Gesundheit

Was machst du eigentlich den ganzen Tag

Jeden 5. des Monats sammelt Frau Brüllen Tagebuchbloggerei. Ich wollte da schon immer mal mitmachen, aber dann war immer schon der 7. und überhaupt. Die Tage überholen mich manchmal im Sturzflug.

Dieser Donnerstag fing so an wie fast jeder Tag. Die Kinder tapsen in unser Bett oder wollen laut rufend geholt werden. Dann wird noch bis zur letzten Minute gekuschelt, während der Liepste schon in der Küche einladend herumscheppert. Ich wandle umher auf der Suche nach einer Strickjacke. Ja, es ist Herbst. Eine Tasse heißes Wasser soll mich aufwärmen, bevor mein Körper nach Kaffee schreit, während die Kinder ihre Essenswünsche lautstark verkünden.

Nach dem Frühstück wird im Galopp in die Klamotten gehüpft, Zahnbürsten werden geschwungen und im letzten Moment noch Aufsätze unterschrieben. „Ganz toll“ steht da als Bewertung der Lehrerin und ich schiebe ein „Hey cool, der war ja komplett fehlerfrei.“ hinterher. Dann verlassen 3 von 5 das Haus und ich bleibe mit Miniklein zurück. Er hängt müde an mir und ich sehne mich schon vor 8 nach seiner Schlafenszeit. In alter Nostalgie schalte ich mal wieder Radioeins per livestream ein und tanze mit Miniklein durchs Wohnzimmer. Mehr ist hier grad eh nicht zu machen.

Gegen 9 kommt eine Nachbarin und wir hausverwalten ein paar Rechnungen und schicken Mahnungen. Und während wir die Zeit vertratschen schläft Miniklein auf meinem Schoß ein wie ein Baby. Ich hachze und seufze. Dann lege ich ihn in sein Bett und tanze jubilierend ins Wohnzimmer zurück. Ding Dong Freizeit!! Und während ich mein Geschwisterbuch Hand in Hand: Geschwisterbeziehungen verstehen und begleiten* überarbeiten will, wacht Miniklein auch schon wieder auf. Ding Dong Feierabend!!

Um 11:30Uhr gehen wir essen. Wir haben mit ein paar Nachbarinnen eine kleine feine Mittagsrunde gebildet, so dass wir nicht allein in unseren Wohnungen essen müssen. Wir tratschen und essen, die Kinder flitzen umher und ich merke heute, wie mir doch alles etwas viel ist. Ich bin noch immer angeschlagen von meiner Verkühlung. Hülft nix.

Um 12:30Uhr mache ich mich auf den Weg. Ein kleiner Einkauf und ab in die Schule. Herr Klein möchte heute gleich nach dem Essen geholt werden und ich gönne ihm diese Freiheit noch. Danach holen wir Frau Klein ab und hüpfen noch ein wenig hinüber auf den Spielplatz, wo wir ein paar sonnigwarme Blättertänze erleben.

Dann wollen alle Kinder heim und wir spazieren durch den immer stürmischer werdenen Herbstwind.

 

Daheim will ich endlich das Granola aus dem Buch Goodbye Zucker: Zuckerfrei glücklich in 8 Wochen – Mit 108 Rezepten* ausprobieren und mische Kokosraspeln mit Nüssen und Kokosöl. Im Ofen riecht das ganz wunderbar und macht mir Lust aufs Frühstück.

Herr Klein macht nebenbei Hausaufgaben und will dann sein Bilderbuch fertigstellen. Er träumt davon, dass es im Buchladen aufliegt und ich muss ihm die entsprechenden Vorgänge erklären, die es dazu braucht. Er schaut mich mit großen Augen an…

Dann nimmt dieser Nachmittag seinen wohnprojekttypischen Lauf. Die Kinder suchen andere Kinder, finden diese nicht, dafür aber wiederum andere, irgendwer läutet und sucht die umherziehenden Kinder. Und in unserer Wohnung befinden sich stets zwischen 1 und 7 Kindern. Mir schwirrt der Kopf während ich im Kinderzimmer das Prinzessinnenschloss abbaue, weil niemand damit spielt. Frau Klein nickt nur und sagt: „Ja, damit spielt niemand. Aber Mama, nicht verschenken!“ Sie kennt mich gut. Ich trage es vorerst in den Keller.

Gegen 18Uhr werfe ich alle nichtmeinigen Kinder hinaus und wir essen zu Abend. Ich genieße die Stille und ein bisschen Blödsinn mit den Kindern. Nach dem Essen fange ich Miniklein ein und mache ihn bettfertig. Dann geht’s ab in seine Höhle, während die anderen beiden ihre abendliche Serie schauen. Fast schlafe ich mit Miniklein ein, aber halt. Noch ist nicht Feierabend. Jetzt die anderen zwei. Umziehen, Zähneputzen und Klo machen sie schon so gut wie allein, was mich erfreut. Zwischendrin fragt Herr Klein denkbar beschäftigt „Mama muss man das Buch dann da hintragen zu diesem – wie heißt das?“ – „Verlag.“ „Nein, das kann man schicken. Das schaut sich dann wer an und entscheidet, ob sie es drucken wollen.“ Herr Klein wird immer kleiner.
Wir lesen noch ein paar Bücher gemeinsam und dann kuschle ich beide ins Bett. Sie jammern und schimpfen, weil der Papa die ganze Woche spät heimkommt. Und ich jammere und schimpfe innerlich ein bisschen mit.

Feierabend. Ich wundere mich noch etwas über meine „Die ganze Welt ist doof.“ Stimmung, bis mir ein Blick in den Kalender sagt, dass schon wieder 4 Wochen um sind seit der letzten ähnlichen Stimmungslage. Also Wärmflasche und ab ins Bett, lautet der Plan. Morgen warten zwei Spielräume auf mich. Gute Nacht!

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Donnerstagsrealitäten oder die sensible Phase für Ordnung

Heute ist mal wieder Donnerstag und es ist mir eine Freude Euch an unserem Alltag teilhaben zu lassen. Wir haben den Tag heute mit Staubsaugerhintergrundmusik begonnen.

Miniklein ist völlig vernarrt in den Staubsauger. Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass ich Staubsauger hasse. Ich hasse hasse hasse sie. Sie sind laut. Unfassbar laut. Wenn wir Gangputzdienst haben, dann fege ich lieber die 30m2 Gangfläche vor der Wohnung anstatt mit dem lärmenden Monster umherzusausen. In echt. Nunja, jedenfalls wedelt Miniklein schon morgens mit seinen Ärmchen in Richtung Schrank, in dem das lärmende Monster leise schläft. Eine zeitlang half es, ihm das Ding vor die Nase zu stellen und er schob es selig umher. Doch nun reicht das nicht mehr, es möchte bitte eingeschaltet sein. Er weiß auch genau wo das geht, aber den Knopf zu drücken schafft er noch nicht allein. Also stellen wir den Staubsauger meist auf die kleinste Stufe und schalten ihn ein. Ein leise lärmendes Surren beginnt. Stetig und dauerhaft. Dennoch ist es angenehmer als das armwedelnde Geschimpfe von Miniklein. Und das alles bereits um 7Uhr morgens, vor dem ersten Kaffee. Ohmmmmm

So also auch heute morgen. Herr Klein ließ sich vom Staubsauger mitreißen und beschloss die Küche zu saugen. Nicht nur das, er öffnete sämtliche Laden, räumte sie aus, saugte sie aus und räumte sie wieder ein. Etwas, was schon längst fällig war, wozu ich mich einfach nicht aufraffen konnte.

Wunderbar, könnte man nun sagen. Traumhaft! Was für ein tolles Kind! Hurra! Ich lächelte hingegen und genoss den Moment. Denn schließlich kenne ich meine Kinder schon etwas länger und weiß: die sensible Phase für Ordnung brach bei ihnen nicht wie geplant zwischen 2 und 3 Jahren herein, sondern taucht verteilt auf ihre gesamte Kindheit stückhaft immer mal so für 10 Minuten auf. So wie heute Morgen.

Man darf sich darüber erfreuen. Aber man sollte sich nicht allzu viel davon erhoffen. Heute Nachmittag spielen sie schon wieder im Playmo Chaos umgeben von den gestrigen Unterhosen, die dort ausgezogen ins Eck geschleudert wurden, sie suchen Stifte und die eine bestimmte Playmo Figur mit dieser ganz speziellen Kappe! Tja und wo der zweite Schuh von Miniklein ist, finde ich hoffentlich noch heraus bevor er aus ihm herausgewachsen ist. Das andere Paar, eigentlich noch ein Tick zu groß, suchte der Liepste soeben verzweifelt. Und fand es – wo sonst – auf dem Badewannenrand. Der ganz normale Wahnsinn.

Aber ich bin ja ein bisschen selbst Schuld. Ich habe Phasen, da habe ich alles im Griff, da habe ich Routinen und bin selig über die abendlich wieder hergestellte Ordnung in der Wohnung. Momentan hingegen habe ich Chaos im Kopf und daher auch wenig Energie für das richten der Unordnung hier. Was davon was bedingt weiß ich nicht, aber sicher hat das eine mit dem anderen zu tun. Ich bin nur noch am Herausfinden welches ich eher richten kann. Tja und das bekommen die Kinder natürlich mit. Auch, dass ich die Sachen von Miniklein beim Wickeln abends einfach neben den Wickeltisch fallen lasse. Grundsätzlich der sicheren Überzeugung, dass ich diese nach dem Wickeln zur Wäsche räumen werde. Aber nach dem Wickeln ist Stillen angesagt und danach hat mich die entsprechende Demenz voll im Griff.

Ich glaube wirklich, dass viel Ordnungsverhalten der Kinder an uns liegt. Dass sie sich vieles abschauen. Ich glaube aber auch, dass viel Chaos und Unordnung kindlich normal ist. Und dass wir das nicht allzu früh zu streng und vehement einfordern müssen. Weil der wirkliche Sinn für Ordnung, für Sauberkeit und Überblick früh genug kommt. Es liegt halt an uns sie dahingehend zu unterstützen. Aber dafür müssen wir das im Vorfeld erst einmal selbst im Griff haben. Und da liegt im Moment mein Hauptfokus.

Dennoch freue ich mich über die geputzten Laden in der Küche. Räume den Staubsauger ins Eck und freue mich über die Stille in der Wohnung. Bis heute Abend, wenn alle wieder da sind.

 

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