Schulsport

Podcast Folge 7 – Achtsamkeit im Leben mit Kindern

Podcast herunterladen

Podcast in itunes hören

Hurra, ich habe mal wieder einen Podcast aufgenommen!

In der ersten aber eigentlich siebten Folge geht es um das Thema Achtsamkeit im Leben mit Kindern. Das ist ja ein sehr großes und weites Feld und so habe ich erst einmal kurz und knackig einen Überblick gegeben darüber

  • was Achtsamkeit eigentlich wirklich ist
  • was sie uns im Leben mit Kindern wertvolles geben kann
  • worauf es wirklich ankommt.

Am Ende habe ich noch eine kleine feine Achtsamkeitsübung für Euren Alltag mit Euren Kindern, die ihr ganz leicht umsetzen könnt, gegeben.

Im Podcast habe ich darüber geredet, wie anstrengend es ist, wenn wir so viel multitasken und dabei eigentlich weniger weiter bringen, als wenn wir eine Aufgabe wirklich bewusst und achtsam zu Ende bringen. Einen feinen Artikel dazu könnt Ihr hier lesen. „Wir sind zu lange im Büro.“

Ich freue mich über Feedback zum Podcast hier oder auf itunes. Danke euch und ein schönes Wochenende wünscht,

Nadine

Flattr this!

Abgefertigt

Gestern war ich beim Zahnarzt. Wer mich kennt, weiß, dass ich schon Tage vorher erhöhten Blutdruck hatte allein beim Gedanken daran. Selbst die Geburten haben bei mir nicht solche Panik und Angst ausgelöst wie ein Zahnarztbesuch. Aber es musste sein und mir war klar, dass es etwas zu tun gab, sonst wäre ich ja auch nicht „freiwillig“ hingegangen. 

fullsizerender4

Und so begann Frau Doktor am oberen Backenzahn herumzuwerkeln, erst ohne Betäubung, denn der ist ja sowieso schon tot. Als ich dann doch was spürte – es sei dahingestellt ob echt, oder rein aus Panik – gab sie mir die erlösende Spritze und ich wartete auf den erhofften Effekt. Während sich mein Mund also immer mehr meiner Kontrolle entzog, kehrte Frau Doktor zurück und begann weiter an dem toten Zahn herumzuwerkeln. Dazu hatte ich in meinem Mund ein Kabel hängen, einen Sauger und die Finger der Frau Doktor. Und während sie so werkelte kamen immer wieder Assistentinnen herein und besprachen mit ihr die Vorgehensweise bei Patient X. Und wenn die wieder draußen waren, so besprach sie mit der anwesenden Assistentin den Fall Patient X. Ach ja und nicht zu vergessen das Telefonat bezüglich Patientin Y. Ganz wichtig. Und manchmal wusste ich nicht, ob sie eigentlich noch mit mir beschäftigt war, oder andere Dinge tat. Weil ich die Augen ja auch ganz entspannt zusammengekniffen hatte.

Ich fühlte mich deplatziert und ausgeliefert. Ich hatte keine Ahnung, was mit mir geschah und wie lange das noch dauern würde. Ich fühlte mich als Belastung, obwohl das ja ihr Job war und sie auf ihrer Homepage damit wirbt jedem Patienten seine individuelle Behandlung zu geben. Am Ende war ich äußert überrascht, als sie ihre Hände von mir nahm, sämtliche Kabel aus meinem Mund entfernte und mir die Hand zur Verabschiedung gab. Weil ich eben noch halb kopfüber auf ihrem Sessel hing und nicht ahnte, dass ich (fürs erste) fertig war.

Als ich dann so taub und benommen nach Hause ging, kam mir der Gedanke, dass es unseren Kindern wohl nicht selten genau so geht.. Wenn wir sie wickeln, und uns dabei mit anderen unterhalten. Wenn wir stillen und dabei nur ins Handy schauen, die Brust nur hier und da zurechtrücken, ohne das Baby anzusehen. Wenn wir dem Baby Essen geben und uns dann wieder unseren Gesprächen oder dem Kochen zuwenden, wenn wir unsere Kinder anziehen und dabei mit dem Partner oder der Partnerin die Einkaufsliste besprechen, wenn wir mit ihnen spielen und dabei Gespräche führen, wenn… wenn wir viel zu oft da, aber nicht bei ihnen sind.

Es geht so schnell, der Alltag hat uns so oft so fest im Griff und wir versuchen alles gleichzeitig unterzubringen. Wir wickeln automatisiert ein Kind, rufen dem anderen etwas zu, sind in Gedanken schon zwei Stunden weiter. Vieles ist normal und lässt sich nicht immer ganz exklusiv abwickeln. Das Leben in einer Familie ist auch zuweilen chaotisch. Aber wiederum gibt es so viele Momente und Situationen, die wir viel liebevoller und achtsamer erleben können. Wenn wir uns einfach unseren Kindern für einen Moment ganz zuwenden und ihnen eine Minute lang die volle Aufmerksamkeit schenken, als zehn Minuten nur die halbe.

Mir fällt so immer wieder auf, was dann plötzlich möglich ist:

Dann kooperieren sie sehr zufrieden und freudvoll,

dann fühlen sie sich gesehen und wahrgenommen,

dann reden sie und erzählen von ihrem Tag, ganz von allein,

dann umarmen sie mich, ich bekomme Bussis und Liebeserklärungen,

dann lachen wir gemeinsam,

dann sehe ich, was sie alles schon können oder versuchen,

dann sind wir in Kontakt und haben für einen Moment das Gefühl, uns wieder nahe zu sein. Und können uns gestärkt und aufgetankt wieder unserem Tun widmen. 

Diese Dinge bewusster zu erleben und zu begehen ist enorm wertvoll für die Beziehung miteinander. Dann empfinden wir alltägliche Dinge nicht als lästig und anstrengend und unsere Kinder sich nicht als belastend. Denn das tun sie, wenn wir diese gemeinsamen Momente nebenher und automatisiert mitmachen und sie quasi abfertigen. So wie ich gestern beim Zahnarzt abgefertigt wurde.

Ein einfaches „Ich bin gleich wieder bei Ihnen.“ hätte mir gereicht, wenn sie es dann auch gewesen wäre. So wie unsere Kinder mit einem „Ich kläre das kurz, dann bin ich wieder bei Dir.“ besser umgehen können, als mit einer Mutter, die ihnen die Schuhe anziehen will, während sie mit einer Freundin telefoniert.

Es braucht nicht immer viel. Es sind die kleinen versteckten Möglichkeiten im Alltag, die wir nicht nutzen. Viel zu selten nutzen.

Flattr this!

Regelmässig Anker werfen für mehr Achtsamkeit

Das war ein langer erschöpfender Tag. Mit drei Kindern war ich beim Zahnarzt, wo zwei ihre Zähne zeigen sollten und das zum Glück und dank sehr liebevoller und kreativer Zahnärztin taten. Mit drei Kindern bin ich dann heim um abzuladen und umzuladen, um dann mit drei Kindern zum Schwimmkurs zu fahren, wo allerdings nur eines schwimmen lernt und die anderen beiden mit mir warten. Terminlich eine Katastrophe, dieser Tag. Und energetisch auch.

Normalerweise sind das Tage, an denen ich recht schnell die Nerven schmeiße und nicht wieder finde. Doch in letzter Zeit habe ich bemerkt, dass ich zwar noch immer hin und wieder die Nerven von mir werfe, sie aber scheinbar ein Seil bekommen haben. Und ich sie wieder einziehen kann. Mich wieder berappeln kann. Darüber bin ich sehr froh, denn genau das brauche ich im Alltag mit drei Kindern. Da darf kein Tag mehr, nur weil er besch… beginnt, einfach so weitergehen. Da brauche ich meine Anker hier und da, die mich zur Ruhe kommen lassen, mich wieder auf die Erde bringen und neue Chancen verteilen für neue Situationen, die mich neu fordern.

Das sind die Anker, die ich täglich werfe:

Morning Pages
Nur in Ausnahmefällen lasse ich mir nehmen, meine Morning Pages zu schreiben. Sie sind nicht das allererste, was ich tue, weil ich nicht vor den Kindern aufstehen kann. Weil ich nachts noch stillen muss und meinen Schlaf brauche. Und weil hier dann morgens erst einmal andere Bedürfnisse dran sind. Aber wenn die großen aus dem Haus sind, bin ich dran. Mit einem Kaffee setze ich mich hin und schreibe meine 3 Seiten. Auf diesen 3 Seiten entstehen Ideen, da wachsen Projekte heran, da sortiere ich meinen Tag, da spüre ich, wie es mir geht, da sehe ich, was mich beschäftigt. Und erst dann, erst nach diesen 3 Seiten erlaube ich mir den Laptop zu öffnen oder das Handy einzuschalten. Erst dann betrete ich die Welt da draußen. Klarer, sortierter, mehr ich.

Realitätscheck
Ich neige dazu mich zu übernehmen und mir zu viele Dinge vorzunehmen. Deshalb habe ich begonnen einen Realitätscheck über meine To Do Liste zu schicken. Was von all dem ist wirklich wichtig, was ist wirklich möglich und was kann warten. Denn nach den Morning Pages bin ich nicht selten höchst motiviert, vergesse aber dabei, dass ja noch ein kleines Baby neben mir liegt, das mir gern kleine feine Striche durch die Planung macht. Diese Realität baue ich nun bewusst in meinen Alltag ein.

Augenkontakt
Mir ist aufgefallen, dass ich häufig ausflippe, weil ich den Kindern dreimal etwas sage, dreimal ihre Fragen beantworte, aber dabei scheinbar ins Nichts hineinzureden. Weil ich sie nicht ansehe. Weil ich weiter in meinem Tun bleibe. Weil sie mich nicht mit meiner Reaktion wahrnehmen. Nun versuche ich immer öfter innezuhalten und sie anzusehen. Ihnen bewusst zuzunicken, Ja zu rufen oder Stop. Dieser kurze Moment bewusster Kommunikation ist meist sehr wirksam und nachhaltig, weil sie damit gesättigter ins Spiel zurück kehren.

Spiegel
Was ist denn heute wieder mit Euch los? Wie seid Ihr denn drauf? Wenn mir solche Sätze in den Sinn kommen, dann schalte ich momentan den inneren Übersetzer ein und frage mich: Was ist denn heute wieder mit Dir los? Wie bist Du denn drauf? Und dann merke ich, dass ihr Verhalten ja doch nur eine Resonanz auf meine Stimmungslage, meinen Zustand ist. Weil ich gestresst, gehetzt, genervt bin. Nicht immer kann ich sofort etwas dagegen tun, aber häufig reicht mir schon zu erkennen, wie es mir geht und warum.

Screen off
Ich kann es nicht oft genug sagen. Aber das Handy in der Tasche zu lassen ist immer wieder Garant für viel bewusstere Kontakte mit meinen Mitmenschen und viel weniger Gereizt- und Genervtheit. Es gelingt mir nicht immer gleich gut, aber ich werde immer besser. Und spüre, was das mit uns macht. Wie viel inniger ich bei den Kindern bin, wie viel mehr im Jetzt. So kleine (Nicht)handlung, so große Wirkung.

Meditation am Abend
Weil ich, wie schon oben erwähnt, nicht einfach – wie so oft angeraten – in aller Früh noch viel früher und vor den Kindern aufstehen kann um irgendetwas zu tun, kann ich den Tag auch nicht mit einer Meditation beginnen. Auch wenn ich nicht bezweifle, dass das gut ist. Ich schaffe es einfach nicht. Stattdessen nutze ich die Zeit direkt nach dem Niederlegen aller Kinder – was zum Glück noch gleichzeitig geschieht – und verziehe mich für eine Meditationspause. Denn zu dieser Zeit fühlt sich mein Kopf an wie durchgerührt. Der Tag sinkt ein, die Eindrücke und Erlebnisse sacken, der Abend liegt lang und breit mit „Ich möcht so gern“ und „Ich sollt ja noch“ Ideen vor mir und zu oft endet dieses Kopfchaos darin, dass ich sinnlos im Netz umherirre und nichts wirklich tue. Dank der Meditation komme ich etwas zur Ruhe, etwas zu mir und kann mich neu ordnen. Es sind quasi ungeschriebene Evening Pages, denn der Effekt ist ähnlich den Morning Pages.

Schlaf
Ich bin eine Nachteule. Das ist nicht gut, denn die Nächte sind meist doch noch gespickt von ein paar Stillstops und das Stillen an sich raubt mir natürlich noch Energie, die ich tagsüber brauche. Also versuche ich seit geraumer Zeit zu normalsterblichen Zeiten ins Bett zu gehen, um eine gute wollige Mütze Schlaf zu bekommen und nicht komplett übermüdet in den Tag zu starten. Natürlich gibt es immer Schnupfnasen und aufgeregte Betthüpfer, die eine Nacht zum Tag machen, umso wichtiger ist es, dass ich hier und da Schlaf nachhole.

All diese Dinge und noch einige mehr habe ich mir nach und nach bewusst angeeignet, um besser durch den Alltag zu kommen. Und zu sehen, wie gut das tut, wie es wirkt und uns belebt, tut mir sehr gut. Natürlich gibt es nach wie vor solche Tage und solche. Aber es gibt kaum mehr Tage, die von früh bis spät einfach nur schlimm und katastrophal sind, an denen man sich am Ende Frau Flodder näher fühlt als Mutter Theresa. Ich schaffe es doch immer wieder auszusteigen, aus dem Trott und dem Alltagsradl.

In meinem Online Kurs „Achtsam Familie“ gehe ich genau auf diese Dinge ein. Weil ich glaube, dass Achtsamkeit mehr ist als Meditation im Morgengrauen. Für mich bedeutet Achtsamkeit auch Wertschätzung, Respekt, Aufmerksamkeit, Nähe, Kontakt, Self Care etc. und um all das geht es in diesem Kurs. Die Anmeldung ist noch bis Freitag möglich. Infos zum Kurs gibt es hier.

Was sind Eure Anker? Was hilft Euch gut durch den Tag zu kommen? 

Flattr this!

Latest from Instagram

Copyright © 2017 · Theme by 17th Avenue

Lass uns in Kontakt bleiben
Melde Dich zu meinem Newsletter an. Als Dankeschön erhältst Du Zugang zu meinem wertvollen Download Archiv.