33 Dinge, die Ihr (vielleicht) nicht über mich wisst

  1. Ich bin ein Hypochonder. Wenn ich Kopfweh habe, habe ich einen Gehirntumor. Wenn ich Nierenschmerzen habe, werden diese wohl bald versagen. Es macht keinen Spaß und ich bin froh, dass ich das mittlerweile einigermaßen im Griff habe.
  2. Ich habe im ersten Anlauf nach dem Abi Mathematik und Germanistik auf Lehramt für Gymnasien studiert, das nach dem ersten Semester abgebrochen und auf Bauingenieurwesen gewechselt. Erst durch meine Kinder habe ich endlich einen Beruf gefunden, der meinem Wesen und meinen Neigungen entspricht.
  3. Ich war mit 14 im Karate und habe das bis zum orangen Gürtel betrieben. Damals konnte ich bis zum Türrahmen meines Zimmers hinauf treten und war stolz darauf.
  4. Ich mag keine Berührungen mit anderen Menschen. Nur in meiner Familie und mit engsten Freunden mag ich Umarmungen. Begrüßungen sind für mich oft schon im Vorfeld ein Stressfaktor. Am meisten stresst es mich in Österreich mit den Bussis rechts und links, weil es nie klar ist wen man ab welchem „Kennengrad“ entsprechend begrüßen soll, darf, will, kann…. Ich könnte aber auch keine Jobs wie Friseurin, Masseurin oder sonstiges, wo man Menschen berührt, ausüben.
  5. Partnerübungen in Kursen, Workshops und Seminaren, egal ob verbal oder körperlich lösen in mir unfassbaren Stress aus.
  6. Ich mag nur Grünpflanzen, aber nichts Blühendes. Ich brauche auch keine Blumensträuße, was dem Liepsten unglaublich gut gefällt.
  7. Unordnung macht mich wahnsinnig unruhig.
  8. Ausmisten macht mich glücklich und frei. Ich wünschte ich könnte den Minimalismus so ausleben, wie ich es mir vorstelle. Aber das geht mit der Familie in dem Ausmaß leider nicht.
  9. Beim Wäscheaufhängen müssen die Wäscheklammern in einer Reihe die gleiche Farbe haben. Zuweilen hänge ich die Wäsche, die der Liepste aufgehängt hat um und tausche Wäscheklammern aus. Ganz in echt.
  10. Ich liebe Ironie und Sarkasmus und halte humorlose Menschen nur schwer aus. Das war ein Grund, weshalb mich das Vorurteil „Deutsche haben keinen Humor“ in Schottland rasend gemacht hat. Obwohl ich weiß, was sie damit meinen, aber den Humor der Briten fand ich hingegen auch nicht sonderlich lustig. Ich selbst werde immer wieder missverstanden, weil mein Humor zuweilen so trocken ist.
  11. Ich bin Friends Fan und süchtig nach der Serie. Wir haben sie mindestens schon vier- oder fünfmal komplett durchgeschaut und immer wieder einzelne Folgen gesehen. Noch heute können wir dabei herrlich lachen.
  12. Ich mag große Menschengruppen nicht, lebe aber in einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt. Das funktioniert ganz gut, weil ich mich ausklinke, wenn es mir zu viel wird. Dass manche das nicht verstehen können, kann ich zuweilen nicht verstehen. Ich bin halt einfach so.
  13. Ich hasse Smalltalk, ich kann ihn nicht und ich rede nur Quatsch, wenn ich ihm ausgeliefert bin. Das macht es mir schwer anderen Menschen zu begegnen. So bin ich grundsätzlich z.B. mit Pädagoginnen oder Lehrerinnen nur im distanzierten Grüßen-Verhältnis, während andere Menschen deren halbe Lebensgeschichte kennen. Ich kann aber deshalb auch nicht networken und mich auch mit anderen Blogger*innen nicht gut vernetzen.
  14. Ich bin extrem schüchtern, wenn mir Menschen oder Situationen fremd oder neu sind. Auf andere wirke ich distanziert und kühl dadurch, dabei ist es nur meine Unfähigkeit anderen „normal“ zu begegnen. Ich habe dadurch schon einige Menschen in meinem Leben nur tangiert, mit denen ich aber gern befreundet gewesen wäre.
  15. Schreiben ist meine Leidenschaft und Leben als Schreibende mein Traum. Die meisten Ideen kommen mir beim Radeln, beim Spazieren oder auf Reisen. Manchmal auch unter der Dusche. Leider fehlt mir die anhaltende Zeit um diesen nachzugehen. Aber ich bin überzeugt, dass sie kommt. Manchmal lese ich Textanfänge oder Kurzgeschichten von mir und bin selbst begeistert davon, was ich da einst aufs Papier gezaubert habe. Eine Sammlung an Kurzgeschichten habe ich im Eigenverlag veröffentlicht –  Polatexte *- , die ist aber vom Layout her eine Katastrophe geworden, weshalb ich sie nur als E-Book empfehlen würde. Das aber sehr.
  16. Das Bloggen ist eine aus dem Schreiben resultierende Leidenschaft, weshalb ich es nicht mit Kalkulation und Marketing betreibe, sondern mit Herzblut. Leider blutet mein Herz dabei oft, weil meine Artikel oft untergehen und der Blog nur schleichend wächst. Dann kommen Leseremails und flicken mir mein blutendes Herz wieder. Dieses Auf und Ab erlebe ich nun seit einigen Jahren und es ist zuweilen recht zermürbend, manchmal möchte ich den Blog einstampfen vor Wut, aber dann nehme ich mir einen Ort, in dem ich ja wiederum aufgehe.
  17. Ich fürchte mich in Schwimmbecken. Vor der Tiefe? Vor der Weite? Ich weiß es nicht. Egal wie klein ein Pool ist, ich kann nicht allein drin sein und schon gar nicht darin tauchen. Der Tauchkurs diesen Sommer war eine große Angstüberwindung, die mich unfassbar gestärkt hat. Aber Schwimmbecken finde ich noch immer unheimlich und bedrohlich.
  18. Ich spüre die Emotionen der anderen und das macht mich zuweilen fertig, weil ich selbst mit meinen Emotionen genug zu tun habe. Das ist wohl das, was man HSP nennt, es ist hilfreich, aber es kann auch anstrengend sein. Ich lerne, mich da selbst zu schützen. Ich spüre aber auch schnell, wenn jemand aufgesetzt oder aufgesetzt reagiert. Das hat mich früher arg verunsichert, heute weiß ich, dass ich solchen Menschen aus dem Weg gehen muss so gut es geht.

  19. Orte wie Twitter oder Facebook machen mich fertig. Da fühle ich mich wie in der Schule, wo ich mich oft so „anders“ fühlte, so nicht zugehörig, so wie ein Alien.
  20. Ich kann nicht rumhängen und nichts tun. Da werde ich innerlich unruhig und kribbelig und denke an all die Sachen, die ich jetzt doch tun könnte, sollte oder wollen würde. Ich halte das nicht für eine sonderbar gute Eigenschaft.
  21. Ich wische Böden am liebsten mit einem Lappen auf den Knien. Weil ich das Gefühl habe mit Wischmops den Dreck nur hin- und herzuwischen.
  22. Ich würde gern mal einen Marathon laufen und bin zusehends frustriert, weil mir derzeit die Energie fürs Laufen allgemein fehlt.
  23. Ich telefoniere absolut ungern. Wenn eine unbekannte Nummer anruft schaue ich dem Anruf zu, nehme aber selten an. Ich mag Voicemailnachrichten, die mir sagen worum es konkret geht und kommuniziere sonst am liebsten über email oder sms.
  24. Als ich Kind war kamen mir sofort die Tränen, wenn ich zurechtgewiesen oder geschimpft wurde. Bei Zurechtweisungen geht mir das heute oft noch so.
  25. Wenn ich allein bin, führe ich sehr häufig Selbstgespräche.

  26. Ich gehöre zu dem Teil der Menschen, für die Koriander – genetisch bedingt – wie Seife schmeckt. Ich kann akribisch kleine Futzeln davon aus einem Salat fischen, damit ich diesen dennoch essen kann.
  27. Ich mache Mayonnaise auf aufgebackene Tiefkühlbaguettes. Das habe ich noch von meinem Bruder, der das auch machte. Und vermutlich ist das bei der Menge Lebensmittelschrott auch schon egal.
  28. Ich habe mich noch nie in meinem Leben geschminkt (außer einmal zum Fasching und ich fand es widerlich). Mittlerweile verwende ich nicht einmal mehr Hautcremes und seitdem ist meine Haut sehr viel besser geworden.
  29. Das einzige Mal, dass ich in meinem Leben zugenommen habe war in Schottland. Da kamen innerhalb von 6 Monaten 10 Kilo rauf und das sah man sofort, die Hosen wurden zu eng. Ein Jahr später habe ich die dann durch eine No-Dinner-Diet wieder runterbekommen.
  30. Ich habe eine Aversion gegen alles, was alle mögen. Möbelschweden, Kaffeevertriebsmode etc. Leider ist es in gewissen Bereichen (v.a. für Kinder) oft das einzig bezahlbare. Großteils versuche ich aber darauf zu verzichten.
  31. Mein Lieblingsband ist und bleibt Radiohead (seit Jaaaahren), dicht gefolgt von Sigur Rós und ich glaube nicht, dass sich das in diesem Leben noch ändert.
  32. Ich träume davon ein Cottage oder kleines Haus auf Island oder im Norden Schottlands zu haben, in das ich im Sommer vor der Hitze flüchten kann oder es mir im Winter in monatelanger Dunkelheit gemütlich machen kann. Am liebsten würde ich mir aber ein Earthship irgendwo dort bauen, seitdem ich 2009 auf Jamaica mit der Earthshipcrew eines begonnen habe zu bauen.
  33. Meinen ersten lebenswichtigen Kuss hatte ich im Alter von 6 Jahren im Kindergarten. Diesem Kindergartenfreund begegnete ich dann zehn Jahre später wieder und er war dann vier Jahre lang meine erste große Liebe voller Höhen und Tiefen.

Tja, nun wisst Ihr so einiges mehr über mich. Ehrlich, was davon hat Euch wirklich überrascht? Und was muss ich nun über Euch wissen?

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7 Wege, die Kreativität Deiner Kinder zu bewahren

Wenn man Eltern fragt, was sie sich für ihre Kinder wünschen, so steht hinter Selbstsicherheit und Selbständigkeit oft auch Kreativität. In vielen Augen wird diese aber oft gleichgesetzt mit Malen, Zeichnen, Basteln und Musizieren. Nicht umsonst melden viele ihre Kinder für Kunstkurse, Malereien und Musiknachmittage an. 

Ich denke aber, dass Kreativität viel mehr ist. Denn nicht nur im künstlerischen Bereich können wir kreativ sein, sondern im gesamten Alltag. Wenn es darum geht Lösungen zu finden, neue Wege zu sehen, wenn wir anstehen, zu hinterfragen, wo wir zweifeln. Aber auch um unsere Kinder gut zu begleiten müssen wir oft kreativ sein und individuelle Wege finden. Beim Kochen und Backen können wir kreativ sein, beim Einrichten unserer Wohnung, beim Leiten von Projekten. Kreativität ist überall gefragt. Und – egal, wie sie sich einmal ausdrückt in einem Menschen – kann sie ganz anders gefördert, bzw. – weil ich ja das Wort fördern nicht mag – unterstützt werden. Viel mehr noch glaube ich, dass wir ihnen ihre Kreativität bewahren. Denn Basteln oder Malen allein fördern Kreativität nicht oder machen aus einem Unkreativen noch lange keinen Künstler. Es ist aber auch niemand besonders kreativer als ein anderer. Jedenfalls nicht als kleines Kind. In meinen Augen sind Kinder alle Künstler und Kreative. Wir tendieren nur dazu, ihnen das im Laufe des Lebens und vor allem im Laufe der Schulzeit gehörig auszutreiben.

Deshalb habe ich einmal zusammengestellt, was ihr tun könnt, damit Eure Kinder ihre Kreativität für sich entdecken und erhalten können.

1 – Quatsch machen lassen
Ihr kennt das. Faxen am Tisch. Blödsinn reden. Nervige Reime und unsinnige Witze, die alles andere sind als lustig. Für uns zumindest. Oft hören wir „Red nicht so einen Quatsch.“ oder „Hör auf mit dem Blödsinn.“ Kinder sollen nicht so albern sein. Sollen sich benehmen. Brav sein.
Ich sage: Kinder müssen albern sein. Das ist ausgedrückte Kreativität. Sie spielen mit Sprache und mit Humor. Sie probieren aus, experimentieren. Natürlich ist das zuweilen anstrengend, vor allem wenn sich etwas zum 18. Mal nicht reimt und weh tut im Ohr, weil es nicht lustig ist. Vielleicht sind unsere Gespräche über die Arbeit, über Politik, über blöde Kollegen oder nervige Nachbarn, über den Hausumbau oder das Geld für sie genauso nervig. Lassen wir sie mehr machen, mehr quatschig und albern sein. Und genießen wir, dass sie das sind. Dass sie Spaß haben und Freude.

2 – Lösungen finden lassen. 
Wir tendieren dazu unseren Kindern auf ihre Fragen zu antworten. Wir halten ihren Frust nicht aus, weil sie diesen oft lautstark und in nervenraubenden Tonlagen äußern. Wir geben ihnen Lösungen für ihre Probleme, weil wir helfen wollen. Klar, weil wir Eltern sind. Dabei ist es oft hilfreicher für sie zu sagen: „Was meinst denn Du, wie es funktionieren kann?“. Es heißt nicht sie mit ihrem Frust sitzen zu lassen. Es bedeutet nicht, sie verzweifeln zu lassen oder überpädagogisch darauf zu bestehen, dass sie Dinge alleine klären. Aber es heißt, dass wir ihnen immer die Möglichkeit einräumen sollten, allein eine Lösung zu finden. Sei es im Spiel oder im Konflikt mit anderen Kindern. Sei es in Fragestellungen, die sich ihnen auftun oder bei schulischen Fragen. Halten wir uns einen Moment zurück und lassen wir sie überlegen, nachdenken, zweifeln und auch ein Stück verzweifeln. Das schenkt ihnen die Chance eigene, oft ganz kreative Lösungsansätze zu finden. Die müssen nicht funktionieren, aber die lassen sie weiter entdecken.

3 – Entdecken lassen
Apropos entdecken. Eltern tendieren dazu ihren Kindern die Welt zu zeigen. „Schau mal!“ oder „Hier kannst Du das probieren!“ Wir zerren und ziehen sie von einem Spiel zum nächsten. Wir rollen ihnen Bälle zu, stapeln Türme für sie. Wir malen ihnen die Sonne und den Mond, ein Pferd, wenn es sein muss. Aber wir lassen sie zu wenig selbst entdecken und erforschen. „Schau so geht das!“ sagen wir, wenn unsere Kinder etwas Neues entdecken. Und nehmen ihnen wesentliche Erfahrungen. Denn zum einen kann man mit Bausteinen auch anderes machen als Türme bauen, zum anderen spielt jedes Kind mit jedem Material ganz anders und auf seine Art. Das erlebe ich im Spielraum immer wieder und das, finde ich, ist die pure Kreativität unserer Kinder. Manchmal möchte ich mich in Kirchen stellen und predigen: Hört auf Euren Kindern die Spielsachen zu erklären. Hört auf sie mit 3 Jahren mit Gesellschaftsspielen und den dazugehörigen Regeln zu unterhalten. Lasst ihnen Materialien und Dinge und erfreut euch an dem, was Eure Kinder damit auf ihre Art und Weise und ganz individuell kreativ damit entdecken.

4 – weniger Spielsachen
Apropos Spielsachen. Je weniger, umso kreativer. Das ist mein überzeugter Ansatz. Wenn wir die Kinder von kleinauf mit Materialien und bunten Klimbim umgeben, gewöhnen sie sich daran und werden unkreativ. Denn die meisten Spielsachen geben ein Spiel vor oder  haben einen gewissen didaktischen Hintergrund. Die Kinder können dann immer weniger mit einfachen Dingen wie Naturmaterialien und dem einfachen Sein nicht mehr viel anfangen. Vor allem im Kleinkindalter genügen vor allem Alltagsgegenstände für die Kinder. Ein Pappkarton kann ein Auto sein, ein Schiff, ein Haus, ein Ufo. Ein Stock kann ein Messer sein, ein Schwert, ein Kochlöffel, ein Zauberstab, eine Wünschelroute, eine Messlatte. Je langweilige in unseren Augen die Spielsachen scheinen, umso kreativer können die Kinder oft damit spielen. Wenn sie es nicht anders lernen durch die An- und Überhäufung von Spielzeug.

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5 – Papier und Stifte statt Bastelatelier
Damit unsere Kinder kleine Künstler werden, verfallen viele Eltern in gandenlosen Bastelwahn. Nur muss man bedenken, dass das Nachbasteln von Pinterest-Ideen kein Kreativitätsausbruch ist, sondern eben quasi Malen nach Zahlen. Es genügt Kinder am Anfang mit Papier und Stiften auszustatten. Eine Schere und später Kleber. Damit können sie endlos hantieren. Aber die Anschaffung von diversesten Bastelutensilien rauben ihnen letztendlich die kreativen Ideen. Wir müssen keinen Malort nach Arno Stern schaffen, in dem es nichts gibt als Farbe und Papier, aber wir müssen auch kein sogenanntes Kreativatelier einrichten, in dem es alles gibt, was uns von unserer eigenen Kreativität ablenkt. Weil wir dann alles haben zum Basteln und nicht mehr überlegen müssen, wie wir improvisieren, mit wenig gestalten und wie wir unsere Ideen mit dem, was wir haben, umsetzen können.

6 – Beobachten
Wenn wir unsere Kinder beobachten, uns täglich – wenn auch nur sehr kurz – Zeit nehmen, um sie in ihrem Tun und ihrem Spiel zu betrachten um zu erfahren: Was interessiert und fasziniert dich? Dann können wir ihnen auch ein Umfeld schaffen, in dem sie sich frei und kreativ entfalten können. Dann sehen wir, was sie nicht interessiert und können das wegräumen. Dann werden wir entdecken, wie kreativ und individuell jedes Kind mit gewissen Materialien spielt. Und dann können wir lernen uns auf unsere Finger zu beißen, anstatt ihnen die sofortige Lösung zu liefern. Weil sie – wenn auch auf Umwegen – vielleicht doch selbst dahin kommen.

7 – Langeweile zulassen
Es ist bekannt, dass Langeweile dazu führt, dass die kreativsten und besten Ideen entstehen. Unseren Kindern ist oft fad und langweilig. Am meisten, wenn sie von ihren vielen Spielsachen überfordert sind oder unterwegs sind, wo keine solchen Spielsachen existieren. Umso wichtiger ist es, dass sie solche Momente erleben. Das müssen wir ihnen nicht unter die Nase reiben. „Tja, überleg dir was. Dir wird schon was einfallen.“ Das sind abschmetternde Antworten, die unsere Kinder frustrieren und ihnen das Gefühl geben, dass wir uns nicht für sie interessieren. Wir können einfach sagen: „Aha, dir ist fad.“ Und gar nichts weiter kommentieren. Auch keine Vorschläge, was die Kinder denn nun tun könnten. All das muss von ihnen selbst kommen. Das ist die Kreativität im Kreativitätsprozess. Sozusagen. Und die ist so besonders wichtig. Weil sie alle Bereiche der Kreativität abdeckt.

Für unsere Kinder ist es das größte Geschenk, wenn wir sie mehr lassen als leiten. Weil sie sich dann viel freier und eben kreativer entfalten können. Weil sie ausprobieren und erforschen können. All das ist Kreativität. Und ob die sich mal im Künstlerischen ausdrückt oder im Organisatorischen, im Alltag oder in ihrer Lebensführung generell, sollte uns bis dahin egal sein. Jedes Kind ist ein Künstler. Sehen wir zu, dass wir ihnen diese Fähigkeit bewahren.

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Friday Fives

Es ist schon eine Weile her, dass ich die Friday Fives verabschiedet habe. Dennoch behalte ich mir eine gewisse Dankbarkeitspraxis bei. Vor allem dann, wenn es mir nicht so gut geht, versuche ich den Blick auf das Gute gerichtet zu halten. Was nicht immer leicht ist. Diese Woche war eine von der schwierigen Sorte, trieb mich hinfort in düstere Wälder und ließ mich dort allein verirren. Es war dunkel und kalt. Nun bin ich krank und verwirrt.

Deshalb möchte ich heute einmal wieder zurückblicken und schauen, was doch aber gut war. Denn auch davon gab es einiges und ich lasse nicht zu, dass das Ungute siegt.

1 – Babysitterin. Wir haben nun endlich eine Babysitterin, die fix auf Miniklein schaut, wenn ich Spielräume habe. Derweil habe ich das immer hausintern oder mit dem Liepsten gelöst. Aber das hat auch dazu geführt, dass ich ihn mal mitnehmen musste in den Spielraum, was nicht gut funktioniert. Denn dann bin ich unter zwei Hüten begraben – dem Mutterhut und dem Spielraumleiterinnenhut. So freue ich mich, dass die zwei sich gut verstehen und ich Miniklein während der Zeit gut versorgt weiß. Das lässt mich auch präsenter im Spielraum sein und tut mir gut.

2 – Feedback. Ich habe wundervolles Feedback zu meiner Seite und meinen Podcasts gehört. Wenn auch mit technischen Verbesserungsvorschlägen (ich weiß, die Podcasts brauchen dringend technische Aufarbeitung). Aber ich freue mich immer sehr über solches Feedback. Zu sehen dass das, was ich tue, draußen gut aufgenommen wird, lässt mich weitermachen und zeigt mir, dass ich das richtige tue.

3 – Ein neuer Workshop. Manchmal liege ich wirklich am Boden. Da bin ich verzweifelt, dass meine Artikel nur so wenig Reichweite haben. Einfach, weil die sozialen Medien so komplex und schwierig sind. Das macht mich oft wütend, vor allem dann, wenn ich sehe, welch andere Posts hier und da Herzchen bekommen, während ich mit viel Mühe und gedanklichem Input arbeite. Doch gerade dann, wenn ich da am Boden liege und mit den Fäusten auf den Boden klopfe, kommen mir neue Ideen in den Kopf. So auch mein Workshop „Achtsame Kommunikation mit Kindern“, den ich derweil vorbereite und auf den ich mich schon sehr sehr freue. Und ich freue mich, dass es schon Anmeldungen dafür gibt.

4 – virtuelle Unterstützung. Ich bin ja irgendwie wieder auf Twitter gelandet. Das ist mir so passiert. Da poste ich hier und da einzelne Gedankenfetzen, die irgendwie aus mir heraus müssen. Und das führt manchmal dazu, dass ein Austausch entsteht mit lieben Menschen, die verstehen, die ähnliches kennen, die hilfreiche Worte parat haben. Das tut mir gut. Das baut mich auf. Dafür bin ich dankbar.

5 – Glücksmomente mit den Kindern. Und mit den Kindern erlebe ich täglich wundervolle Momente. Miniklein gibt mir tausende Bussis. Er quietscht und kreischt vor Freude, wenn er seine Geschwister sieht. Er versucht ihre Namen zu sagen und ist einfach zuckersüß. Frau Klein sagt so schöne Dinge. Sie ist momentan so ganz bei sich. Sie malt tolle Bilder und knutscht mich ab. Sie ist ausgelassen und froh und ruft: „Ich hab Dich immer lieb, Mama!“. Herr Klein malt Comics und schreibt Geschichten. Er erzählt viel von der Schule und liest seiner Schwester Bücher vor. Ach, ich bin manchmal so verliebt in meine Kinder. Dabei vergesse ich dann das Kranksein und den Ärger des ganzen Tages.

Und nun, nachdem ich das aufgeschrieben habe, fühle ich mich voller Glück und Zauber. Ich habe es doch so gut.

Welche Glücksmomente hattet Ihr diese Woche? Wofür seid Ihr dankbar? 

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