Donnerstagsrealitäten

Ursprünglich wollten wir ja in der Karwoche eine Radtour machen. Aber das mit dem April und dem Wetter hatten wir natürlich vollkommen überschätzt. Umso schöner, dass es sich ergab, dass wir in das Ferienhaus einer Freundin in Ungarn reisen konnten. Und so standen wir heute früh um viel zu früh auf und packten zusammen.

Ein heilloses Chaos, denn unabhängig vom Packen mussten wir auch die Wohnung aufräumen, weil um 8Uhr die Putzfrau angekündigt war. Ein Marathon am Morgen. Auf dem Weg zur Tiefgarage fiel mir ein, dass ich noch nicht gefrühstückt hatte, holte mir zwei Semmeln im Geschäft und lief zum Auto. Die anderen saßen schon angeschnallt und vorfreudig drin. Kaum losgefahren biss ich erleichtert und genüsslich in meine Semmel. Da tönte es von hinten: „Ich habe auch Hunger!“ Naja, dass wir geliehene Autos nach der Rückkehr saugen müssen, wissen wir bereits. Also alle drei Kinder mit Semmelstücken versorgt und weiter gings. Frau Klein lächelte und sprach: „Wie gut, dass ich heute nicht kotzen muss.“ Es konnte nur eine gute Fahrt werden.

Ich liebe es ja mit der Familie zu verreisen. Es herrscht immer so eine besondere Stimmung. Wir sind alle viel näher beieinander, viel mehr zusammen.Der Alltag ist komplett ausgeschaltet, Urlaubsmodus an.

Im Ferienhaus angekommen war ich total aus dem Häuschen, weil hier alles so aussieht wie auf dem Dorf meiner Oma damals im Osten. Die Häuser, die Straßen, die Holzhütten am Straßenrand und ach so vieles mehr. Ich war wieder Kind! Die Kinder riefen: „Mir ist kalt!“ Naja, das Haus war seit Tagen nicht geheizt.

Dann fuhren wir Einkaufen und machten den gleichen Fehler wie immer. Alle zusammen rein ins Geschäft. Der Liepste und ich entscheiden vor allem im Ausland gern gemeinsam, was wir kaufen und essen. Da müssen halt die Kids mit. Was für ein Chaos. Während wir uns hoffnungslos dem Ungarisch ausgeliefert fühlten, riefen die Kinder „Ich will Chips!“ „Darf ich ein Überraschungsei?“ „Ich will Müsli!“ Halleluja. Raus aus dem Laden mit viel zu viel Zeug, ab ins Auto und eine Heimfahrt mit brüllendem müdehungrigen Miniklein. Essenszeiten kann man schon mal übersehen, wenn man unterwegs ist…

Aber immerhin hatten wir drei Kinder im Auto. Im letzten Urlaub in Schweden haben wir ja vor lauter Stress im Supermarkt Miniklein samt Kinderwagen in der Gemüseabteilung vergessen. Zum Glück kam Herr Klein in der Brotecke drauf, dass uns irgendwas fehlte…

Nunja. Und so ging es heute weiter. Lustig und fröhlich, urlaubsselig und entspannt. Dann wieder chaotisch, laut, kreischend und entnervt.

Aber das ist es eben. Diese Mischung. Das Bunte. Das liebe ich an unseren Urlauben und Ausflügen. Denn was bleibt, das sind wirklich die Erinnerungen an die besonderen Momente. Das viele Lachen. Die Entdeckungsfreude der Kinder. Das Neue und das Andere. Das Gemeinsame. An jeden unserer Urlaube erinnere ich mich gern. Auch an die kotzenden Autofahrten in Griechenland, die ich frühschwanger ertrug. Das regelmässige „Ich will auf Deinen Arm!“ im letzen Urlaub in Schweden, als Miniklein im Wagen geschoben wurde und Frau Klein als Ausgleich getragen werden wollte. Den 9-Stunden-Flug von Amerika nach Hause mit Frau Klein auf dem Schoß weil sie zu klein war für einen Sitzplatz, während wir vergaßen Herrn Klein eine Windel anzuziehen. Alles Erinnerungen, die uns prägen, die uns begleiten, die immer wieder aufgewärmt werden, die ihre Kindheit bunt malen.

Nun liegen sie in ihren Schlafsäcken im Bett, der Ofen knistert und wir genießen noch ein bisschen Zeit zu zweit, bevor wir auch nur müde ins Bett fallen. Gute Nacht oder wie es in Ungarn heißt: „Jó éjt!“

Wie geht’s Euch? Fahrt Ihr gern gemeinsam weg mit den Kindern? Liebt Ihr das gemeinsame Reisen, oder ist es mehr Stress für Euch? Wie behaltet Ihr die Nerven und was ist Eure schönste Urlaubserinnerung? Ich freue mich davon in den Kommentaren zu lesen!

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Comments

  1. Mir fallen viele, viele Erinnerungen ein, seit ich gemeinsam mit Sarah reisen darf- lustig, anstrengend, skuril,…;

    zB. unsere erste gemeinsame Busreise Richtung croatische Insel zu meiner Freundin:
    Da war sie ca. fünf- immer schon ein „Kotzkind“- da wir ja normalerweise ständig mit dem Zug unterwegs sind und mir war schon mulmig vor den 8 Stunden, die vor uns lagen. Abreise 19 Uhr Erdberg (da beginnt ja schon der Balkan), bis Graz war sie quietschfidel, und nach der Stadausfahrt viel sie in einen tiefen Schlaf bis 2 Uhr Früh- selbst die laut plärrenden Kinder, die Grenzkontrollen- Licht an, alle raus- haben sie nicht davon abgehalten. Um 3 Uhr bin ich mit einem ausgeruhten, entspannten Kind in Zadar angekommen…UFF, dafür bin ich heute noch dankbar!

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