Erkenntnisse der Woche – Zahlen runter, Füße rauf!

Bildschirmfoto 2013-12-14 um 18.36.31Die Woche war sehr nervenaufreibend, weil Frau Klein mit einer Mittelohrentzündung sehr krank und unleidlich war. Wenn die Kinder krank sind und leiden… nix für mich.
Gleichzeitig war die Woche recht entspannt. Weil ich mein Internetverhalten mal eingebremst und dabei tolle Erkenntnisse gemacht habe.

Wenn man nämlich so bloggt wie ich hier, kommt man ja schwer umhin sich mal die Statistiken der Blogbesuche anzusehen. Und dann schaut man und schaut was sich so tut wenn man so tut was man tut. Und dann gehen die Zahlen mal rauf und man merkt – hui da sind Menschen draußen, die lesen mit! Und dann schreibt man mehr und mehr und hofft dass die Zahlen oben bleiben oder höher gehen. Und fragt sich gleich, was denn los ist, wenn die Zahlen stattdessen runtergehen.

Ähnlich ist es auf Facebook. Um da eine gewisse Menge an likes und shares und pipapo zu bekommen, muss man quasi täglich on sein, täglich posten und am Ball bleiben. Das ist stressig. Und ich verstehe nun auch, warum so viele Seiten tagein tagaus achso lustige und achso niedliche Fotos posten. Weil das drölfzigtausend Leute liken. Und die Statistik damit hübsch aussieht. Und da kann man dann mal in so einen Strudel geraten und versucht immer wieder zu posten und sich bemerkbar zu machen. Und am Ball zu bleiben. Aber wozu eigentlich?

Denn dabei vergisst man ja gern, dass man doch ganz anderes im Sinn hat. Dass man schreiben will, worüber man eben so schreibt, und nicht um im Akkord Texte und Fotos zu posten. Und anstatt nun täglich in meine Statistiken zu schauen, lasse ich den Laptop lieber ganz aus. Mir war die Woche nicht nach Schreiben am Bildschirm. Stattdessen habe ich die Kalender für die Großeltern großteils fertiggestellt, eine Haube gehäkelt, mein krankes Kind sehr liebgehabt (als hätte ich sie das nicht immer), einen ganzen langen 3h – Film geschaut und sogar auch gelesen. Alles Dinge, die mich – neben dem Schreiben – entspannen, mich runterkommen lassen, mir Freude bereiten. Und diese Woche tat mir damit so so gut.

Klar, die Statistiken sind dabei rapide gesunken. Aber das ist mir egal. Ich bin viel entspannter, wenn ich sie mir gar nicht mehr so genau ansehe.

Und jetzt ziehen wir um. Und es ist Weihnachten. Und ich werde hier etwas ruhiger bleiben. Weils gar nicht anders geht. Und weils momentan für mich entspannter ist so.

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Erkenntnisse der Woche – Eine gute Tat

Diese Woche hatte spannendes moralisches Erlebnis im Gepäck! Es ist weniger eine Erkenntnis, als eine interessante Erfahrung.

Ich bin mit den Kindern in die U-bahn gestiegen und habe am Boden eine Geldbörse gefunden. Wie sie da lag schien sie schon schwer und fett und tatsächlich war sie vollgesteckt mit $1000 und €200 in Bargeld, dazu unzähligen Kreditkarten und auch dem Führerschein des amerikanischen Besitzers der Börse. Mein erster Gedanke war tatsächlich: Wow, die muss ich ihm zurückgeben, der muss ja außer sich sein!

Beim Anblick des vielen Geldes war natürlich schon auch der kurze Moment des: „Wow, nehmen und rennen. schnell!“ Aber ich hatte nie wirklich die Ambition das zu tun. Es ging einfach nicht. Es hätte sich nicht richtig angefühlt. Und auch wenn recht schnell klar war, dass der Herr Dr., Präsident einer großen Firma, recht vollgestopft mit Geld sein muss, hätte ich es nicht gebracht, Geld aus der Börse zu nehmen. Viel mehr war ich daran interessiert detektivisch herauszufinden, wie ich den Herrn nun kontaktieren könnte. Bevor der all seine Kreditkarten sperrt.

Und so rief ich – ICH!!! – die mit der Telefonphobie – eine Nummer auf seiner Visitenkarte an und landete bei einer ganz aufgelösten Dame in Virginia, die mich einen „Saint“ und „a wonderful person“ nannte. Das fühlte sich schon gut an, das gebe ich zu. In dem Moment fühlte ich mich auch so. Sie gab mir dann eine Nummer bei der Uno city und dort sprach ich dann mit dem reichen Herrn, der sehr erleichtert schien. Eine Kollegin kam dann abends vorbei und holte die Geldbörse ab, schenkte mir Blumen dafür. Und da war es – das kleine enttäuschte Gefühl in mir und der kurze Moment des: „hätte ich doch…“ Denn worauf ich mich gefreut hatte: dem Mann seine Geldbörse wiederzugeben und seine Erleichterung, seine Freude ganz live mitzuerleben. Und nunja, eventuell auch einen kleinen Finderlohn. Stattdessen eine fremde Frau und Blumen. Ich mag ja Blumen nicht. Jedenfalls nicht so ordentlich sortiert im Glaskrug.

Ich redete dann noch lange mit dem Liepsten darüber. Wie beim Anblick von so viel Geld auf einem Haufen einfach mal ganz wilde Szenarien im Kopf ablaufen. Weil man ja könnte und niemand je wüsste…

Einen Tag später geriet all das Denken schon in den Hintergrund. Ich freute mich einfach nur noch, dass ich gehandelt hatte, wie ich gehandelt hatte. Wusste, dass es richtig war und konnte mir einfach nicht vorstellen, von ein paar Euros dieses Mannes irgend etwas zu kaufen, woran ich wiederum Freude hätte.

Und schlussendlich waren meine Kinder bei mir. Herr Klein war sehr interessiert an der Geschichte und wollte wissen, was da grad geschieht. Allein dafür war es wichtig und richtig so zu handeln. Der Herr Dr. President Steinreich hat nun einfach schon ein paar Tage früher Weihnachten gefeiert.

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Advent

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Wenn Ihr in dieser eigentlich so besinnlichen Zeit doch immer wieder im Shoppingtrubel landet, im Einkaufszentrum, auf Straßen oder Märkten,

Wenn Eure Nase nicht mehr weiß wohin zwischen Zimt und Langos, Nelken und Orangen, Euer Geschmack und Gelüste Euch mehr befehlen als Eure Mägen das ertragen,

Wenn Ihr verzweifelt in Menschenmassen treibt, durch Angebote schielend das einzig wahre Geschenk zu erspähen, auf späte Eingebung hofft und am Ende erst recht wieder fragt: ist es das wirklich? Wird genau das gefallen?

Wenn Euch der Trubel schnell zu turbulent wird, Ihr Besinnlichkeit nicht mal mehr schreiben könnt und nur noch Bett und Decke als heiligstes Heiligtum am heiligen Abend ersehnt,

Wenn all das Blinken und Leuchten kein magisches Glitzern, sondern für die Augen nur mehr viel zu lautes Überblenden ist und Ihr die Dunkelheit eines isländischen Wintermorgens vermisst,

Wenn Geklingel und Geläute, jingelige Gesänge und Dauerschleifen aus müden Lautsprechern Eure Ohren beschallen, Eure Köpfe anzapfen, Ihr Euch auf die ausgestorbene Stille des Januars freut,

Dann,

Ja dann könnt Ihr, können wir, vielleicht erahnen, wie es wohl Säuglingen geht, kurz nachdem sie in diese Welt geboren wurden.

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