Alfie Kohn

Adventtee und Gedanken zum Glück

Der heutige Tag war „meiner“ beim Teeadventkalender von Frau Alltagsbunt. Und eigentlich hätte hier heute früh schon ein Beitrag online sein sollen dafür. Aber dieses kranke Kind und zu viel auf der Liste und mein Wunsch nach Gemütlichkeit, der Nikolo und alles gemeinsam haben all das nun auf sich warten lassen.

Ich habe allen einen Tee von Sonnentor gewählt, weil ich deren Tees und vor allem deren liebevolle Gestaltung der Teepackerl so mag. Gewählt habe ich den Glückstee, weil ich Kräutertees am meisten mag. Und so ein Stück vom Glück tut gut. Meine persönlichen Gedanken zum Glück sind vielfältig.

Unsere Englischlehrerin im Abitur hat unter die Klausuren immer „Alles Gute!“ geschrieben und eines Tages erklärt sie schreibe nicht „Viel Glück“ drunter, weil das suggerieren würde, dass die Arbeit so schwer sei, dass wir Glück bräuchten, um sie zu schaffen. Mich hat dieser Denkansatz fasziniert und ich trage ihn heute noch in mir. Ich wünsche Menschen selten Glück, sondern das, was sie wirklich gebrauchen können im jeweiligen Moment.

Wie komplex das Thema Glück ist, habe ich im Filmosophy Kurs in Edinburgh gelernt. Da haben wir philosophische Themen anhand von Filmbeispielen diskutiert und uns unter anderem mit den verschiedenen Arten von Glück auseinandergesetzt. Da gibt es ja das spielerische Glück, die Glücksspiele, das bewusst herausgeforderte Glück und dann das Glücksempfinden. Was macht mich glücklich? Was brauche ich zum Glücklichsein?

Und dabei fällt mir immer wieder auf, wie wenig es mir um das große Glück geht. Wahrscheinlich kann ich mich glücklich schätzen. Ich habe einen wundervollen Mann, großartige Kinder, lebe in einem aufregenden Haus, habe einen sehr feinen Job und bin gesund und munter. Aber deshalb laufe ich ja nicht von früh bis spät wie ein Honigkuchenpferd durch die Gegend. Dennoch gibt es schlechte Tage, dennoch verfluche ich manchmal die Welt und die Menschen um mich herum. Glück sind für mich die kleinen Momente. Und das ist so einfach und banal wie es klingt. Das ist kein Gefasel aus irgendeinem Lebenshilfebuch. Es ist die Realität. Ich empfinde Glück, wenn meine Kinder mich eine Nacht durchschlafen lassen. Wenn sie mir spontan ein Bussi aufdrücken. Wenn sie laut kichern. Wenn ich dankbares Feedback erhalte. Wenn ich ich einen kreativen Moment habe und etwas aus mir heraus entsteht. ich empfinde Glück, wenn ich in Ruhe ein paar Zeilen in einem guten Buch lesen kann. Wenn der Liepste mich küsst. Oder ich ihn. Die gedanken an einen anstehenden Urlaub machen mich glücklich. Glück ist, wenn mein Alltagsfluss durchbrochen wird.
Und ich empfinde zum Beispiel auch Glück, wenn im Postkasten echte, handgeschriebene Post liegt. Ganz für mich. Ganz analog. So wie früher. Und deshalb gefällt mir auch der Teeadventkalender so sehr. Da kommt Post und die riecht gut, weil die Teebeutel da unterwegs ihre Duftnote hinterlassen. Und ich trinke jeden Tag eine Kanne Tee. Auch das ist Glück. Und Gemütlichkeit, die ich ja in diesem Monat im Fokus habe.

Ich muss nicht jeden Tag sagen können „Ich bin glücklich.“ Aber ich möchte jeden Tag oder doch immer wieder einen glücklichen Moment erleben. Das ist für mich Glück.

Was bedeutet Glück für Dich? Und welcher Glücksmoment hat Euch heute ein Lächeln ins Gesicht gezaubert? 

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Vom kleinen Glück

Heute früh habe ich mir die Affirmationskarte „Ich sehe das kleine Glück“ gewählt. Ich könnte mir auch einfach eine Karte ziehen, aber ich mag es lieber, wenn sie ein bisschen zu meiner Tagesverfassung passt, weil es mir dann leichter fällt sie in mein Tun und Denken zu integrieren. 

Begonnen hat der Tag (viel zu früh) damit, dass die Kinder sich vor Hunger mal wieder niedergeschrien haben. Als sie versorgt am Tisch saßen, habe ich mich noch mal aufs Sofa fallenlassen und die Augen geschlossen. Da kam Frau Klein zu mir, gab mir einen sanften Kuss auf die Wange und sagte „Schlaf gut, Mama.“ Diese Momente sind es, die das kleine Glück ausmachen.

Der Tag war dann sehr turbulent. Wir machten eine kleine große Radtour über 25km, ein erstes Picknick und haben unseren Balkon sommerfest gemacht. Dazwischen gab es aber viele Momente, in denen ich die Nerven verlor. „Das kleine Glück, Nadine!“ erinnerte mich eine Stimme in meinem Kopf und zwischendurch vergaß ich, was das war. Als ich eben bei Miniklein im Bett lag, er leise in den Schlaf dahin huschte, da überlegte ich, was das kleine Glück heute war. 

Ganz profan dachte ich die Radtour natürlich, das Picknick, aber es fühlte sich nicht so recht danach an. Es war mehr. Es war noch kleiner. Und noch wirksamer.

Unsere erste Pause auf der Radtour führte uns zu einem ganz kleinen, abgelegenen Donauarm. Er war versteckt hinter Büschen und Bäumen und sah furchtbar paradiesisch aus. Ich stand dort, genoß die Stille, Herr Klein neben mir schaute mich an und legte den Arm um mich. Dieses kleine zarte gemeinsame Genießen des Moments, der Zweisamkeit, die viel zu wenig Raum hat, die er auch viel zu selten einfordert, womöglich nicht mehr so häufig braucht, das war ein Moment des kleinen Glücks.

Auf der Picknickdecke saß Miniklein und betrachtete die weite Welt um sich herum. Ein Schmetterling flog aus dem Gebüsch auf und Miniklein rief laut „Oh! Oh!“ und schaute ihm verzückt hinterher. Das kleine Glück in Form von großer Verwunderung über diese Welt, die sich ihm da gerade öffnet. So wunderbar, das beobachten zu können. 

Frau Klein stürzte gewaltig mit ihrem Rad, rollte über sich selbst. Ich war hinter ihr und konnte nichts tun als zusehen. Ich nahm sie auf und sie weinte und schrie in meine Schulter. Die Erleichterung, dass ihr nichts weiter passiert war, außer einem aufgeschlagenen Knie, dass ich tat, was ich tun konnte – halten und trösten – und spürte wie ihr Schmerz Stück für Stück von ihr wich. Nein, wenn sie sich weh tun, ist das nicht das kleine Glück. Aber sie trösten und halten zu können, für sie da sein zu können, das empfinde ich als sehr wertvoll.

Die vorsichtig aus der Erde hinausspähenden grünen Blättchen meiner gesäten Pflanzen  – auch das ist das kleine Glück für mich. 

Dieser Tag war trotz allem Wüten und Grummeln sehr reich und beglückend. Dafür bin ich sehr dankbar. 

Das kleine Glück ist oft so klein. Aber so viel wirksamer, als das große. 

Lächelnd hopsend stand sie nun noch einmal neben mir, hat den Tag abgerundet und mir noch ein Bussi gegeben, meine Frau Klein. Und dieses Mal habe ich zu ihr gesagt: Schlaf gut. Und ich hoffe das tut sie nun wie die anderen beiden auch. Denn jetzt genieße ich Zeit mit dem Liepsten. 

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Friday Fives

Der Januar rast dahin. Still, aber schnell. Und ich bin ganz ruhig und schaue ihm zu. Stresse mich nicht. So, wie ich es mir vorgenommen habe. Ich kann nicht mehr, als ich tue. Nein ich will nicht mehr, als ich tue. Und keiner zwingt mich. In mir drin ist wunderbare Stille. 

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Die Woche war dicht und voll, aber auch voll wunderbarer Dinge. Dafür war ich dankbar:

1 – Bewegung. Wir haben schon seit über einem Jahr eine Großbaustelle mit Frau Klein. Nichts hat sich getan, egal welche Strategie wir gefahren sind. Und jetzt, als wir am Ende und Verzweifeln waren, da kommt plötzlich etwas in Bewegung. Ich bin so froh und dankbar… Und schaue dem gespannt zu.

2 – Glück. Ich habe über das Glück geschrieben und warum ich so glücklich bin. Das hat mich zum einen selbst sehr erfreut und ich fühlte eine tiefe Dankbarkeit dafür. Zum anderen habe ich wunderbare Resonanz dazu erhalten. Danke.

3 – Massage. Die erste Shiatsu Massage seit der Geburt. Im Morgenlicht. Es hat mir so gut getan, mich so sehr entspannt. Ich bin so dankbar dass so etwas so einfach in unserem Haus zu machen ist.

4 – Schreiben. Gerade besuche ich bis Sonntag ein Short Story Seminar. Das bedeutet: 4 Tage ich ohne Kinder im Tun dessen, was mich am meisten begeistert: Schreiben. Ich bin selig und dankbar, dass so etwas nun wieder möglich ist. Ja, die Kinder werden groß, aber unsere Freiheiten werden so auch wieder größer und das ist ganz wunderbar.

5 – Geburtstag. Wir hatten einen wunderschönen entspannten Kindergeburtstag am Sonntag. Ich bin dankbar, dass unser Anspruch an Perfektion in der Hinsicht wirklich locker ist. Es soll schön sein und besonders, aber nicht perfekt. Und so haben einige Eltern gesagt: „Das ist aber wirklich ein entspannter Geburtstag.“ Und die Kinder hatten großen Spaß. Wundervoll!

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