12 von 12 krank aber goldig im Oktober

Dieser 12. begann hämmernd und träge. Mit dem Gefühl, als hätte mich eine Straßenbahn überfahren, stand ich auf. Und einmal mehr verfluchte ich die Tatsache, dass man als Mutter einfach immer funktionieren muss. Auch wenn der Körper „Schlaf!“ und „Bett!“ schreit.

Also half nur: Chemie und Kaffee in den Körper, um Funktionsfähigkeit herzustellen.

Diese Kombi wirkte zum Glück recht schnell, so dass ich die Wohnung noch für die Putzfee aufräumen und selbige ihrem Schicksal überlassen konnte.

Dann begab ich mich in unseren Salon am Park für eine kurze Stunde Arbeit, während Miniklein mit dem Liepsten zur Eingewöhnung in der Krippe war. Naja, Arbeit konnte man das nicht nennen. Ein paar Emails und eine große Portion Sonne. Genau was ich brauchte.

Und weil Miniklein nach der Eingewöhnung ganz müde war, beschloss ich die Sonne da draußen für mich zu nutzen und spazierte mit ihm ein wenig umher. Das war so wohltuend und wunderschön.

Es tröstete mich ein wenig darüber hinweg, dass ich den weiterführenden MBSR Kurs heute Abend absagen musste. Und das, wo ich doch für heute das Thema Mitgefühl eingebracht bzw. gewünscht hatte. Und mich auch sonst immer sehr auf den Kurs freue. Und letzte Mal schon gefehlt habe. Und. Und… überhaupt! Da traf Selbstfürsorge auf Selbstfürsorge. Der Kurs tut mir gut und gehört für mich zur Selsbtfürsorge. Aber diese Selbstfürsorge schrie heute eben nach Badewanne und Bett. Dilemma!

Zum Mittag kochen wir ja derzeit in einem kleineren Kochradl hier im Haus. Nicht mehr in der großen Küche, sondern in der Wohnung der „Kochenden“ Person des Tages, für nur so 5-6 Leute. Ich war gestern dran und so war das heute natürlich besonders gemütlich, weil ich mich so einfach hinsetzen musste und ein gutes Essen genießen konnte. Und die Gesellschaft tat mir auch gut.

Danach legte ich mich mit Miniklein in unsere frisch geputzte Wohnung und ruhte aus. Er war scheinbar auch noch nicht ganz ausgeschlafen und schlummerte noch einmal davon, der kleine Zwerg.

Leider musste ich ihn dann aufwecken bzw. wachte er beim Wechsel in den Buggy auf. Und ich spürte, wie die Wirkung der Chemiebombe vom Morgen nachließ. Weil nun aber die Abholrunde anstand, legte ich gleich eine zweite Runde Mexavit nach. Im Pappbecher. To go. Kaffee kann ja jeder.

Nach Kindergarten, Spielplatz und Schule alle Kinder wieder beisammen und nix wie heim mit dem Bus.

Unterwegs jammerte Herr Klein, er möchte mal Torte backen. Als ich ihm erzählte, dass morgen der 13. Oktober ist und wir ohnehin backen müssten, weil da sein 7. Herzgeburtstag ist, jubelte er. Denn den begehen wir immer wie einen kleinen Minigeburtstag mit einem herzförmigen Kuchen.

Daheim suchten wir also gleich alle Zutaten zusammen, er flitzte zweimal in den Salon um Eier und Butter zu holen und wir machten einen Marmorkuchen nach seinen Wünschen.

Den gibt es morgen zum Frühstück. Es ist nur eine kleine dankbare Erinnerung an einen der schwersten Tage in unserem Elternsein, aber auch einen der dankbarsten Tage. Denn er hat ihm ein gesundes Herz geschenkt, mit dem er heute fröhlich und frei umherspringen kann, wie jeder normale Siebenjährige auch.

Danach spielten wir eine Runde. Eigentlich tauchen ja hier am Nachmittag zig Kinder aus dem Haus auf. Aber ich merke immer wieder, wie sie mit der Zeit schon gar nichts mehr miteinander anzufangen wissen. Und vor allem wie Herr Klein von sich selbst abrückt.  Er ist gern mit uns, er schaut gern Bücher an, er malt und schreibt gern. Er spielt gern mit uns. Wenn es dann klopft, ist er komplett rausgerissen und lässt alles fallen. Also haben wir heute gemeinsam beschlossen, dass der Donnerstag ab jetzt wieder Familientag ist und keine Kinder zu uns kommen. Er nimmt das erstaunlich gut und steht auch dazu, wenn die Kinder anklopfen. Das zeigt mir, dass er das wirklich braucht. Und ich genieße es mit ihnen einfach mal allein zu sein.

Gemütlich hatten wir es noch. Nun schlafen alle Zwerge. Der Liepste liegt ebenfalls verkühlt in der Wanne und ich werde da reinhüpfen, wenn er hinaushüpft. Und dann will ich nichts als ins Bett. Morgen warten zwei Spielräume auf mich. Funktionieren müssen ist anstrengend. Zu Weihnachten wünsche ich mir eine gute Fee.

Mehr 12von12 Beiträge sammelt Caro von Draußen nur Kännchen. Heute hat sie auch noch Geburtstag. Alles Liebe!

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Was unsere Kinder uns sagen wollen

Was unsere Kinder uns sagen wollen, sprudelt selten durch Worte aus ihnen heraus.

Es tapst nachts leise in unser Schlafzimmer und schlüpft unter unsere Bettdecke.

Es bleibt unberührt auf dem Teller liegen.

Es fliegt in hohem Bogen durch das Wohnzimmer. Trifft uns nicht selten schmerzhaft.

Es quietscht, kreischt oder saust in sonstigen Tonlagen um unsere Ohren, nach einer Umrundung unseres Kopfes tief ins Trommelfell hinein.

Es klatscht hüpfend kleine Hände aufeinander.

Es zeigt mit großen runden Augen und ausgestrecktem Finger in die Ferne.

Was sie uns sagen wollen, ist nicht immer greifbar oder verständlich.

Es breitet sich nachts nass auf ihrem Bettlaken aus.

Es hinterlässt Beißspuren auf unserem Arm. Oder dem anderer Kinder.

Es schubst, zwickt und kratzt die, die gerade wehrlos in der Nähe sind.

Es fließt in tausenden glitzernden Tränen über ihre Wangen.

Was unsere Kinder uns sagen wollen, wissen sie manchmal selbst nicht so genau.

Es zerrt, drückt und schiebt an ihren Kleinen Körpern herum, dass der sich biegt und windet.

Es wird mit Fäusten in den Boden geprügelt, mit dem Kopf an die Wand geschlagen.

Es nimmt abends leise unsere Hand und hält sie sich auf die Wange.

Es drückt rotztriefende Bussis auf unseren Mund.

Was unsere Kinder uns sagen wollen ist versteckt in unserem Alltag. Es lauert da, wo wir es lange nicht wahrnehmen. Hinter offenen Türen. Liegt offensichtlich vor unseren Füßen, dass wir darüber stolpern. Was es braucht ist Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, offen und interessiert ihr Verhalten verstehen zu wollen. Dann können wir hören, lesen und lernen. Erfahren und entdecken. Und aus dieser gemeinsamen Reise eine spannende Abenteuerfahrt machen.

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Was machst du eigentlich den ganzen Tag

Jeden 5. des Monats sammelt Frau Brüllen Tagebuchbloggerei. Ich wollte da schon immer mal mitmachen, aber dann war immer schon der 7. und überhaupt. Die Tage überholen mich manchmal im Sturzflug.

Dieser Donnerstag fing so an wie fast jeder Tag. Die Kinder tapsen in unser Bett oder wollen laut rufend geholt werden. Dann wird noch bis zur letzten Minute gekuschelt, während der Liepste schon in der Küche einladend herumscheppert. Ich wandle umher auf der Suche nach einer Strickjacke. Ja, es ist Herbst. Eine Tasse heißes Wasser soll mich aufwärmen, bevor mein Körper nach Kaffee schreit, während die Kinder ihre Essenswünsche lautstark verkünden.

Nach dem Frühstück wird im Galopp in die Klamotten gehüpft, Zahnbürsten werden geschwungen und im letzten Moment noch Aufsätze unterschrieben. „Ganz toll“ steht da als Bewertung der Lehrerin und ich schiebe ein „Hey cool, der war ja komplett fehlerfrei.“ hinterher. Dann verlassen 3 von 5 das Haus und ich bleibe mit Miniklein zurück. Er hängt müde an mir und ich sehne mich schon vor 8 nach seiner Schlafenszeit. In alter Nostalgie schalte ich mal wieder Radioeins per livestream ein und tanze mit Miniklein durchs Wohnzimmer. Mehr ist hier grad eh nicht zu machen.

Gegen 9 kommt eine Nachbarin und wir hausverwalten ein paar Rechnungen und schicken Mahnungen. Und während wir die Zeit vertratschen schläft Miniklein auf meinem Schoß ein wie ein Baby. Ich hachze und seufze. Dann lege ich ihn in sein Bett und tanze jubilierend ins Wohnzimmer zurück. Ding Dong Freizeit!! Und während ich mein Geschwisterbuch Hand in Hand: Geschwisterbeziehungen verstehen und begleiten* überarbeiten will, wacht Miniklein auch schon wieder auf. Ding Dong Feierabend!!

Um 11:30Uhr gehen wir essen. Wir haben mit ein paar Nachbarinnen eine kleine feine Mittagsrunde gebildet, so dass wir nicht allein in unseren Wohnungen essen müssen. Wir tratschen und essen, die Kinder flitzen umher und ich merke heute, wie mir doch alles etwas viel ist. Ich bin noch immer angeschlagen von meiner Verkühlung. Hülft nix.

Um 12:30Uhr mache ich mich auf den Weg. Ein kleiner Einkauf und ab in die Schule. Herr Klein möchte heute gleich nach dem Essen geholt werden und ich gönne ihm diese Freiheit noch. Danach holen wir Frau Klein ab und hüpfen noch ein wenig hinüber auf den Spielplatz, wo wir ein paar sonnigwarme Blättertänze erleben.

Dann wollen alle Kinder heim und wir spazieren durch den immer stürmischer werdenen Herbstwind.

 

Daheim will ich endlich das Granola aus dem Buch Goodbye Zucker: Zuckerfrei glücklich in 8 Wochen – Mit 108 Rezepten* ausprobieren und mische Kokosraspeln mit Nüssen und Kokosöl. Im Ofen riecht das ganz wunderbar und macht mir Lust aufs Frühstück.

Herr Klein macht nebenbei Hausaufgaben und will dann sein Bilderbuch fertigstellen. Er träumt davon, dass es im Buchladen aufliegt und ich muss ihm die entsprechenden Vorgänge erklären, die es dazu braucht. Er schaut mich mit großen Augen an…

Dann nimmt dieser Nachmittag seinen wohnprojekttypischen Lauf. Die Kinder suchen andere Kinder, finden diese nicht, dafür aber wiederum andere, irgendwer läutet und sucht die umherziehenden Kinder. Und in unserer Wohnung befinden sich stets zwischen 1 und 7 Kindern. Mir schwirrt der Kopf während ich im Kinderzimmer das Prinzessinnenschloss abbaue, weil niemand damit spielt. Frau Klein nickt nur und sagt: „Ja, damit spielt niemand. Aber Mama, nicht verschenken!“ Sie kennt mich gut. Ich trage es vorerst in den Keller.

Gegen 18Uhr werfe ich alle nichtmeinigen Kinder hinaus und wir essen zu Abend. Ich genieße die Stille und ein bisschen Blödsinn mit den Kindern. Nach dem Essen fange ich Miniklein ein und mache ihn bettfertig. Dann geht’s ab in seine Höhle, während die anderen beiden ihre abendliche Serie schauen. Fast schlafe ich mit Miniklein ein, aber halt. Noch ist nicht Feierabend. Jetzt die anderen zwei. Umziehen, Zähneputzen und Klo machen sie schon so gut wie allein, was mich erfreut. Zwischendrin fragt Herr Klein denkbar beschäftigt „Mama muss man das Buch dann da hintragen zu diesem – wie heißt das?“ – „Verlag.“ „Nein, das kann man schicken. Das schaut sich dann wer an und entscheidet, ob sie es drucken wollen.“ Herr Klein wird immer kleiner.
Wir lesen noch ein paar Bücher gemeinsam und dann kuschle ich beide ins Bett. Sie jammern und schimpfen, weil der Papa die ganze Woche spät heimkommt. Und ich jammere und schimpfe innerlich ein bisschen mit.

Feierabend. Ich wundere mich noch etwas über meine „Die ganze Welt ist doof.“ Stimmung, bis mir ein Blick in den Kalender sagt, dass schon wieder 4 Wochen um sind seit der letzten ähnlichen Stimmungslage. Also Wärmflasche und ab ins Bett, lautet der Plan. Morgen warten zwei Spielräume auf mich. Gute Nacht!

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