Erkenntnisse der Woche

Zaubertagebuch :: kleine Geschenkidee (auch für dich selbst)

Es gibt ja Menschen, denen möchte man gar nicht viel schenken im materiellen Sinne. Aber eine Aufmerksamkeit, eine kleine Freude, etwas das zeigt: Danke, dass es Dich gibt in meinem Leben. 

Für solche Anlässe gibt es in Klimbimgeschäften viel Zeug. Zeug, das niemals sagen kann, was wir ausdrücken wollen. Zeug, das irgendwann einstaubt, herumsteht oder gar weiterwandert. Und weil ich kein Fan von Blumen bin, bei Schokolade gern mal die falsche Sorte ziehe, schenke ich lieber das, was ich am besten beherrsche: Worte. Das müssen aber nicht meine Worte sein, das können die Worte des Beschenkten sein.

In einem kleinen Zaubertagebuch zum Beispiel kann der- oder diejenige Momente des Tages einfangen und notieren, die diesen Tag besonders gemacht haben. Die ein Lächeln gezaubert haben. Die Sonne hinter den Wolken ahnen ließ. Die Wärme ins Herz getragen haben…

Mit so einem Büchlein schenkt man ja auch viel mehr als ein kleines Heftchen aus Papier. Man schenkt Zeit und kleine Glücksmomente. Weil man sich für die Notizen zurückbesinnt auf diese kleinen Augenblicke. Weil man das Glück, den Zauber, den Moment noch einmal erlebt. Das Gefühl noch einmal sanft streicht.

Es kann auch ein Dankbarkeitstagebuch oder Glücksmomentebuch. Mir gefiel nur der Titel Zaubertagebuch so sehr. Und natürlich kannst Du es Dir auch selbst schenken.

Und nein, man muss dieses Büchlein auch gar nicht selbst binden und gestalten. Es gibt viele hübsche kleine Blanko Notizbücher die man entsprechend beschriften und deklarieren kann. Ich binde sie nur gern selbst weil mir das Spaß macht.

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Erkenntnisse der Woche – Spaß ist, was mir gefällt

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Wir waren heute in einer Hüpfburgwelt. Oder so etwas ähnlichem. Jedenfalls gab es einige verschiedene Hüpfburgen für die Kinder zum Austoben und Bänke für die Eltern zum Sitzen und Entspannen. Eine Hüpfburg war im Prinzip eine riesengroße Rutsche. Herr Klein kletterte die aufgepusteten Hüpfstufen hinauf, schaute sich die Rutsche von oben an und beschloss sofort, wieder herunterzuklettern. Nichts für ihn. Zu hoch. Zu unsicher. 

Er kletterte also diese unförmigen luftigen Stufen wieder hinab, vorbei an all den eiligen ungeduldigen Kindern, die nichts als hinauf und dann hinunter rutschen wollten. Unten angekommen beobachtete er noch einmal kurz das Treiben, kletterte dann doch wieder hinauf, schaute hinunter, drehte sich auf den Bauch und rutschte Füße voran hinunter. Ganz für sich. In seinem Tempo. Sein eigenes zu bestreitendes Wagnis.

Was wir in solchen Situationen nie tun ist anspornen oder motivieren. Es sind seine Grenzen, die er erkennt und die er ganz für sich akzeptiert. Schritt für Schritt ausweitet. Momente, in denen er spürt, was ihm (nicht) gut tut, was sich (un)wohl anfühlt, was er sich zutraut und was nicht.

Gerade in solchen ja doch eher ungefährlichen Gefilden, aber auch auf Spielplätzen oder Kletterparks erlebt man oft Eltern, die ihre Kinder da motivieren. „Na mach schon, ist doch nicht hoch.“ Gerade kleine Kinder, die noch kaum allein sitzen können, werden auf Rutschen hinauf geschoben und an Händen halten hinunter gezogen. Spaß auf Kommando. Es ist gut gemeint. Wir wollen unseren Kindern zeigen, was Spaß macht, was Spaß wirklich ist und wie sie ihn erleben können. Und am Ende wird applaudiert. „Super!“ „Bravo!“ oder „Siehst Du, war doch gar nicht schlimm!“ gerufen.

Was tun wir, wenn wir das tun? Wir motivieren unsere Kinder, ihre eigenen Grenzen zu überschreiten. Was Spaß ist, erfahren sie selbst. Tagtäglich aufs neue. Wenn wir sie die Welt selbst erkunden und ausprobieren lassen, was ihnen gefällt, wozu sie bereit sind. Erkennen lassen, was sie wagen wollen. Was auf lange Sicht dazu führen kann, dass sie ihre Grenzen gar nicht mehr kennen, sie nicht mehr wahr nehmen, nicht mehr ernst nehmen. Egal ob beim Klettern, beim Essen („Ein Haps geht noch!“) oder beim dicken Pulli („Zieh den an, Dir wird sonst kalt!“) – es ist wichtig die Kinder zumindest zu hören. Natürlich können wir ihnen nicht immer die Entscheidung überlassen. Schokolade zum Mittag, die Sandalen bei Schnee – das geht zu ihrem Besten nicht. Aber ihre ganz persönlichen Grenzen spüren zu lassen und zu tolerieren ist ein wesentlicher Schritt in der Entwicklung ihres Selbstwertgefühles. Sie merken so, dass sie in ihrem Empfinden ernst genommen werden und dass ihre Entscheidungen – auch wenn sie manchmal von denen zig anderer Kinder abweichen – in Ordnung sind.

Wir sind als Eltern oft besorgt, dass die Kinder etwas versäumen, von dem wir glauben, dass es wichtige, lustige und freudvolle Kindheitserfahrungen sind. Wir selbst haben dabei so einen Spaß, werden wieder ganz Kind und wollen das in den Augen unserer Kinder gespiegelt sehen. Und übersehen dabei allzu oft, dass sie ganz woanders, in einer ganz anderen – dennoch lustvollen, spaßigen – Welt sind. Und sich diese ganz allein aneignen. Was muss es für ein Gefühl gewesen sein, als Herr Klein heute zum zweiten Mal die Stufen hinauf geklettert ist, beschlossen hat, sich selbst zu überwinden und die Erfahrung zu wagen. Die leuchtenden Augen und das begeisterte nochmalige und nochmalige Klettern und Rutschen. Ein Spaß, den er sich selbst ausgesucht hat, selbst für sich erarbeitet hat. Und den wir dennoch mit ihm beobachtend und lachend geteilt haben.

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Und Schlussendlich, selbst wenn er nicht noch einmal hinauf geklettert wäre – auf einer Rutsche an anderen euphorischen Kindern vorbei zurück nach unten zu klettern, bedarf einiges an Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit. Etwas, was wir uns für unsere Kinder vor allem für später sehr wünschen und was wir bereits jetzt, in diesem jungen Alter entwickeln sehen können. Und was sie sich so in der Form hoffentlich erhalten werden.

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Spaß 20/14 – Elfchen

Eine liebe Nachbarin hat mir neulich von einem ihrer täglichen Schreibübungen aus einem Schreibkalender erzählt – den Elfchen. Daraus ist für mich eine völlig neue aber wundervoll poetische Art „Tagebuch“ geworden.

Ein Elfchen ist wie folgt aufgebaut:

Wort
Wort Wort
Wort Wort Wort
Wort Wort Wort Wort
Wort

Klingt erst einmal ziemlich unspektakulär. Die Aufgabe war nun, täglich zu einem freudigen Ereignis ein Elfchen

zu schreiben. Das soll man laut dieser Übung 30 Tage lang machen, weil sich dann diese immer wieder hervorgezauberte Freude, dieses Bewusstmachen eines freudigen Momentes über so lange Zeit, auf die Grundstimmung überträgt. Und man so schlichtweg ein weniger freudiger wird. Und das war es wohl, was mich als erstes gereizt hat. Ich habe mich also an dem Tag hingesetzt, und mein erstes Elfchen geschrieben.

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Danach war ich komplett begeistert. Nun macht es mir große Freude jeden Abend zu überlegen, was ein freudiger Moment war. Das ist nicht immer so leicht, wie es klingt. Denn es gibt ja schließlich so Tage… Dennoch auch aus diesen Tagen ein wenig Freude herauszukitzeln, ist schon etwas Besonderes. Dieses dann in „Elfchen-Form“ aufzuschreiben, macht gleich wieder Freude. So wird ein alltäglicher Tagebucheintrag nicht nur festgehalten, sondern poetisch untermalt. Und das gefällt mir sehr. Und der Tag geht etwas kreativ zu Ende. Auch das mag ich.

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Ich schreibe nun jeden Abend als „letzten Akt“ vorm Schlafengehen mein Elfchen auf ein Stück A6 Papier. Am Ende des Monats möchte ich diese mit dem Japanese Binding zusammennähen.

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Das Ganze dann Monat für Monat weiterführen. Eine wunderbare Art freudige Momente zu sammeln, wie ich finde.

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