehmen. Viel zu schnell will man es allen recht machen. Ich habe oft versucht jede freie Minute mit Herrn Klein zu verbringen. Er hat sich darüber gefreut aber viel zu oft musste ich dann mitten im Spiel oder beim Abendritual “davonlaufen” weil Frau Klein erwachte und hungrig nach mir verlangte. Das hat Herrn Klein oft mehr mitgenommen, als wenn ich von vornherein gesagt habe, dass ich keine Zeit habe. Eine klare Auszeit ist für alle wesentlich leichter hinzunehmen, als die ständige Angst, dass die lustvolle Gemeinsamkeit urplötzlich wieder dahin sein könnte. Vergleichbar ist das mit einem Dienst auf Abruf. Können wir unseren Partner wirklich abends genießen, wenn es sein kann, dass er jederzeit aufspringen und davonfahren muss? Fällt es uns nicht leichter, wenn er ein paar Tage am Stück nicht da ist, wir aber wissen, dass er DA ist, wenn er zurückkehrt?

Also akzeptieren wir lieber, dass wir uns nicht vierteilen und auch nicht klonen können. Und erlauben uns Rückzug, statt übermotiviert über unsere eigenen Füße zu stolpern.

Einer nach dem anderen
Dies war ein Hinweis, den ich bereits zu Beginn meiner zweiten Schwangerschaft erhielt und besonders logisch fand, auf den ich aber wohl allein nicht gekommen wäre.

Nummer 1 muss Nummer 1 bleiben.

Das ältere Kind ist seit Jahren da und hat seinen Platz in der Familie. Es ist die Nummer 1. Von daher ist es wichtig, dass es die Nummer 1 bleibt, auch wenn nun ein zweites Kind einzieht. Denn das zweite Kind hat noch gar keinen Stand in diesem System Familie. Es muss nichts verteidigen und kann sich sehr gut mit Platz 2 abgeben, wenn es nie etwas anderes gekannt hat. Und wenn es von Anfang an erfährt, dass es Platz 2 innehat.

Das heißt nun nicht, dass das ältere Kind immer bevorzugt und das Baby vernachlässigt wird. Sicher gibt es vor allem am Anfang Situationen, in denen das Baby Vorrang hat. Zum Beispiel kann es nicht aufs Essen warten, bis sein älterer Bruder genüsslich seine 2 Brote verspeist hat. Aber es ist hilfreich diese “Rangfolge” im Hinterkopf zu bewahren und in den Situationen, in denen es uns möglich ist, Nummer 1 den Vorrang zu geben. Und das auch deutlich zu sagen.
“Ich weiß, dass Du eine neue Windel brauchst. Aber ich werde jetzt erst Deinem Bruder beim Umziehen helfen. Dann bin ich für Dich da.”

Vor allem in dem man das so verbalisiert, hört das ältere Kind, dass es in diesem Fall “Vorrang” hat. Es erkennt seine Position wieder und fühlt sich an seinem Platz.

Hilf mir – wenn Du magst
Sehr häufig ist in Artikeln, in denen es um die Problematik des neuen Geschwisterchens geht, die Rede davon, dass man das ältere Kind soweit wie möglich mit einbeziehen soll. Bei Bekannten von mir führte das so weit, dass der ältere Sohn nicht mehr schlafen konnte, weil er das Gefühl hatte, die ganze Zeit “Auf Abruf” zu sein und helfen zu müssen, wo es nur geht. Erst, als seine Eltern ihm vermittelten, dass er nachts nichts anderes zu tun habe als zu schlafen, tat er das auch wieder.
Das Einbeziehen in alltägliche Aktivitäten wie Wickeln, Baden und Anziehen können von daher ein Angebot sein. Nichts weiter.
Natürlich haben viele Kinder Interesse daran zu helfen und wollen “wie die Großen” aktiv am Geschehen teilnehmen. Aber zu schnell gewöhnen wir uns daran und fordern es irgendwann ein. Ein “Nein” sollte zu jeder Zeit möglich sein dürfen.

Zutrauen
In meinem Post zum Thema “Zutrauen und Zulassen” habe ich davon geschrieben, dass wir unseren Kindern von vornherein Dinge oft gar nicht zutrauen. Das gilt auch für die Vorsicht und Sanftheit im Umgang mit einem Säugling. Als Frau Klein einzog hatte ich genau davor Angst – wie wird dieser wilde knapp Dreijährige mit so einem kleinen Wesen umgehen ? Doch ich war überrascht. Er war anfangs sehr zärtlich und sanft. Natürlich gibt es Momente, in denen er etwas zu wild daherkommt, sie erschreckt oder zu fest drückt. Doch meistens ist er vorsichtig. Anfangs war der Drang da, ihm bei jedem Ansatz einer Berührung mit Frau Klein zu sagen: “Sei vorsichtig!” Doch wo führt das hin? Dass wir ihm das Gefühl geben, ihm nicht zuzutrauen, dass er sanft sein kann. Dass wir ihn ständig in seiner Euphorie einbremsen. Und das ist sehr traurig für ein Kind. Wichtiger ist es also, in der Nähe zu bleiben und genau zu beobachten. Wie reagiert das Baby darauf? Säuglinge halten zum einen viel mehr aus, als man vor allem beim ersten Kind noch glaubt. Zum anderen kann man immer noch rechtzeitig sagen: “Das war jetzt zu fest.” oder “Das gefällt ihr nicht.”
Auf diese Weise spricht man beide Kinder gleichzeitig an, ohne ein Kind direkt zu beschuldigen. Statt “Hör auf Du tust ihr weh!” kann man sagen: “Schau, das tut ihr weh.”

Dich trag ich. Dich nicht.
Schon in der Schwangerschaft müssen wir meist einsehen, dass wir nicht mehr so schwer heben und tragen können. Unsere Kinder leiden da oft sehr darunter. Noch schwieriger kann das werden, wenn das neue Baby dann da ist und immer getragen wird.

Eine Freundin, die in einem Kindergarten arbeitet, hat folgendes beobachtet.
Ein Mädchen tat sich sehr schwer mit der neuen Schwester in der Familie. Wenn ihre Mutter kam um sie abzuholen, schaute das Mädchen auf, blickte zu ihrer Mutter, als nächstes auf die Schwester in der Trage vor der Brust der Mutter und wandte den Blick wieder ab. Sie lief nicht zur Mutter, wollte teilweise gar nicht mit nach Hause gehen.”

Wenn es uns möglich ist, sollten wir versuchen den Kinderwagen ins Spiel zu bringen. Vor allem wenn wir beobachten, dass es unseren älteren Kindern schwer fällt, sich damit abzufinden, dass das Baby so viel Zeit mit Mama verbringt.
Bei schlechtem Wetter hole ich Herrn Klein auch mit Frau Klein im Tragetuch ab. Einfach weil wir dann flexibler die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen können und weniger durch die Kälte marschieren müssen. Ich habe allerdings auch bei ihm beobachtet, dass er dann viel schneller verärgert und wütend reagierte, schrie oder mich angriff, als wenn Frau Klein im Kinderwagen lag.

Und weil gestern der Artikel “prokuscheln” die Runde machte – hier ein Beispiel, wie man einfach mal von der normalen Route abbiegen kann:
Wir kamen vom Kindergarten, Herr Klein war sichtlich müde und erschöpft. Bis in den dritten Stock zu gehen fiel ihm sehr schwer. Er jammerte alle paar Stufen “anstrengend.” Ich hatte die Babywanne mit Frau Klein drin in der Hand und keuchte selbst. Und hätte am liebsten gesagt “Jetzt geh einfach schnell, dann isses geschafft.” Stattdessen atmete ich tief durch und stellte im 2. Stock die Babywanne ab, nahm Herrn Klein auf den Arm und trug ihn hinauf bis zu unserer Wohnungstür. Dann holte ich die Babywanne. Es war eine kleine Handlung, aber für ihn mit großer Wirkung: Ich werde gesehen. Ich werde verstanden.

Sehen und Verstehen
Herr Klein hat mit der Geburt von Frau Klein begonnen uns anzubrüllen. Oder auch sie. Dann baten wir ihn aufzuhören, was dazu führte, dass er noch mehr brüllte oder uns anspuckte. Oder sie. Was dann dazu führte dass ich entweder gleich ausflippte, oder ihn anschrie er solle nicht so schreien oder spucken. Ein Rad, ein erbärmliches, was nicht aufhört, sich zu drehen.

Eines Tages dann las ich im “Siblings without rivalry”, dass wir, wenn die Kinder ihren Geschwistern weh tun oder weh tun wollen, sehen sollten, was in diesem Moment hinter dieser Handlung steckt, statt die Handlung an sich sofort stoppen zu wollen. Und in dem Moment ging mir ein Licht auf. Das Brüllen, das Spucken waren alles hilflose Handlungen im Affekt. Herrn Klein fehlte einfach die Sprache um auszudrücken, dass er frustriert, verärgert, traurig, enttäuscht, verängstigt etc. war. Wenn er nun brüllt, trete ich einen Schritt zurück. Ich versuche die Situation zu erkennen und sage “Es nervt, dass ich Deine Schwester schon wieder stillen muss, statt mit Dir zu spielen, stimmts?” Was folgt, ist meist ein daumenlutschendes Nicken.
Schreien, Brüllen und Spucken sind seitdem sehr viel weniger geworden.

Und das warst Du!
Ein Fotoalbum des älteren Kindes kann hilfreich sein dem Kind zu zeigen: “Du warst auch mal so klein. Dich haben wir auch mal so getragen / gefüttert / gebadet etc.” Man kann das Thema klein / groß so ganz einfach untermalen.
Vor allem 2,5 – 3 Jährige fallen mit der Entwicklung des Ich-Bewusstseins wieder in die Babyrolle zurück. Sie schwanken sehr zwischen klein und groß sein. Sie wollen wieder Baby sein, wollen krabbeln, getragen werden, im Liegen gewickelt werden. Das ist eine normale Entwicklung und kein Grund zur Sorge. Mit Hilfe von Babyfotos kann man darauf eingehen und mit dem Kind darüber reden.

“Ja, danke!”
Immer wieder erlebe ich, dass Menschen, denen Hilfe angeboten wird, diese ablehnen und selbst “durchbeißen”. Ich selbst habe in der Schwangerschaft immer wieder angebotene Sitzplätze in der UBahn abgelehnt. Und mich dann geärgert. Aber mir war es unangenehm. Warum ist das so?

Auch von der älteren Generation hören wir immer wieder “Ja wir mussten damals auch… und wir hatten keine Wäschetrockner / Putzfrau / helfenden Ehemänner”.
Ja, das ist hart und traurig. Aber sollen wir nur, weil sie es damals auch geschafft haben, heute auf das verzichten, was uns möglich ist? Nein. Also springen wir über unseren Schatten und bitten wir um Hilfe und nehmen diese an !!!

Kein Kind hat etwas von einer Mutter, die eigentlich total erschöpft ist und ihre Ruhe haben will, dennoch aber in Gedanken an die ungeputzten Fenster Bücher vorliest.

“Siblings without rivalry”
ALLEN Mehrfacheltern kann ich dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen. Es beinhaltet so viele wertvolle Hinweise und Ratschläge für alle Geschwistersituationen von Anfang bis ins hohe Teenageralter, basierend auf Erzählungen aus Gesprächsrunden mit Eltern. Es ist ein wahrer Schatz und ich werde sicher in den nächsten Jahren immer und immer wieder darin lesen.

“Siblings without rivalry” – Adele Faber und Elaine Mazlish

 

Nun, ich möchte behaupten dass wir noch immer am Anfang stehen. Und ich viele Dinge erst noch erkennen und sehen muss. Aber diese oben genannten Hinweise haben schon sehr viel bewirkt. Deshalb wollte ich sie mit Euch teilen.

Wie ging es Euch mit den neuen Babies im Haus ? Wie haben die Geschwister reagiert ? Was hat Euch geholfen ? Erzählt !

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