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Mein neues Buch kommt :: Zeit für Wünsche

Seit Monaten schon beschäftigt mich dieses Thema, dass mir an jeder Straßenecke begegnet: Erschöpfte Mütter. Mehr und mehr höre ich: “Es ist so anstrengend.” und “Ich bin am Limit.” Mütter suchen Auszeiten, brauchen dringend Pausen. Und draußen im Internet wird ihnen dauernd gesagt, wie sie trotz Kinder und Familie erfolgreich sein können. Das passt alles so nicht zusammen.

Als ich für meine Buchverlosung meines Geschwisterbuches * neulich fragte: “Was sind Eure größten Herausforderungen als Eltern?” sagten ca. 90% der Teilnehmerinnen (alles Mütter): Allen gerecht werden, alle Bedürfnisse berücksichtigen, dabei mich nicht vergessen, ich selbst bleiben, Im Alltagstrudel nicht unterzugehen.

Und da konnte ich nicht mehr an mich halten und habe losgeschrieben. Habe endlich das Buch begonnen, was seit Monaten in mir schlummert und dringend unbedingt aus mir heraus will. Und es fließt und fließt. Meine Teilnahme an diversen mbsr- und mbcl-Kursen hilft mir dabei sehr, dazu die lange Auseinandersetzung mit den Themen rund um Stress, Persönlichkeitsentwicklung, Selbstfürsorge etc. Und natürlich auch mein eigener Weg, denn ich selbst kenne die Themen rund ums erschöpfte Muttersein nur zu gut.

Das Buch wächst, 70 Seiten sind fertig und immer noch fallen mir Dinge ein, die doch unbedingt hinein sollten. Aber bevor ich mich an eine finale Struktur binde, die es irgendwann ja doch braucht, um das ganze nicht zu einem gerüstlosen Haufen werden zu lassen, möchte ich Euch mit einbeziehen und fragen:

Was soll unbedingt da drin sein?

Was wünscht Ihr Euch von einem Buch zum Thema: “Es ist genug, Mama.”

Was würde Euch gerade jetzt wirklich gut tun und hilfreich sein?

Und was braucht Ihr absolut überhaupt nicht mehr, was wollt Ihr nicht mehr hören?

Ich möchte keinen großen theoretischen Wälzer formulieren. Ich möchte Euch individuell da begegnen, wo Ihr gerade steht.

Erzählt mir davon. Ihr könnt es hier im Kommentar tun oder mir emails schreiben. Mir ist nur wichtig, dass das Buch letztendlich auch das ist, was Ihr Euch wünschen würdet.

Ich haue derweil weiter in die Tastatur und gestalte das Outline ein bisschen. Das macht mir ja besondere Freude.

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Abgestillt :: In Stille dankbar

Auf die Kraft, die mein Körper aufbrachte, um meine Kinder zu gebären, die mich fast in Stücke teilte und mich teils schockiert, gleichzeitig bewundernd zurück ließ, folgte die Stille. Die Stille dieser ersten Momente. Die Stille der Verwunderung über die Perfektion dieser kleinen Körper. Die Stille voll wunderbarer unbegreiflicher Liebe und Glücksseligkeit. Die Stille der Erleichterung, dass die Kraft nun vorüber war. Die Stille der Vorfreude auf jeden neuen Moment. Die Stille des ersten kraftvollen Zuges an meiner Brust.

Fast problemlos habe ich alle drei Kinder gestillt, habe sie 6 Monate lang ausschließlich selbst ernährt, dabei verzückt gehalten und gestreichelt. Habe sie übermüdet nachts aufgenommen und träge schlafende, mit Milch gefüllte Körper zurückgelegt. Ich habe meine Kinder immer bewundert für die Kraft, diese körperliche Anstrengung so scheinbar leicht, oft halbschlafend aufzubringen. Ich habe eine Woche lang ausschließlich durch Abpumpen den Milchfluss erhalten, während Herr Klein sich auf der Intensivstation von seiner Herz OP erholt hat. Ich erinnere mich noch heute selig an das erste Stillen danach. Voller Tränen der endlosen Erleichterung.

Ich habe alle drei Kinder über die 6 Monate hinaus gestillt, so, wie es ihnen gefiel. Wie es für mich passte. Wie alles rund und angenehm für uns alle schien. Ich habe das gern zurückgezogen mit ihnen allein getan, mich lieber auf meine Kinder und den Moment konzentriert als auf ein Verfechten der Stillfreiheit in aller Öffentlichkeit. Ich habe es für uns genossen und bin damit nie angeeckt.

Es gab Zeiten, da habe ich mir weniger davon gewünscht. Vor allem als Frau Klein so gar nichts essen wollte fast bis zum zweiten Lebensjahr. Sich fast ausschließlich von der Brust ernährt hat. Da ließ mich der viele Körperkontakt abends erschöpft zurück. Da merkte ich bald, dass es Zeit war, Abschied zu nehmen. Denn ein Stillen, das nur für meine Kinder angenehm war und sie beseelte, während es mir zunehmend Anstrengung und Last wurde, das wollte ich nicht. Für meine Kinder nicht und für mich nicht.

Auf das Abstillen folgte die Energie, neue Kraft, neues Leben in meinem Körper. Jedes Mal wieder. Bis zum nächsten Mal.

Nun gibt es kein nächstes Mal und das ist genau so richtig gut. Nach 7 Jahren verabschiede ich mich von drei Stillzeiten, die jede für sich besonders, einzigartig und wundervoll waren. Die mich über meinen Körper staunen ließen. Das weibliche Wunderwerk in neues Licht rückte. Ich bin dankbar, glücklich und zufrieden, dass es mir möglich war so einfach so lange zu stillen. Dass es mir so lange so viel Freude bereitet hat. Ich fühle mich selbst auch genährt von all der Zeit zu zweit mit jedem Kind ganz exklusiv, von all der Nähe und Zuneigung, die dort zwischen uns war. Die uns heute noch trägt. Immer tragen wird.

Ich freue mich aber auch, dass mein Körper nun wieder nur mir gehört. Er schreit nach Pflege, nach Achtung und Rücksicht. Er schreit nach Selbstfürsorge und all das soll er nun bekommen. Ich freue mich, dass der Liepste und ich nun gleichwertig sind in unseren Rollen und uns flexibler austauschen können.

Ich danke meinem Körper zutiefst für all die Kraft und die Energie, die er mir gegeben hat. Und werde mich nun liebevoll dafür revanchieren. Mich neu ausrichten, aufrichten und ihm Erholung gönnen. Und neue Stille. Die Stille des Mich-selbst-wiederspürens. Die Stille der Neuausrichtung. Die Stille von tiefem Schlaf einer ganzen Nacht.

Ich danke meinen drei kleinen Nasen für diese wundervolle Zeit. Jetzt wird einfach nur noch gekuschelt. Und das ist dreifach schön.

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