Hochbegabung

12von12 mit Schatten und viel Herz

Heute mal wieder ein ganz normaler 12er. So man hier einen alltäglichen Alltagstag normal nennen kann.

Tasse Kleiner Maulwurf

Begonnen hat er wie jeder Tag mit einer gehörigen Portion Kaffee in meiner Lieblingstasse. Die darf niemand außer mir verwenden. Aber die Kinder haben ja eh ihre eigenen.

Um 8 Uhr hieß es Zahnspangenkontrolle mit Herrn Klein. Der hat nämlich seit zwei Monaten eine Zahnspange, die er nachts tragen muss. Und nach anfänglichen Schwierigkeiten klappt das nun auch ganz gut. Ich ziehe da wirklich den Hut vor ihm, er hat die Abdrücke über sich ergehen lassen und das Monster, was er sich da abends in den Mund schiebt, schaut auch nicht sehr angenehm aus. Aber er macht das super mit. Die Zahnärztin war auch entsprechend zufrieden.

Danach hab ich ihn zur Schule gebracht. Davor steht dieser Baum, der mich doch immer wieder zum Lächeln bringt. Vor allem wenn über ihm so ein blauer Himmel schwebt.

Eine Stunde später hatte ich dann meinen dienstäglichen Therapietermin. Der Eissalon um die Ecke ist aus dem Winterschlaf erwacht und eröffnet am Donnerstag die Saison. Ich mach mir zwar nicht sooo viel aus Eis, aber ich mag es, wenn überall der Frühling so spürbar und hörbar und sichtbar wird.

Am Nachmittag sind alle Kinder wieder daheim. Miniklein findet es geselliger am Gang gewisse Geschäfte zu erledigen. Man könnte ja was verpassen.

Auch daheim zeigt sich der Frühling. Die Sonne schaut täglich früher und ein paar Minuten länger in die Wohnung. Das freut nicht nur die Pflanzen, sondern auch mein Schattenliebhaberherz.

Tja und wer die Weihnachtsdeko bis März nicht abnimmt, der freut sich dann bei Abendsonne über hübsche Schatten auf den Vorhängen.

Die Kinder sind am Nachmittag alle ausgeflogen und haben sich bei diversen anderen Kindern im Haus eingeladen. Ich hab viel gewerkelt und gemacht, hatte aber auch einen sehr müden und therapievernebelten Tag. Da half dann nur noch gute Musik und bissl tanzen. Die Abendsonne war sehr einladend.

Abendessen am Herd. Trotz Frühling war mir heut sehr kalt, deshalb gab es gute Suppe. Bissl püriert, bissl nicht. Und für wieder andere mit Nudeleinlage. Weil ja bei so vielen Menschen viele verschiedene Vorlieben herrschen.

Die Kinder haben von Nachbarn riesige Kisten voller Taschenbücher bekommen. Die haben sie am Gang in das Regal sortiert und dort können sie die sich ausborgen. Seitdem ist das Taschenbuchlesefieber ausgebrochen.

Deshalb ist das hier auch morgendliches und abendliches Symbolbild. Naja, es könnte wahrlich schlimmer sein.

Kinderbuch für Herzkinder Giraffe Gilda

Und ich? Ich arbeite an meiner Abschlussarbeit für meinen Grafikdesignkurs. Da konnte ich auswählen, was ich mache und eine Variante war ein Kinderbuch. Da lag es natürlich nahe, dass ich endlich Giraffe Gilda aus der Schublade ziehe und überarbeite und dann auch abschließe. Somit darf die endlich nicht nur meines, sondern viele kleine und große Herzen erfreuen. Denn ja, die wird es dann in irgendeiner Form ganz wirklich in echt geben. Das ist mein Herzensprojekt und das will jetzt in die Welt hinaus. Das muss in die Welt hinaus. Und es macht mir größte Freude. Das macht mich besonders glücklich!

Also ja, ein 12er mit viel Schatten und viel Herz. Der geht jetzt so müde zu Ende, wie er begonnen hat. Also gute Nacht!

Mehr 12von12 findet Ihr wie gehabt drüben bei Draußen nur Kännchen.

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Giraffe Gilda für Herzkinder

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Heute ist Tag des herzkranken Kindes. Während ich diesen Tag früher nie kannte, bin ich heute sehr froh, dass es ihn gibt. Denn Herzkinder werden immer wieder geboren. Fehlstellungen des Herzens kommen vor, auch wenn die Ursachen selten begründet sind. 

Herzkinder und ihre Eltern durchlaufen oft ab Diagnosestellung eine schwere Zeit. Die Eltern noch mehr, als die Kinder selbst. Sorgen, Ängste und Fragen umkreisen sie tagtäglich. Ihre Kinder werden manchmal schon nach wenigen Stunden, manchmal erst nach ein paar Monaten und manchmal mehrmals im kleinen Kinderleben am offenen Herzen operiert. Dazu kommen regelmässige Untersuchungen, Medikamentengaben und genaue Beobachtungen und Messung der Herzaktivitäten auch über Nacht daheim.

Dennoch sind die Kinder nach außen meistens gesund. Sie wirken nicht beeinträchtigt, man sieht ihnen ihre Defizite nicht sofort an. Unterstützung müssen sich die Eltern meist selbst suchen. Sei es bei der Suche nach Pflege, nach finanzieller Unterstützung oder auch psychisch.

Es ist eben kein normales Leben, das Eltern mit einem Herzkind führen. Vor der Operation nicht. Und danach auch nicht.

In dem Bericht des ORF über ein Herzkind, sagt die Mutter des Kindes: “Erwachsene können nach der (Herz)Operation auf eine Reha gehen. Für Kinder gibt es diese Möglichkeit nicht.” Und genau da sehe ich auch das Problem. Eine Operation im frühen Säuglings- oder Kindesalter geht nicht spurlos an einem Kind vorüber. Auch wenn nicht immer von einem Trauma geredet werden muss, so hinterlässt eine Operation in einer Zeit, in der die Sinne und Wahrnehmung sich rasant entwickeln, ihre Spuren. Und diese sind nicht immer sofort, aber im Laufe der Jahre spürbar. Im Kontakt mit anderen Herzeltern wurde mir das bestätigt. Nicht nur haben die Kinder oft nach der Operation eine sehr ausgeprägte Ärztephobie und lassen sich nur schwer oder kaum untersuchen. Sie werden später aggressiv oder sehr zurückhaltend, sobald eine Untersuchung näher rückt. Sie spüren Gedanken, Gefühle und Gerüche wieder, die ihnen irgendwo im Unterbewusstsein hängen geblieben sind und drücken ihren Unmut darüber auf ihre Weise nun auf. Eltern sind ratlos und auch selbst nicht selten noch von den Erlebnissen und Erfahrungen beeinträchtigt. Es dauert auch oft eine Weile, bis sie verstehen, warum ihre Kinder gerade jetzt so reagieren.

Was es braucht, ist eine Aufarbeitung für die gesamte Familie, aber vor allem für die Kinder, denn sie können sich eben oft nicht so ausdrücken, wie es Eltern können.

Ich habe für Herrn Klein ein Herzbuch gestaltet, um ihm einen Zugang zu geben und die Möglichkeit, sich mit der Thematik auseinander zu setzen. Nun möchte ich, dass mehrere Kinder diese Möglichkeit haben. Dafür habe ich nun begonnen, ein Herzbuch für alle Kinder zu gestalten. Giraffe Gilda.

Giraffe Gilda hat ein Loch im Herzen und muss operiert werden. Sie begegnet im Krankenhaus anderen Giraffenkindern mit ganz verschiedenen Herzfehlern. Sie alle erleben ähnliche Untersuchungen wie eben den Herzultraschall, ein EKG, Blutdruckmessungen. Das Alltägliche, was Herzkinder kennen und immer wieder erleben. Sie können sich so mit Giraffe Gilda identifizieren und miterleben. Durch das Buch sollen sie aber eben auch die Möglichkeit bekommen gemeinsam mit ihren Eltern Fragen zu besprechen und die Erlebnisse gemeinsam zu verarbeiten. Denn das wünsche ich allen Herzkindern.

 

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