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Creadienstag :: Wenn-Büchlein

Als mir vor 4 Wochen eine Freundin von der Idee des Wenn-Büchleins als Geschenkidee für eine andere Freundin berichtete, schaute ich nur verdattelt drein. Ein Wenn-Was ? Aber auf Pinterest wurde ich fündig. Anfangs war ich noch skeptisch. Ein Büchlein voller Klimbim? Wer braucht denn sowas? Die Minimalismusliebhaberin in mir strauchelte. Aber ich fügte mich der Idee – immerhin sollte ja nicht ich so ein Büchlein bekommen. Und die Beschenkte – so war ich mir sicher – würde sich freuen.

Und während wir das Büchlein erstellten und gestalteten, sah ich auch den Wert darin. Ich mache erstens gern Geschenke selbst. Und wenn ich etwas kaufe, dann gebe ich gern noch eine kleine Kleinigkeit dazu. Vorzugsweise eher etwas kleines, feines, selbstgemachtes in dem Gedanken stecken, die ich mir zur Person mache. Und dafür ist das Wenn-Büchlein perfekt. Denn man muss ja nicht die vielen 1000 Ideen, die man auf Pinterest findet, verwenden, sondern kann sich die rauspicken, die zu der beschenkten Person passen oder die einem selbst einfallen.

 

Und nach einem langen Abend zu dritt war das erste Wenn-Büchlein zum 50er einer Freundin fertig.

Wir haben einfach ein paar Wenns wie

  • Wenn Dir mal der Durchblick fehlt – Brillenputztücher (geht natürlich nur bei Brillenträgern)
  • Wenn Dir mal die Worte fehlen – Buchstabensuppe
  • Wenn Dir mal die Würze im Leben fehlt – Gewürzprobepackung
  • Wenn Du mal frischen Wind brauchst – Windrad (da wussten wir, dass sie so eines wollte für den Balkon) etc. etc.

gesammelt und eingeklebt. Das wird dann ein recht dickes Büchlein, deshalb habe ich die Bindung so gewählt, dass man es gut zuschnüren kann, damit die Seiten nicht so nach hinten kippen.

Kurz darauf setzte ich mich ans nächste Wenn-Büchlein. Für eine Freundin aus Studienzeiten.

Und letzte Woche erstellte ich kleines Minimini-Wenn-Büchlein, was mir auch sehr viel Spaß gemacht hat.

Darin waren kleine Wenns wie

  • Wenn du mal Luft ablassen willst – Luftballons
  • Wenn Dir mal die Zeit davonrast – eine Uhr mit Stift, wo man die Zeit selbst eintragen kann
  • Wenn Du mal Energie brauchst – Traubenzucker

Weil dieses Büchlein für eine Nachbarin war, die viel arbeitet und immer viel zu tun hat.

Und so habe ich Freude gefunden an diesen Wenn-Büchlein. Am Gestalten als auch am Schenken. Und ich hoffe, dass die Beschenkten auch Freude damit haben.

Habt Ihr auch so Geschenkedauerbrenner, die immer wieder gut ankommen? Erzählt doch davon, ich bin immer wieder auf der Suche nach guten Ideen.

Noch mehr Kreatives findet Ihr beim Creadienstag. Aber Vorsicht, da kommt Ihr nicht mehr weg… :)

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Friday Fives

Die letzte Karenzwoche ist dahin. Also die letzte so richtige alltägliche. Nun haben wir alle frei und Urlaub und ab Jänner ist der Liepste in Karenz und ich habe Zeit für… oh für so viele Dinge hilfe hilfe da fällt mir bald mehr ein als ich Zeit habe… Aber erst einmal der Rückblick auf die letzte Woche und wofür ich dankbar bin:

ritual

1 – Ruhe und Entspannung. Ich bin heuer so komplett am Geschenkewahn vorbeigegangen. Zum einen bekommen die Kinder ja je nur ein Geschenk und diese waren sehr leicht zu besorgen. Zum anderen wollte ursprünglich sehr viel Weihnachtspost verschicken, habe das aber nicht geschafft und mich dann einfach damit abgefunden. Dafür würde ich gern Neujahrespost verschicken und hoffe in den Rauhnächten dazu zu kommen. Es hat sehr gut getan mich da einfach treiben zu lassen und diese Entspanntheit zu leben.

2 – Anmeldungen. Für meine Spielräume haben sich nun noch einige Eltern angemeldet, was mich auch sehr freut. Ich bin schon wieder gespannt auf die gemeinsame Zeit und die vielen spannenden Beobachtungen.

3 – Gemütlichkeit. Die Kinder wollten die Tage mal wieder gemeinsam in großen Betten am Boden schlafen. Das haben sie hin und wieder, da wollen sie auf dem Sofa im Spielzimmer oder gemeinsam auf ihren Matratzen unter statt in ihren Betten schlafen. Das macht das Hinlegen oft sehr gemütlich, weil wir dann alle rumkugeln und lesen und kuscheln, bevor sie dann müde einschlafen. Das passt sehr zur Jahreszeit.

4 – starken Willen. Herr Klein hat einen weiteren Zahn verloren und nun wird es für ihn höchste Zeit das Daumenlutschen, was er ja kurz vor Schulbeginn selbständig aufhörte auch nachts zu unterlassen. Er wollte, dass wir ihm dabei helfen und so haben wir ihn abends daran erinnert, weil der Daumen oft automatisch in den Mund gewandert ist. Und er hat das dann wirklich geschafft und schläft nun ohne Daumen ein. Ich bin furchtbar stolz auf seinen starken Willen.

5 – neue Nachbar*innen. Wir haben gestern in einem fast 3-stündigen Prozess eine neue Familie für eine frei werdende Wohnung im Haus ausgesucht. Das war nicht leicht, denn natürlich gab es viele spannende Bewerbungen. Der Prozess war sehr harmonisch und spannend, wir haben so viele schöne Argumente für alle gefunden, aber bei einer Familie haben dann einige dazu geführt, dass sie zum klaren Favoriten geworden sind. Ein schöner Abend, der mal wieder gezeigt hat, was wir für eine spannende und angenehme Entscheidungs- und Kommunikationskultur leben. Und natürlich auch spannend zu sehen, wer jetzt neu einziehen wird.

Nun freuen wir uns auf Weihnachten. Der Liepste fährt heut abend wie jedes Jahr mit einigen Nachbari*innen zum Christkindlmarkt und holt dort Weihnachtsbäume, die dort den Markt geschmückt haben. Die bekommen bei uns nun noch eine zweite Berufung. Ich werde derweil mit den Kindern einen Kinoabend zu Hause machen und Miniklein wird schön schlummern. Ich freue mich auf viel Gemütlichkeit und einfach nur Sein und einander Genießen. Habt eine schöne Zeit mit Euren Lieben!

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Was, nur ein Geschenk ?

Letztes Jahr wünschte sich Herr Klein ganz dringend und unbedingt eine Ritterburg zu Weihnachten. Nun, eigentlich wünschte er sich den gesamten PM Katalog, schrieb immer wieder in fleißiger Fleißarbeit sämtliche Produkttitel auf Papiere. Aber die Ritterburg, die war besonders wichtig. Und so kauften wir eine Ritterburg. Nicht die Löwen- und auch nicht die Falkenritterburg. Nein, wir besorgten so eine alte, die es nicht mehr gibt. Die ist schöner und größer und flexibler. Und die stand dann unterm Weihnachtsbaum. Oder Christbaum. Jedenfalls stand da eine geschmückte Tanne mit Ritterburg drunter.

Und Herr Klein stand vor dieser Tanne und sah die Burg. Und dann sagte er: „Und was ist da drin? Und da?“ und deutete auf die vielen anderen kleineren Geschenke, die sich da noch angehäuft hatten. Und alles, was für ihn war, riss er auf. Und dann fragte er: „Und was kann ich noch aufreißen?“ Und irgendwann gab es nichts mehr aufzureißen und dann schaute er ein wenig herum. Und der Liepste und der Opa bauten dann mehr für als mit ihm die Ritterburg auf.

Wir waren entsetzt. Verärgert. Wütend.

Natürlich, zum Teil war das unsere Schuld. Wir hatten das so einreißen lassen. Hatten selbst noch Zeug gekauft zu der Ritterburg. Hatten Oma und Opa und Hinz und Kunz noch Geschenke kaufen lassen. Und alles lag dann da unter dem Baum. Und ich kenne das von früher. Da kam Oma immer mit Wäschekörben voll Zeug rein. Päckchen und Geschenke überall. Großes Gelage. Viel Zeug. Viel zu viel Zeug. In einem Jahr bekam ich außerdem ein Puppenhaus. Das war das allertollste. Ich hatte es mir gewünscht. Und ich erinnere mich an kein anderes Geschenk in diesem Jahr. Nur an mein lang ersehntes Puppenhaus. Und die Puppe auf dem Klo, die mein Opa da in diesem Haus so drapiert hatte. Was haben da alle gelacht. Das war schön. Daran erinnere ich mich. Warum brauchen wir immer viele tausend Geschenke zum Glücklichsein?

xmas

Das ganze Jahr über habe ich ausgemistet. Immer wieder. Schritt für Schritt. Die Kinder haben so einiges. Ob es zu viel ist? Manchmal glaube ich ja, manchmal halte ich es für überschaubar und im Rahmen. Aber mehr sollte es nicht werden.

Und nun ist schon wieder Weihnachten. Noch vier mal schlafen. „Und dann kriegen wir viele Geschenke!“ sprach Herr Klein gestern. Ich hielt inne. Ich hatte ihm schon einmal gesagt, dass es heuer nur ein Geschenk für jeden gibt. Ein einziges. Hatte er wohl nicht ernst genommen. „Nein, es gibt nur ein Geschenk.“ sagte ich. Mit großen erschrockenen Augen schaute er mich an. Dann grinste er. „Nein, viele.“ Ich blieb klar. „Nein, jeder bekommt ein Geschenk.“ Er grinste noch immer, wurde aber unsicherer. Er kennt mich. Kennt meine Mimik. Weiß allmählich, was ernst ist, was Spaß. Ich erklärte: „Letztes Jahr, da habt Ihr so viel bekommen, dass Ihr alles nur aufgerissen habt, aber was drin war, war Euch egal. Heuer gibts nur ein Geschenk. Das reicht.“ Er wurde etwas verlegen. „Aber Miniklein, kriegt der viele Geschenke?“ – „Nein, der kriegt auch nur eins.“ – „Und Frau Klein?“ Die kam grad ins Zimmer und rief: „Ich bekomme auch ein Geschenk von Christkind!“ Ich nickte. Genau. Ein Geschenk. EINES.

„Du bist ein Schwein!“ rief Herr Klein. „Und Du bist wütend.“ antwortete ich. Er übt sich im Schimpfen im Moment. Das macht die Schule.

Ich freue mich auf Weihnachten. Er bekommt ein Geschenk. Ein sehr großes aus Lego. Frau Klein bekommt ein Geschenk. Auch ein großes. Und Miniklein bekommt ein Geschenk. Und dann will ich in Ruhe mit den Kindern und ihren Geschenken spielen. Dann will ich mit ihnen lange aufbleiben und Faxen machen. Dann will ich mit ihnen Tage ohne Arbeiten und Müssen verbringen. Einfach so ganz gemütlich nur wir. Das Jahr war anstrengend. Wir sind alle etwas aus dem Ruder. Wir brauchen uns und Zeit miteinander. Ohne sollenmüssen. Nur wollendürfen. Das soll Weihnachten sein. So stell ich mir das vor.

Habt es glitzernd und bunt Ihr Lieben!

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