Warum wir keinen Lernturm haben

In den letzten Jahren hat sich ein Möbelstück in die Wohnungen und Häuser von Familien eingeschlichen, das ich immer mit skeptischem Blick und gerunzelter Stirn betrachtet habe: Der Lernturm. Der Lernturm ist ein oft selbst gebautes Ding, eine Art Hocker mit Rundumgeländer, in das man Kinder hineinstellen kann und von wo sie aus gewisser Höhe am Küchenleben teilhaben können.

Je öfter ich diese Lerntürme gesehen habe und je mehr Kinder ich hier ohne Lernturm begleite, umso unnötiger und gleichzeitig auch bedenklicher finde ich das Möbelstück und die Entwicklung, die die scheinbar kindgerechte Wohnungseinrichtung heutzutage nimmt.

Noch einmal kurz zum Lernturm: Ich halte nichts davon Kinder in eine Höhe zu heben, die sie selbst nich erreichen können. Ausgeschlossen ist der Wickeltisch, den brauche ich für meinen Rücken und meine Haltung. Dort oben passiert aber nichts als Wickeln, danach bringe ich die Kinder wieder auf den Boden. In der Küche sind die Kinder natürlich gern mit dabei. Aber ehrlich gesagt ist mein 16 Monate alter Sohn, der seit Neuestem freudvoll auf den Tripp Trapp klettert, weniger am Kochen als am Greifen und Anschauen und Chaos machen interessiert. Wenn ich nicht in der Küche bin, hat er dort oben gar nichts verloren. Die Küche kann er noch sein ganzes Leben erkunden und erforschen, kochen kann er noch endlos. Ich denke nicht, dass er etwas verpasst, wenn ich ihn dort nicht von Anfang an integriere.

Im Bad haben wir besagtes Stockerl vom Möbelschweden stehen, auf das er ebenfalls seit geraumer Zeit klettert. Das ist natürlich nicht das sicherste Möbelstück, weshalb ich ihn im Bad nicht allein lasse. Er putzt sich aber dort oben in meiner Anwesenheit die Zähne und strahlt von Ohr zu Ohr.

Den Lernturm finde ich bedenklich, weil wir hier dem Kind zwei Dinge gleichzeitig vermitteln: „Sei dabei und mach mit!“ und gleichzeitig „Ich habe kein Vertrauen, dass du dort sicher bist.“ Und während ich ihm ein Stück Freiheit im Küchendasein schenken will, nehme ich ihm Unabhängigkeit sich frei zu bewegen (denn ich muss das Kind dort rein- und rausheben nein ich habe heute gelernt, dass die Kinder da selbst rein- und rausklettern!) und vermittle gleichzeitig eine Sicherheit, die er doch selbst erforschen und für sich begreifen soll.

Gestern hat Frau Klein auf ihrem Tripp Trapp stehend beim Kochen geholfen. Sie ist 4,5 Jahre alt und steht da oben sicher, sie hilft auch mittlerweile sinnvoll mit, das heißt was sie tut, ist brauchbar beim Kochen und nicht nur Verschnitt oder Kunst. Miniklein wollte natürlich auch hoch hinauf. Also ließ ich ihn auf seinen Tripp Trapp steigen und neben ihr mit Kochgeschirr hantieren. Dann war sie weg, er beugte sich nach etwas anderem und trat neben seinen Stuhl. Er rutschte ab, fiel recht spektakulär und ich hielt ihn an einem Arm. Der Grund, warum ich ihn dort nicht allein lasse. Und auch der Grund, warum ich ihm kein Geländer drumherum baue. Denn dieser Sturz war Teil des Lernens. Er weiß nun, dass er da oben auf sich achten muss. Natürlich werde ich ihn dennoch nicht allein damit lassen. Vorerst. Fallen und Stürzen gehören zum Klettern dazu. Wenn ich den Kindern ein Gerüst um sie baue, gebe ich ihnen ein falsches Gefühl von Sicherheit. Und ehrlich gesagt sehen diese Türme teilweise für mich gar nicht so sicher aus. Aber das ist nur aus der Ferne beurteilt.

Darüber hinaus finde ich den vor allem in Montessori Haushalten sehr verbreitete Anspruch von „Miteinbeziehen“ und „Selbstständigkeit“ der Kinder tatsächlich immer wieder bedenklich. Da wird gewerkelt und gebaut, damit Kinder auf ihrer Höhe alles tun können, was wir Erwachsenen tun. Vom Waschtisch über die Garderobe bis hin zur Küche. Das ist wohlwollend gemeint, aber für mich wirkt das oft alles sehr pädagogisch. Ein „Hilf mir, es selbst zu tun“ steckt meiner Ansicht nach auch in einem ausgestreckten Arm nach der Zahnbürste, die ich ihm dann reiche. Letztendlich bin ich bei all diesen Dingen ja doch anwesend, ich schicke mein 2-jähriges Kind nicht allein Zähne putzen und gehe davon aus, dass das gründlich, richtig und von Anfang bis Ende erledigt wird. Und wenn ich schon dabei bin, warum kann ich kleine Handgriffe nicht aushelfen. Ich helfe doch auch meinem Mann, wenn er sagt „Kannst du mir bitte ein Messer geben?“ weil ich neben der Bestecklade sitze.

Ich möchte den Eltern, die ihre Wohnungen rundum nach Montessori und auf die Selbständigkeit des Kindes ausrichten, nicht vorwerfen, sie würde da etwas falsch machen. Aber es ist für mich gefühlsmässig oft zu sehr auf der pädagogischen Seite als auf der Beziehungsseite. Aber Beziehung ist doch das, was Selbständigkeit fördert und bedingt. Natürlich haben meine Kinder eine Garderobe auf ihrer Höhe, haben einen Kleiderschrank, den sie selbst bedienen können. Aber Tassen und Gläser zum Beispiel sind sehr hoch im Hängeschrank. Herr Klein klettert da mittlerweile mit dem Stuhl rauf. Frau Klein fragt mich eh noch immer, wenn sie etwas essen oder trinken will und Miniklein sowieso. Und wenn sie etwas von mir wollen, dann kommen wir in Kontakt, dann sind wir in Beziehung. So auch im Bad.

Und schlussendlich sind all diese Vorkehrungen nur temporär, in wenigen Jahren erreichen die Kinder so vieles im Haushalt, werden durch Aufgaben integriert, müssen sich in Kindergarten und Schule so oder so selbst an- um- und ausziehen und schaffen das auch erstaunlich gut. Wenn mein 7-jähriger Sohn sagt, er möchte mit der Nachbarstochter baden fahren, ich ihm den Schlüssel in die Hand drücke, weil ich gerade im Park bin und sage: „Okay, hol dir Rucksack und pack deine Badesachen.“ und er geht los, holt alles inklusive Sonnencreme, dann denke ich, dass Selbständigkeit im Kleinkindalter wirklich überbewertet werden kann. Und dass manchmal ein „Komm, ich helf dir.“ auch wohltun kann. Die Kinder deuten sowieso an, wenn sie das alles „leine“ machen wollen und können.

Und so oft, wie ich mir die Füße am Tripp Trapp grün und blau stoße, will ich um Himmels Willen nicht noch so ein Möbelmonster in der Wohnung stehen haben.

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Comments

  1. Hallo Nadine,

    Ich mag deine Seite sehr gerne und lasse mich davon inspirieren.
    Dieses mal bin ich aber nicht bei dir:
    Ich mag Montessori, habe aber nicht die ganze Wohnung danach eingerichtet. Aber einen Lernturm haben und lieben wir.
    Wir haben unser Kind aber damit auch nie auf eine Höhe gehoben, die es nicht selbst erreichen konnte. Der Schutz war immer so angebracht, dass es selbständig rein- und rausklettern konnte. Jetzt ist es schon drei und braucht diesen Schutz nicht mehr.
    Aber mir hat es auch mal eine Auszeit verschafft, vom ständigen gucken, dass er nicht runter fällt und mich auch mal nur auf das Kochen konzentrieren zu können. Da es auch auf anderen Stühle geklettert ist, hat es trotzdem gelernt, dass man fallen kann und Obacht geben muss …
    Und ich will nicht ständig den TrippTrapp vom Wohnzimmer in die Küche schieben oder geschoben bekommen. Mein armes Parkett :)
    So hat jeder eine andere Sicht auf “unnütze“ Möbelstücke.

    Liebe Grüße aus Stuttgart
    Cordula

    • Liebe Cordula, man kann halt nicht immer einer Meinung sein. Und es muss halt auch jeder das tun, was passt. Und was Erleichterung im Alltag schafft, ist sicher auch sinnvoll. Liebe Grüße, Nadine

      • Hallo Nadine,

        Es sollte kein Angriff oder ähnliches sein. Deshalb auch mein letzter Satz, dass es jeder anders sieht.
        Ich war einfach überrascht, dass es Menschen gibt, die eine so andere Sicht auf ein mir liebgewonnenes Möbelstück haben. Und ich hatte auch den Eindruck, dass es daher kommt, dass du eine andere Nutzung kennst als die, die wir pflegen. Ich wollte es lediglich erklären.
        Das sich dem so viele anschließen und du teils auch dolle auf die Mütze bekommst, hatte ich nicht erwartet. Es steht ja auch da, dass es deine Meinung ist. Jeder darf seine eigene Meinung haben. Das lädt aber auch zum Austausch ein.
        Und ich fühlte mich auch etwas “angegriffen“, ich habe aus dem Artikel , wie offensichtlich viele – herausgelesen, dass ich somit auch nicht beziehungs orientiert bin …
        In einem Kommentar habe ich schon gelesen, dass du es nicht so gemeint hast. Vielleicht war es unglücklich formuliert, vielleicht die Leser zu überempfindlich.
        Wir Mütter neigen dazu. ;)
        Trotzdem will ich, dass du schreibst, was dir am Herzen liegt. Nicht, dass du meine Meinung wiedergibst.
        Ich hoffe, du nimmst dir das nicht zu Herzen.

        Liebe Grüße
        Cordula

        • Liebe Cordula, ich habe deinen Kommentar auch gar nicht als Angriff gewertet. Da waren andere schlimmer, aber ich kann damit umgehen. Es tut mir leid, wenn du dich angegriffen gefühlt hast. Diese Ausdrucksweise passiert mir einfach, wenn ich über etwas blogge, was ich nicht mag weshalb ich eigentlich das Prinzip habe, das nicht zu tun. Aber nun ist es mir passiert und nun lese ich mich durch die Konsequenzen. Liebe Grüße!

  2. endlich mal jemand meiner Meinung.
    Endlich jemand der diese Maria-Montessori Überbewertung ins richtig Licht rückt.
    Vielen Dank.
    Ich konnte mit diesem: KommMachAllesWasIchMache auch noch nie viel anfangen. Die kleinen oder großen Zwerge (ich habe auch 3 Stück – 6, 3 und 15 Monate) müssen das noch früh genug. Aber dann wenn sie bereit dazu sind und evtl. auch „groß“ genug. Und Achtsamkeit und Beziehung hat auch bei uns Vorrang vor diesen pädagogisch sinnvollen Getue.
    Nochmals danke für diesen Blick.

  3. Oh Nadine! Du sprichst mir aus dem Herzen! 💜 Ich habe bei den Dingen die du ansprichst schon lange ein mulmiges Gefühl, konnte es aber nicht so gut wie du in Worte fassen!
    Ich danke dir!
    (Zur Korrektur aber muss ich dir sagen, dass die Learningtower/Lerntürme meist mit dem (Ikea-) Treppenstuhl gebaut werden, damit die Kinder dort -ab sowieso Hochkrabbelalter- selbstständig rein und raus krabbeln. 😉)
    Aber ansonsten hast du vollkommen Recht!
    💜
    „Denn dieser Sturz war Teil des Lernens. Er weiß nun, dass er da oben auf sich achten muss. Natürlich werde ich ihn dennoch nicht allein damit lassen. Vorerst. Fallen und Stürzen gehören zum Klettern dazu. Wenn ich den Kindern ein Gerüst um sie baue, gebe ich ihnen ein falsches Gefühl von Sicherheit.“

    • ja, das habe ich nun auch schon mehrmals erklärt bekommen, dass mit dem alleinigen Rein- und Rausklettern. Ich lerne auch :) Danke !!

  4. Danke für diese Sichtweise. Du hast ausgesprochen, was ich neulich kurz als diffusen Gedanken im Kopf hatte, aber nicht in Worte fassen konnte. Ich finde viele Dinge bei Montessori gut, aber eben nicht alles. Das lässt sich auf andere pädagogische Konzepte übertragen.
    Was ich an deinem Text so mag, ist, dass du dazu ermutigst, sich NUR die Dinge herauszupicken, die tatsächlich zu einem selbst, dem eigenen Kind und der eigenen Familie passen.

  5. Ich finde den Bericht auch sehr einleuchtend, obwohl ich auch einen Lernturm habe, den ich aber nicht oft nutze. Jedoch habe ich ihn mir nicht gebaut weil ich Montessori toll finde, sondern weil mein Sohn einfach nicht auf dem Boden sein möchte, wenn ich koche. Hätte ich den Turm nicht, würde ich nicht zum kochen kommen ohne schreien oder meinen Sohn die ganze Zeit auf dem Arm zu halten und dann nur eine Hand frei zu haben 😅
    Trotzdem finde ich das was du gesagt hast, richtig! Allerdings, lernt mein Sohn in so vielen anderen Situationen das Stürzen und Fallen, da mache ich mir beim Lernturm keine Gedanken 😊

  6. Deine Sichtweise ist interessant und ich muss dir in einigen Punkten Recht geben. Allerdings ist bei uns der Lernturm kein „Ich bin 1,5 Jahre alt und koche mit“-Möbelstück, sondern eines, bei dem mein Sohn sieht, was ich mache, und das die Einzige Möglichkeit für mich ist, etwas zu kochen, ohne ihn auf der Arbeitsplatte sitzen zu haben oder ihn auf dem Arm zu haben. Er ist zufrieden, weil er was sieht und er bei mir sein kann und ich bin es, weil er mich machen lässt und ich keine Rückenschmerzen bekomme oder panisch „neeeeein, nicht das Messer anfassen, nicht die rohe Kartoffel essen!“ sagen muss.

    • Das war bei uns auch einer der entscheidenden Punkte für den Lernturm. Und insgesamt sehe ich das Alter, ab dem die Kinder dort oben nicht mehr nur Verschnitt und Kinderkunst ;) produzieren, schon einiges früher. Unsere Jüngere hat einen Lernturm, in dem sie schon mit 2 gern Mozzarella, Gurke, Ei o.ä. geschnitten hat. Klar geht das auch an einem niedrigen Kindertisch, aber so hatte ich sie neben mir und musste nicht noch andere „Schauplätze“ im Auge haben; oft wurde auch nur geschaut und nicht im Montessorisinn aktiv mitgemacht.
      Ich sehe den Lernturm nach mehrjähriger Nutzung (Wir haben das übliche Ikea-plusAufbaumodell) bzgl. der Unfallgefahr kritisch, weil unsere Kinder sich gern mal hinten lässig auf die Stange setzen und auch schon mitsamt dem Teil umgefallen sind, aber andererseits sind ja auch Spielplatzgeräte oder Balkone und Treppen mit Geländern ausgestattet, nicht, um Sicherheit zu suggerieren, sondern um Gefahren abzumildern. Das haben wir von Anfang an erklärt und ohne Aufsicht durften die Kinder nicht reinklettern.

      Ich wundere mich ein wenig, dass das Teil solche Abwehr auslösen kann, denn ich glaube, dass der Lernturm mittlerweile von ganz vielen völlig losgelöst von einer Montessori-Anschauung genutzt wird und sich für einige eben als praktisch erweist, für andere nicht. Du hast ja selbst die Tripptrapps angesprochen, die ich wiederum wegen der rausstehenden Beine grässlich finde. Nach dem hundertsten angehauenen Zeh habe ich den Treppenhochstuhl genüsslich aus der Wohnung verbannt ;).

    • aha, interessant. Ich hingegen bekomme Stress, wenn so kleine Kinder mit ihren kleinen Händen auf der Arbeitsfläche mit werkeln wollen.

      • Das kann ich auch verstehen, da spielen eigene Ängste sicher immer eine Rolle; ich ertrage Schnelligkeit der Kinder, z.B. beim Radfahren, kaum und sehe immer schon den Sturz…

  7. Es tut gut das zu lesen! Wir gehören ohne Learningtower in unserem Freundeskreis junger Familien wirklich fast schon zu den Außenseitern… Wir handhaben das aber ähnlich wie du. Die Kinder haben ihre TrippTrappStühle und einen Treppenhocker vom Möbelschweden, der sowohl im Bad, als auch in der Küche zum Einsatz kommt. Alles ist mit Filzgleitern versehen, sodass der Boden nicht unnötig leiden muss. So kommen die Kinder dorthin, wo sie alleine schon hinkommen. Und ja, in der Küche und im Bad benötigen sie einfach noch mehr Unterstützung und merken dadurch aber auch, wo ihre Grenzen sind, lernen Höhen und andere Gefahren einschätzen und vieles mehr. So haben wir zum Beispiel auch nicht an jeder Ecke in unserer Wohnung irgendwelche Kindersicherungen oder es steht auch nicht alles kindersicher. Der Wohnraum soll authentisch und fehlerfreundlich sein, sodass sie lernen, Fehler machen dürfen und daraus wieder etwas lernen, und all das natürlich mit meiner/unserer Begleitung und Unterstützung.
    DANKE für diesen Text! :)

  8. Vielen Dank für diesen Artikel! Viele der Dinge sind mir auch zu pädagogisch, insbesondere die vielen Lernspiele.
    Die Idee der Selbstständigkeit mag ich grundsätzlich sehr gerne, aber immer im Bezug auf das Kind. Manche Kinder wollen manche Dinge halt erst später selber machen. Deswegen lernen sie es trotzdem. Aber die Möglichkeit geben finde ich sehr gut. Der lernturm hat unser (Küchen)Leben tatsächlich sehr bereichert. Allerdings zum selber raufklettern, und er heißt bei uns „mitmachturm „, weil es uns darum geht und nicht darum, dass unser Kind unbedingt dadurch etwas lernen soll.
    Ich finde es sehr bereichernd, auch mal solche Meinungen zu lesen! Ich hatte immer befürchtet ich wäre die einzige die Montessori an stellen ( oder vielleicht auch nur an einigen Auslegungen) zu pädagogisch findet

  9. huhu, hier auch ein sehr sinnvolles möbel, weil kind alles sehen will, sonst schreit, nicht im hochstuhl sitzen bleibt und tragetuch auch nicht immer mag etc… wir haben einen gekauften, kippsicher und sie kann nicht selber rein und raus(fallen). für grössere reicht ja dann treppchen oder so. liebt ihn! sobald sie stehen konnte besorgt und voller erfolg gewesen. lg

  10. Hallo. Wir wollten auch erst so einen Turm, aber durch unsere Faulheit haben wir halt noch keinen und wollen inzwischen auch keinen mehr. Sie ging schon mit mit knapp über einen Jahr eine Leiter komplett alleine hoch. In unserer Anwesenheit natürlich. Jetzt mit anderthalb fängt die dann eimer umzudrehen um sich daraufzustellen unzusehen was ich in der Küche oben mache. Sie hat einen starken kletterdrang und so ein Turm hätte sie nur beeinträchtigt.
    Man sollte nicht alles schwarz und weiß sehen, sondern nach seinem Kind schauen.

  11. Ich wundere mich auch sehr darüber dass der Lernturm so sehr mit Montessori Pädagogig verbunden wird. Aus meinem Freundeskreis nutzen den viele Menschen, die noch nie von Montessori gehört haben. Im übrigen finde ich es persönlich ehrlich gesagt lächerlich vom Vorhandenensein eines Möbelstücks auf Beziehungsfähigkeit zu schließen. Insgesamt kann ich dem Gedanken noch folgen dass du nicht alle Kinder gleich machen willst und Eltern ihren Kopf und Bauch einschalten ehe sie einen Trend folgen – da hast du meine Unterstützung.
    Das aber am Lernturm festzumachen finde ich etwas unglücklich. Bei uns und bei vielen anderen ist er einfach eine Arbeitserleichterung, weil Kinder eben nicht auf Eimern, Hocker etc rumklettern um zu sehen was ich da treibe während ich die Hände voll habe. Die kleine bekam irgendein Gemüse zum spielen, kennenlernen und ich hatte meine Ruhe. Eben ohne einen Arm erwischen zu müssen bevor sie auf den Boden knallt. Das hat mich sehr entlastet weil ich sehr gerne koche und mich dem endlich widmen konnte. Natürlich gehen die Kinder nicht alleine in die Küche und an die Arbeitsplatte… Sie sind halt gerne da wo wir sind. Und eben das fördert auch Beziehung 🙂

  12. Ich hatte überlegt so ein Türmchen zu kaufen. Das haben ja wirklich viele Eltern im Moment. Allerdings ist in der Krabbelgruppe meiner Tochter (16 Monate) ein Junge des selben Alters der kam neulich mit Gipsfuß. War vom Lerntum gefallen! In dem Moment habe ich mir überlegt, dass wir das nicht brauchen. Wenn sie unbedingt gucken möchte, steht sie auf einem Stuhl und ich so daneben, dass ich sie halten/fangen kann falls Sie danebentritt. Oft möchte sie aber auch gar nicht gucken sondern ist mit etwas anderem beschäftigt. Ich gebe ihr in der Küche gerne Tupperware, Schneebesen und co., damit lässt es sich auch hervorragend auf dem Boden spielen. LG Clara

  13. Liebe Nadine,
    danke. Ich bin in Sachen Lernturm auch sehr skeptisch. Wir haben keinen. Meine Kinder sind beide kein einziges Mal vom stinknormalen Ikea-Holz-Stockerl gestürzt, obwohl sie dort oben stehen und mir in der Küche helfen (Ja, auch mit einem echten Buttermesser!) Weil sie gelernt haben, sich darauf zu bewegen und sich nicht verlassen müssen, dass sie da oben ein Geländer haben. Ich bin ein Fan von vielen Montessori-Ideen, aber den Lernturm hab ich immer schon skeptisch betrachtet, weil ich der Meinung bin (wie du offenbar auch), dass Kinder sich von sich aus auf Höhenbegeben können/dürfen/sollen, die sie sicher managen und selbst erklimmen können. Das gleiche gilt schließlich für den Spielplatz. Wo wäre sonst der Lerneffekt und der Stolz, es selbst geschafft zu haben. Ich halte Lerntürme eher für eine Modeerscheinung, aber man muß halt auch sagen: jeder wie er will … man kann/soll es auch niemandem ausreden…
    Liebe Grüße,
    Judith

  14. Naja auf der einen Seite sagt die Autorin, ein Lernturm wäre zu „pädagogisch“ und zu wenig auf der Beziehungsebene. Aber gleichzeitig spricht sie vom pädagogischen Nutzen des Stuhls, weil Stürze zum Lernen dazu gehören…ich finde da den Lernturm beziehungsmäßiger. Es stellt doch (hoffentlich) niemand einen Steh-anfänger von 10-11 Monaten auf einen Stuhl. Vielleicht will er oder sie aber trotzdem gern dabei sein und zuschauen. Und die Eltern eben in Ruhe kochen. Da ist das doch ein praktisches Ding, der auf alle Bedürfnisse eingeht.
    Ich nehme mal an, alle Eltern, die ihren Kindern so etwas bauen tun es aus Liebe und darum gehts doch. Leben und leben lassen.

  15. Also erstens: ergonomisch ist die Haltung der Kinder auf deinem Beitragsbild nicht. Zweitens: Hatte ich die Wahl zwischen Kind schleppen, einarmig kochen, ab und zu verbrennen und dann ausgedehnte Physiotherapie für mich oder Kidztower. Da die meisten tödlichen Unfälle im Haushalt passieren, finde ich den Tripptrapp und auch einen anderen Stuhl und das Stockerl vom Ikea (mit oder ohne Aufsatz) einfach zu gefährlich. Daher haben wir den stabilen Kidztower. Du hast dein Kind gut gefangen, ich hätte meinem Kind beim Fangen schon mal fast mit der Gabel in die Seite gestochen, meine Cousine hat sich bei einer ähnlichen Aktion einen Arm gebrochen und durch das „Fangen“ auch noch einen Cut an der Stirn bekommen.
    Drittens: Alles mögliche hat ein Geländer: Treppen, Baugerüste, Wanderwege, Balkone… Da sagt auch keiner, oh, aber du musst schon mal vom Balkon fallen, das Geländer vermittelt nur, dass dir die Bauherren nichts zutrauen…

  16. Danke Nadine, bisher fühlte ich mich mit meiner Meinung sehr alleine. Vieles ist toll an Montessori, aber Kinder mögen es auch sehr gern, wenn man ihnen hilft. „leine“ lernen sie eh schnell ;)
    Wir haben die Kinder am Triptrap stehen, weil sie ihm selber hinstellen und drauf klettern. Ich mag die vermeintliche Sicherheit am Lernturm nicht, auch nicht dass da 5Jährige eingesperrt stehen. Mein Bub ist übrigens auch gestützt. In der U-Bahn Station von der Bank. Als er Mal ganz still saß. Vertrauen ist der Schlüssel, selbst machen lassen, und helfen ebenso.

  17. Wow. Endlich jemand, der mich versteht. Danke für den Text. Hat gerade meine Gedanken und wirren Gefühle sortiert und besser in Worte gefasst, als ich es könnte. <3

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