Friday Fives

Eine recht schlaflose Woche liegt hinter mir. Das liegt zum einen daran, dass meine Kinder nach wie vor sehr gern sehr früh aufstehen, zum anderen daran, dass ich im Gegenzug abends momentan noch einen Energieschub bekomme und dies und das und jenes machen will und nicht aufhören kann.

Leider waren die Tage dann eher vom Schlafdefizit geprägt und teilweise gespiekt von Gereizt- und Genervtheit. Explosive Mischung mit Kindern… wir kennen das ja alle irgendwie, oder?

Deshalb habe ich mir ein paar spezielle Friday Fives überlegt heute. Ich bin nämlich dankbar für ein paar Dinge, die die Mutter Natur clevererweise so eingerichtet hat.

1 – Das Vergessen. Ich bin ja sehr dankbar, dass der Geburtsschmerz sehr schnell in Vergessenheit geraten ist. Ich weiß zwar, dass ich geschrien habe, so dass mir am nächsten Tag der Hals weh tat, aber ich denke oft, dass das doch übertrieben war, dass das doch nicht soooooo schlimm gewesen sein kann… nunja. Ich bin aber auch dankbar, dass so Erlebnisse und Zeitspannen von einem Nebel überzogen werden. So erscheint mir das erste Jahr mit 2 Kindern schon gar nicht mehr sooooo heftig. Dabei war ich teilweise wirklich am Boden. Aber jetzt ists oft so schön, dass ich mich eher darüber freue und nicht mehr frage was damals wohl so los war und was hätte anders oder besser sein können. Es war so und jetzt ist es, wie es ist.

2 – Kindliche Vergebung – Kinder sind so überhaupt nicht nachtragend. An einem dieser explosiven Tage hatte Herr Klein schluchzend auf dem Sofa auf mich gewartet, während ich eine noch lauter schluchzende Frau Klein ins Bett brachte. Als ich fertig war, kuschelte ich mich mit ihm in den Hängesessel auf unserem Balkon, wir redeten kurz über das Geschehen und dann war er plötzlich voller Euphorie und Freude beim Wachstum unserer unzähligen Tomatenpflanzen und ihren Früchten. Und alles schien wieder gut. Natürlich darf man das nicht ausnutzen und glauben, dass sie immer so einfach und schnell vergeben und nichts hängen bleibt… das wäre fatal.

3 – Der Reset Button – Der sich automatisch dann umlegt, wenn die Kinder ins Traumland verschwinden. Egal wie anstrengend ein Tag war, sobald sie schlafen kippt der Schalter und alles geht zurück auf Anfang. Ich trage fast nie einen Ärger oder Frust über die Kinder mit durch die Nacht oder in den neuen Tag. Bin ich dankbar, dass es dieses Reset Programm gibt!

4 – Jeder Tag ist anders – Es kann zwar anstrengen, aber eigentlich bin ich dankbar, dass mit Kindern kein Tag wie der andere ist. Dass sie sich ständig entwickeln und so jeder Morgen eine neue Chance, eine neue Möglichkeit und eine komplett neue Erfahrung mit sich trägt. Ich mag zwar Routine und geregelte Abläufe, aber dazwischen darf sich etwas bewegen. Und mit Kindern tut es das. Immer.

5 – Kindliche Neugier. Immer wieder erlebe ich im Freundes- und Bekanntenkreis, wie Kinder „unterrichtet“ werden. Sie werden abgefragt, ihnen werden Dinge „richtig“ gezeigt und erklärt. Ich habe mich da oft gefragt: Oje! Muss ich das auch? Verpassen meine Kinder was, wenn ich das nicht mache? Denn ich kann das nicht. Ich bin nicht der Unterhaltertyp. Ich lasse sie gern machen, hab selber gern meine Ruhe und erzähle dann, wenn sie fragen oder wenn ich merke, dass es sie gerade interessiert. Ihre Neugier treibt sie sowieso voran und ich kann sicher sein, dass sie sich melden, wenn sie etwas brauchen. Dafür bin ich endlos dankbar.

Außerdem freue ich mich, dass diese Woche der Friday Five Funke wieder mal übergesprungen ist und Micha von more than words mitgemacht habt.

Gute Nacht und ein Gutes Wochenende Euch allen!

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