Muttertag, Vatertag

Sonntag war Muttertag. Morgen ist Vatertag. Die Blumenhändler hatten ihren Spaß. Die Sockenindustrie freut sich auf morgen. Und in Deutschland reiben sich die Gastronomen bereits die Hände.
Im ganzen Web war von Frauen zu lesen, die am Sonntag verwöhnt wurden. Und von denen, die enttäuscht waren. Hatten sie doch extra den Mann um ein Frühstück gebeten. Oder wenigstens ein wenig Grün am Küchentisch. Warum kommt es an diesen besonderen Tagen immer wieder zu Enttäuschungen?

Natürlich haben es die, die sich gar nichts erwarten, am einfachsten. Sie werden nicht enttäuscht. Und auch wenn ich zu denen gehöre, so verstehe ich, dass es wohl Menschen gibt, die gewisse Erwartungen hegen. Am Valentinstag. Am Frauentag. Und eben auch am Muttertag. Und wenn die Kinder noch zu klein sind, so muss sich eben der Papa kümmern. Oder?
Muss er das wirklich ?

Hat er nicht eine eigene Mutter, um die er sich an dem Tag kümmert? Oder eben auch nicht? Ist es wirklich seine Aufgabe, die Mutter seines Kindes zu verwöhnen?
Klar, es gibt die Männer, die das tun. Gern sogar. Und das ist eben der Knackpunkt. Wer es gern tut, den soll man nicht aufhalten. Dann gibt es eben die Männer, die das tun, wenn man sie darum bittet. Sie vergessen es einfach oder „denken gar nicht darüber nach“. Da ist es wichtig, die eigene Erwartung klar zu äußern. „Ich wünsche mir.“ lautet die einfache Zauberformel.
Und dann gibt es die Männer, die auch darauf nicht eingehen. Sind das dann gleich Idioten? Sicher nicht.

Vielleicht ist es wichtiger, an diesem Tag – oder generell – zu überlegen, wie der Mann tickt. Ist es nicht einfacher zu akzeptieren, dass diese aufgesetzten Freuden und Bescherungen nicht seine Art sind? Und freue ich mich wirklich über Blumen oder Schokolade, wenn ich sie mir quasi erzwungen habe? Was gefällt mir stattdessen an meinem Partner? Was bekomme ich sonst von ihm? Nicht im materiellen Sinne, sondern als Mensch? Ich hoffe, dass hier jeder Frau etwas einfällt, ansonsten… halleluja.

Und das gilt nun auch für den Vatertag. Frau kann jetzt natürlich ganz wütend und enttäuscht diesen Tag ebenso ignorieren. Vielleicht hatte sie aber schon eine schöne Idee? Eine kleine Überraschung? Macht es Sinn, Gleiches mit Gleichem zu vergelten? Oder bereitet sie ein extra großes Frühstück – damit er vielleicht ganz hinten rum und ihren fraulich querschießenden Gedanken folgend darauf kommt, dass er am Sonntag was verpasst hat? Da wage ich zu behaupten, dass die 2. Enttäuschung in nur einer Woche vor der Tür steht.

Als Eltern ist unsere Partnerbeziehung etwas sehr wichtiges. Etwas Fundamentales. Da ist es zum einen wichtig, die eigenen Erwartungen klar darzustellen. Dazu gehört, sie selbst erst einmal zu erkennen. Zum anderen ist es wesentlich, die/den andere/n zu sehen, wie sie/er wirklich ist. Und was ich letztendlich von ihr/ihm erwarten kann. Ansonsten werde ich wohl jedes Jahr aufs Neue enttäuscht.
Das Ganze ist keine so unwesentliche Grundlage für die Beziehung mit dem Kind. Denn wenn wir als Eltern es nicht schaffen, unsere Erwartungen und Wünsche deutlich zu machen, wie soll es uns vor dem Kind gelingen? Oder umgekehrt – wenn es mir vor dem eigenen Kind gelingt, aber nicht vor meinem/r Partner/in – was sagt mir das über meine Partnerschaft?

Es ist nicht nur ein Geben und Nehmen im Materiellen Sinne, sondern auch auf der Gefühlsebene. Ein ständiges Kennenlernen. Zumindest, wenn wir es uns erlauben. Und spannender bleibt es so auch.

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