Ich

Podcast Folge 8 – Achtsamkeit in der Partnerschaft

Egal ob als Eltern oder in einer Beziehung ohne Kinder – wenn die anfängliche Verliebtheit verflogen ist, dann heißt es: dranbleiben. An der Beziehung, an dem uns. An dem, was uns verbindet. Keine Beziehung plätschert glücksselig dahin, es gibt immer wieder Phasen, in denen wir an uns arbeiten müssen, auf uns achten müssen. Das kann uns gut gelingen, wenn wir dabei gewisse Dinge beachten und uns mit einer gewissen Achtsamkeit begegnen.

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Ich habe in der heutigen Podcastfolge die 3 Pfeiler einer achtsamen Beziehung für Euch zusammengetragen.

Achtsames Wahrnehmen

Achtsames Kommunizieren

Achtsames Zuhören

Denn wenn wir diese drei Pfeiler als Grundlage gut verinnerlicht haben, dann können wir einfach auch durch stürmische Zeiten schiffen. Dann bringt uns so schnell nichts aus der Ruhe. Dann können wir es gut schaffen achtsam und liebevoll miteinander zu leben.

Ich freue mich über Bewertungen auf itunes oder sonstiges Feedback hier in den Kommentaren.

Weiterführende Links für diese Folge sind:

Online Kurs „Paar sein und bleiben“

6 Elemente des Einsichtdialoges

Zwiegespräche

Holt Euch die Anleitung für Zwiegespräche als pdf, um gleich durchzustarten: 

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6 Monate Zwie – Ein Rückblick

Vor ungefähr 6 Monaten haben der Liepste und ich begonnen regelmässig Zwiegespräche zu führen. Regelmässig bedeutet: Einmal pro Woche. Ausgefallen sind sie fast nie, was allein dafür spricht, wie wichtig sie uns von Anfang an waren und auch heute noch sind. Zweifelsohne war diese ungeplante Schwangerschaft eine erste gute Herausforderung um das Wesen der Zwiegespräche für uns zu testen, aber sie haben uns auch sonst sehr viel gegeben.

Die Zwiegespräche laufen für uns so ab, dass wir jeder eine halbe Stunde von uns reden mit der Frage im Hintergrund: „Wie geht es mir? Was bewegt/beschäftigt mich gerade?“ Wenn jeder seine halbe Stunde gesprochen hat, redet jeder noch einmal eine Viertelstunde. Zu Themen, die vielleicht durch das Gesagte des anderen aufgetaucht sind oder weil noch etwas eingefallen ist, was man vorher vergessen hatte oder wozu zu wenig Zeit war. Insgesamt also 1,5h reine, pure und ununterbrochene Paarzeit. Zeit, die wir sonst kaum so intensiv miteinander verbringen würden. Intensiv im Sinne von:

Uns mit uns selbst auseinandersetzen. Zuhören. Preisgeben.

Wie geht es mir?
Diese Frage stellen wir uns ehrlich gesagt selten. Wir bekommen sie gestellt und tasten je nach Fragesteller und Situation ab, wie intensiv wir darüber nachdenken und antworten. Geht so. Ganz ok. Ja, ganz gut soweit. Könnte besser sein. Aber tiefer geht es selten. Wenn ich eine halbe Stunde von mir reden soll, muss ich mich jedoch sehr genau mit mir auseinandersetzen und fragen, wie es mir geht, was mich bewegt. Dabei kommen oft Dinge auf, die uns selbst überraschen. Doch das ist nicht alles. Während wir erzählen und reden, schweifen oft Gedanken weg oder dazu und unser Erzählen nimmt einen Lauf, den wir gar nicht geahnt haben. Dann reden wir von Dingen, die uns scheinbar bewegen, die uns aber nicht bewusst waren. Und das ist höchst interessant, nicht nur für den Zuhörer.

Da kann eine halbe Stunde mal verfliegen wie nichts. Sie kann aber auch sehr lang sein und man rätselt und tüftelt „Ja, was beschäftigt mich wirklich gerade?“ Dennoch am Ball zu bleiben und nach innen zu schauen, kann doch Dinge hervorbringen, die unbewusst irgendwo in uns schlummerten.

Wie geht es Dir?
Genau so spannend empfanden wir jedoch zu erfahren, was in dem anderen los ist, was in ihm vorgeht. Ohne dabei lästig fragen zu müssen „Was ist mit Dir? Ist alles ok? Was beschäftigt Dich?“ Diese Fragen stellen wir uns nur allzu häufig dann, wenn der Partner gerade gar nicht bereit ist darüber zu reden. Was wir wiederum ganz unterschiedlich auffassen, nicht selten verärgert oder frustriert.

Gerade mit dieser dritten Schwangerschaft war es für mich unglaublich hilfreich vom Liepsten ganz ehrlich und in aller Ruhe zu hören, wie es ihm damit geht. Denn am Anfang tat er sich enorm schwer mit der Tatsache, dass wir ein drittes Kind erwarten. Ich weiß nicht wie viel ich von seinen Gedanken erfahren hätte, wenn wir die Gespräche nicht geführt hätten. Wieviel ich von seinen Reaktionen, seinem Verhalten hätte ablesen und interpretieren müssen. Dadurch, dass er Ruhe hatte sich zu erklären, ich nicht das Gefühl hatte, sofort darauf antworten zu müssen oder überhaupt darauf eingehen zu müssen, konnte ich das besser aufnehmen und verarbeiten. Ich konnte ihn besser verstehen und somit auch besser darauf eingehen. Es gab so keine heftigen Diskussionen oder Vorwürfe, sondern einfach nur die Darlegung der eigenen Gefühle und Gedanken.

Genau das ist der Wert dieser Zwiegespräche. Dass wir von vornherein wissen, dass es nicht um Beschuldigungen geht oder um Vorwürfe, dass keine Gefahr besteht, dass der andere sofort in „Aber…“ und Rechtfertigungen, Zurückweisungen verfällt. Sondern dass wir schlicht und einfach Zeit haben zu erklären: So geht es mir. So fühle ich mich. Das bewegt mich. Vieles kann ich dann viel besser aufnehmen, als wenn es irgendwo zwischendurch fallen würde. Oder noch schlimmer irgendwo im Zuge eines anderen Streites oder einer Diskussion plötzlich aufpoppen würde, weil es so lange „schlafengelegt“ wurde.

„Zwiegespräche sind der Austausch von Selbstporträts.“ Michael Lukas Moeller

Als ich den Liepsten fragte, was er an den Zwiegesprächen so schätzt, meinte er es sei die Auseinandersetzung mit sich selbst. Er empfindet es als Mann noch immer schwer von sich und seinen Gefühlen zu reden. Das ist interessant, da ich finde, dass er das eh gut kann. Aber für ihn scheint das noch immer eine Herausforderung zu sein.

Für mich hingegen ist es höchst erleichternd und bereichernd zu hören, wie es ihm geht, ohne ihn danach fragen zu müssen. Das typische Paar, oder? Er redet ungern von sich. Sie nervt ihn mit Fragen. Das müssen wir nicht, weil wir wissen, dass wir das am Wochenende sowieso voneinander erfahren. Wundervoll. Erleichternd. Und ich finde: unglaublich verbindend. Ich fühle mich dem Liepsten immer sehr viel näher nach unserem Zwie. Und obwohl das Zwie eine konstruierte Situation ist, so ist mir die Nähe danach sehr natürlich und liebevoll.

Nicht selten hebe ich mir Themen sogar extra für das Zwie am Wochenende auf. Weil ich weiß, dass wir dann viel mehr Ruhe haben dafür, weil ich dann besser in Ruhe erklären kann, was ich wie meine. Damit diese Themen nicht, wie oft schon geschehen, habe ich uns Zwienotizbücher angelegt.

Letztendlich ist das Zwie eine fixe Date Night, die wir uns sonst so nicht in dem Ausmaß gönnen würden. Einmal die Woche intensive Gespräche. Handy ausgeschaltet, Tür versperrt (was in dem Haus hier wichtig ist). Anderthalb Stunden nur für uns. Und weil dann der Abend schon recht fortgeschritten ist, geht auch keiner von uns danach mehr eigene Wege. Wir verbringen auch den Rest oft in gemütlicher Zweisamkeit. Aber es fühlt sich intensiver an als sonstige Abende mit Laptop, Buch, Strickzeug oder Filmen.

Ich bin dankbar, dass wir diese Zwiegespräche entdeckt haben und sie uns so bereichern. Wir können sie nur wärmstens empfehlen. Und auch in meinem Online Kurs „Paar sein und bleiben“ sind sie ein Schwerpunktthema. Darüber hinaus empfehle ich die Bücher von Michael Lukas Moeller, in dem er immer wieder die Notwendigkeit von Zwiegesprächen erläutert und in denen viele Paare aus ihren Zwieerfahrungen berichten. Nach ein paar Seiten fragt man sich oft, warum man die nicht schon immer geführt hat.

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