schulkinder

WMDEDGT :: Oder dem Tag eine neue Chance geben

An jedem 5. des Monats fragt Frau Brüllen: “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” Also sag ich Euch heute mal wieder, was ich heute, an diesem zweiten Ferientag, so gemacht habe.

Der Tag fing eher früh und eher bla an weil die Nacht nicht so berauschend war. Ein steifer Nacken trägt nicht so zum guten Schlaf bei, ins Bett wandernde Kinder auch nicht. Vor mir ein langer Tag allein mit den Kindern daheim. Dazu noch ein paar druselige Gedanken, die mich immer wieder plagen und beschäftigen und ich saß im Druselpool. Draußen schien die Sonne und irgendwie passte das alles nicht zusammen.

Also beschloss ich über dem dritten Kaffee da nicht weiter einzutauchen, sondern dem Tag eine frische Chance zu geben. Ich erinnerte mich, dass Herr Klein mit der Schule mal bei Lebensbaumkreis war. Er erzählte gleich wieder ganz begeistert davon, also machten wir uns auf den Weg dorthin. Das brauchte zwei Busfahrten, was mit drei Kindern immer bissl aufregend ist. Unser Buggy löst immer so nach jeder dritten Kurve die Bremsen, den muss man also gut festhalten, dabei schauen, wo die Kinder sitzen und dass dann alle da aus- und einsteigen, wo sie sollen. Aber oben auf dem Hügel angekommen war es einfach nur herrlich ruhig, sonnig und wunderschön. Und sogar noch ein bissl weiß.

Herr Klein warf sich gleich in den Matsch, trug es aber mit Fassung. Wir spazierten zum Lebensbaumkreis, der eine Baustelle war, weil dort gerade die Tonsäulen, die einem was über die jeweiligen Bäume erzählen, erneuert werden. Auch das trugen wir mit Humor. Rundherum gab es Bänke, auf denen Schnee lag und von denen Eiszapfen herabhingen. Ein genüsslicher Snack für groß und klein. Wir suchten “unsere Bäume”, was jetzt im Winter gar nicht so leicht war, weil die ja so karg und blattlos nicht so leicht zu erkennen und die Beschriftungen wegen der Baustelle nicht da sind.

Daneben gibt es einen schönen Spielplatz, den wir dann noch eroberten. Ich genoß die Gesellschaft von ein paar schönen großen Eichen, die sich in der Sonne schon richtig warm anfühlten. Es tat gut raus aus dem Haus, dem Alltag, dem Stadttrubel zu sein.

Auf dem Rückweg waren wir alle müde und dösten vor uns hin. Daheim sprangen die Buben in die Badewanne und ich erledigte die Wäscheladungen, weil wir ja am Donnerstag wegfahren, bis dahin muss einiges sauber sein.

Dann gab es noch ausgiebig Spielzeit, während ich mich ums Abendessen kümmerte. Jetzt ist Miniklein wieder im Duplohimmel. Die anderen beiden sitzen auf dem Sofa mit Büchern vor der Nase. Es könnte wahrlich schlimmer sein.

Ich bin froh, dass ich dem Tag eine neue Chance gegeben und eine Wendung erziehlt habe. Das ist eben die Wahl, die wir täglich haben. Und ich habe mich heute für: “I won’t choose the unhappy route.” entschieden. Ich kann nicht jeden Tag fröhlich und quietschvergnügt sein, aber deshalb muss ich noch lange nicht energielos und unzufrieden herumhängen. Dieser Tag hat mir eine Erfahrung geschenkt, auf die ich an den nächsten druseligen Tagen zurückgreifen kann. Das tut gut. Auch wenn nun noch bissl Arbeit auf mich wartet, bin ich froh und zufrieden, dankbar.

Und hier könnt Ihr herausfinden, was Euer Lebensbaum ist. Das finde ich sehr interessant, ich bin eine Kiefer und irgendwie passt das mal wieder sehr zu mir.

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