Erkenntnisse der Woche – diese Sucht

Heute ist mir mal wieder ein Video zum Thema Social Media untergekommen. Wiedermal ging es darum, dass dieses social media alles andere ist als social. Weil es uns vor echten Kontakten, vor der echten Welt und dem echten Leben so blind macht und davon distanziert. 

Mich beschäftigte das Thema schon die ganze Woche. Das Handy überall dabei. Jeden Moment sofort aufnehmen und womöglich auch noch vertwittern. Geht der Akku allmählich dem Ende entgegen, steigt schon fast Panik auf. Hauptsache ich hab unterwegs genug Saft, genug Kontakt, genug Elektronik vorm Kopf. Das ist wirklich eine Sucht. Wirklich nicht mehr normal.

Ich verurteile das Social Media nicht im Ganzen. Es hat Vorteile, es hilft und kann – so es angemessen genutzt wird – sicher sehr unterstützen. Aber eben diese Waage zu halten, diesen Grat zu gehen das zu nutzen, was man gebrauchen kann und dabei das eigentliche Leben, die eigentlichen Momente nicht zu übersehen, das finde ich so schwierig.

Allein hier für diesen Blog ist es hilfreich. Über Facebook und Twitter erreiche ich meine Leser. Teile mit über neue Posts und Veranstaltungen und was mich sonst noch bewegt. Die wenigsten haben den Blog abonniert und erfahren von Neuigkeiten. Eine Facebookseite gehört zum „guten Unternehmen“ irgendwo dazu. Aber mit dem Handy aufs WC, tagtäglich ständig online, immer abrufbereit, immer mitteilungsbereit, immer im Sog der Technik – das ist nicht mehr gesund und nicht mehr normal.

Und so überlege ich mal wieder, wie ich das besser hinkriegen kann. Soeben habe ich 1h lang meine Arbeitsstunden fürs Wohnprojekt aufgeschrieben ohne dabei einmal Twitter oder Facebook gecheckt zu haben. Das ist wirklich viel und gleichzeitig so traurig.

Diese Sucht muss aufhören. Denn vor allem einen Satz kriege ich nicht mehr aus dem Kopf: Smartphones aren’t bad for kids. But parents staring into their smartphones all day are. Da ist so viel dran. So viel Wahrheit.

Wie geht es Euch mit der vernetzten Welt? Wie oft am Tag seid Ihr online? Vor Euren Kindern? Wie geht es Euch, wenn der Akku sich leert?

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Comments

  1. Ich mache mir oft Gedanken darüber, ob ich süchtig bin – und ich denke, nein, ich bin es nicht. Für mich sind Twitter und Facebook ein netter Zeitvertreib, wenn ich Wartezeiten überbrücken möchte oder Lust habe, mit anderen in Kontakt zu kommen. Ja, es ist manchmal ein Sog, wenn man nur für einen Moment etwas nachschauen wollte, aber dann doch eine halbe Stunde durch die Timeline scrollt.

    Wenn mein Akku sich dem Ende neigt, bin ich schon etwas unruhig, aber weniger, weil ich dann nicht mehr twittern kann, als dass ich befürchte, ich könne im Notfall nicht mehr telefonieren.

    Vor meiner Tochter benutze ich auch das Handy oder das iPad, aber versuche es auf die Momente zu verlagern, in denen sie alleine und konzentriert spielt. Braucht sie mich bei sich am Boden habe ich das Handy nicht griffbereit dabei. Ich glaube, ich bekomme das ganz gut hin. Danke für deinen Denkimpuls.

  2. Ich bin bewusst außerhalb des Hauses nicht online und nutze das Smartphone nur zu Hause und über W – Lan. Mein Handy läuft oft leer, weil ich es nur habe um für Kindergarten und Schule erreichbar zu sein bzw. um Eltern anzurufen, wenn ein Kind in der Schule erkrankt

  3. schwieriges thema über das ich eigentlich oft nachdenke. unser kleiner ist 8 monate und ich habe mir eigentlich vorgenommen, wenn er dabei ist nicht den computer einzuschalten und wenn geht auch nicht aufs handy zu schaun (außer natürlich es läutet, das weiß er schon, dass dann zt bekannte stimmen aus dem hörer kommen und da hört er auch auf lautsprecher mit und findet das ganz spannend und manchmal auch lustig). ich versuche mich jedenfalls regelmäßig darauf zu besinnen, dass ich vorbild bin und irgendwann alles nachgemacht werden wird was ich jetzt tue. das funktioniert eigentlich ganz gut, weil ich das für meinen kleinen gerne mache, wenn ich in der arbeit wär, wäre das schon etwas anderes ;) und doch gibt es immer wieder tage an denen ich einfach das gefühl habe, ich müsste ständig meine emails checken oder schaun was in fb passiert sonst verpass ich was. auf jeden fall ich gebe vollkommen recht, die neuen elektronischen unterhaltungs- und kommunikations-medien können wirklich süchtig machen.
    vermutlich sollte man dieses multimedia-bedürfnis einfach zum positiven anlass nehmen und sich gute gründe suchen, warum man sich eben nicht von social media versklaven lässt sondern diese kanäle einfach vernünftig nützt.
    und zum abschluss dieses langen kommentars hier noch eine paar gute gründe, die mich immer super von meinem handy ablenken: ein schönes picknick im augarten, dem kleinen schatz zusehen wie er seine bauklötze studiert, ein eis essen gehn, die wöchentliche reitstunde oder ein buch lesen.

    ich schreibe sonst eigentlich nie kommentare im internet, also gratulation zu diesem thema, das mich offensichtlich wirklich beschäftigt :)

  4. Wir waren in den letzten Tagen unfreiwillig offline und das war schon ein bisschen merkwürdig. Nach einer anfänglichen inneren Unruhe fand ich es aber auch sehr schön, mehr im Moment und nicht gedanklich in der Online-Welt zu sein.
    LG, Micha

  5. Früher hielt man über Telefon Kontakt zu Menschen, die man lieb hat aber die weit weg wohnen. Und heute hat man andere Kanäle.
    Ich kann es mir weder zeitlich noch finanziell leisten, ständig in Ausgang, ständig was Trinken zu gehen, täglich durch die Schweiz zu gondeln und Leute zu treffen – übers Netz ist das aber möglich.
    Und ehrlich gesagt finde ich es bereichernder, am Abend übers Netz zu soziale Beziehungen zu pflegen mit Menschen, die auch neben einem schlafenden Kind sitzen und deshalb nicht rauskönnen, als passiv TV zu konsumieren.
    Ich finde, die neuen Medien haben mein Leben sehr viel reicher gemacht!

  6. Ja, das ist ein zweischneidiges Schwert.
    Ich nutze sowohl Twitter, als auch Facebook – wobei ich bei letzterem privat bin und niemanden dazu lasse, den ich nicht wirklich irgendwie kenne. Und trotzdem: Dort tummelt sich meine Familie, also schaue ich durchaus zwei bis drei Mal am Tag hinein.
    Twitter hingegen ist mir nicht so wichtig. Es ist gut, um meine Blogbeiträge zu teilen oder auch von anderen Blogs, die mir gefallen. Es ist gut, um ab und an mal eine Frage oder einfach etwas Frust loszuwerden. Wenn ich zehn Minuten Luft habe, schaue ich mir gerne zehn Minuten Tweets an. Aber ich schaue generell nicht ständig nach. Da ich auf der Arbeit am PC sitze, wäre das sogar durchaus möglich. Aber Arbeit ist aber, Twitter und Co. sind mein Privatvergnügen. Und so beschränke ich es meistens auf die Zugfahrten – und auch das lasse ich nun seit einiger Zeit, einfach weil mein Mann das Smartphone mit neuem Job doch dringender braucht, als ich. Und mal ehrlich? Ich habe festgestellt, ich brauche es nicht. Es ärgert mich viel mehr, dass mein Mann auch mein Fahrrad beschlagnahmt hat und ich nicht mehr mit dem Rad zu Bahnhof fahren kann. Aber ich bin selbst schuld, schließlich versuche ich ihn ja dazu zu erziehen, dass er für kurze Strecken nicht immer gleich das Auto nutzt.

    Im Nachhinein ist es einfach, es zu lassen. Man muss nur feststellen, dass es einfach nicht wichtig genug ist und einen sogar stressen kann, wenn man wartet und wartet und wartet und einfach nichts kommt.
    Ich hoffe sehr, meine Kinder nehmen das mit. Gerade unsere Kleine klaut schon manches Mal das Smartphone um Musik anzumachen. YouTube und MyVideo habe ich deswegen schon lange als App entfernt.

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