Hand in Hand – Leseprobe und Verlosung!

Es hat länger gedauert als geplant. Auch für mich zu lange. Aber mir Zeit zu geben, Geduld zu haben, war in diesem Jahr das Wichtigste. Nun hat mich der Herbst mit neuer Energie versehen und endlich endlich wird das Buch fertig. Nicht nur das. Ich finde es schön und sehr wertvoll. Und freue mich unfassbar.

Gerade bin ich zurück von meiner ersten großen Mama-Auszeit. Eine Woche habe ich allein an der Ostsee verbracht und an einer Schreibwoche teilgenommen. Es war zauberhaft großartig, bereichernd, befreiend, erhellend, lustig und inspirierend. Es hat mich wieder ein Stück zu mir selbst gebracht, mich mit mir in Kontakt. So etwas sollte ich viel öfter machen.

Aber nun bin ich zurück und ich freue mich, dass in der Zwischenzeit die Technik und das Internet am Werk waren und mein Buch Hand in Hand: Wie Geschwisterliebe wachsen kann * neu erschienen ist:

Es ist komplett überarbeitet, hat ein paar Seiten dazu gewonnen, enthält noch mehr Beispiele und zu jedem Kapitel Übungen zur Reflexion des Gelesenen. Es steckt eine große Portion Herz mit drin und ich freue mich sehr, dass es endlich da ist.

Ihr könnt hier eine Leseprobe herunterladen: 

 

Das Buch ist zwar im Eigenverlag erschienen, aber Ihr könnt es überall bestellen. Auch im lokalen Buchhandel, was natürlich schön wäre, weil es den zu unterstützen gilt.

Ich habe natürlich zwei Verlosungsexemplare für euch parat. Wenn Ihr also eines gewinnen wollt, braucht Ihr nur hier zu kommentieren und mir zu sagen, wie es Euch als Kind ergangen ist. Hattet Ihr Geschwister? Wie habt Ihr das erlebt? Oder keine? Hättet Ihr gern welche gehabt? Erzählt es mir, ich bin gespannt!

Die Verlosung endet am 14.Oktober um Mitternacht, ich werde am 15.Oktober die Gewinnerinnen bekannt geben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Also schnell, rein in den Lostopf mit Euch!

 

 

Flattr this!

Dein Lachen

Jedes Jahr, wenn sich mein Geburtstag dem Ende neigt und die Uhr auf Mitternacht zurast, weicht die Freude und Wehmut und Traurigkeit setzen ein. Mein Bruder hatte einen Tag nach mir Geburtstag. Er wäre heute 45 geworden, nicht einmal die Hälfte davon hat er gelebt. 

Die Blumen wandern seitdem aufs Grab und ich blicke einmal mehr auf sein lachendes Foto. Auf diese andere Hälfte, die in mir lebt aber nicht da ist.
Unsere Geschwisterbeziehung war normal und doch ganz besonders. Und heute ist sie halb. Hängt an mir wie ein loser Faden eines halben Pullovers. Die Wolle ist alle und ich habe den Faden festgeknotet, damit sich die fertige Hälfte nicht in Nichts auflöst.

Aber die Erinnerungen sind bunt und lebhaft. Zuckersüß. Nur sind sie eben wie ein Film, den man immer wieder schaut und bei dem im schönsten Moment „Ende“ auf der Leinwand steht. Keine Fortsetzung. Nur ein stiller Abspann.

Als er bei der Bundeswehr war, das letzte Jahr vor seinem Tod, da haben wir uns Briefe geschrieben. So richtig echt mit Hand. Einer seiner Briefe begann mit: „Liebes Küken, ich schreibe heute extra langsam, weil ich weiß, dass Du nicht so schnell lesen kannst.“ Ich weiß noch, dass ich lange Zeit den Brief nicht weiterlesen konnte, weil mir vor Lachen die Tränen kamen. Zum Lachen hat er mich viel gebracht. Wir haben uns ein Zimmer geteilt und er hat mir abends im Bett lustige Geschichten erzählt von seinen Lehrern. Bis heute weiß ich nicht, welche wahr und welche erfunden waren. Es ist auch egal, meine Erinnerung ist, dass ich da lag und gekichert habe, dass mir der Bauch weh tat. Wenn wir abends allein waren, hat er mich streng ins Bett geschickt, nur um 5 Minuten später zwinkernd ins Zimmer zu kommen und zu sagen „Los, wir schauen noch fern!“

Ja sein Zwinkern, sein Lachen, das ist so präsent als hätte ich es gestern noch gesehen. Und nicht zum letzten Mal vor 26 Jahren. Ist es nicht wunderbar, wenn wir uns an das Lachen eines Menschen erinnern? An seinen Humor, seine Fröhlichkeit? Ich wünsche mir, dass er heute viel lacht, da wo er ist. Und mir, dass auch ich nicht aufs Lachen vergesse.

Happy birthday großer Bruder. Hab es bunt, da wo Du bist.

 

Flattr this!

40. Na und!

Heute bin ich also 40. Früher war das eine ziemlich irre Vorstellung und ich habe es vermieden darüber nachzudenken, dass dieser Tag mal kommen würde. 40. Das klingt doch irgendwie schon so alt und erwachsen.

In der Nacht auf meinen 30er war ich gerade allein in Wien. Der Liepste verweilte noch in Edinburgh um die Wohnung aufzugeben und kam am nächsten Tag erst nach Wien. Ein komplett neuer Lebensabschnitt lag vor uns. Ich spazierte abends durch das mir fremde Wien und hatte Lust diese 30 irgendwie zu feiern. So ging ich in die nächstbeste Bar, in der noch Menschen saßen und gesellte mich am Tresen zu den letzten dort Trinkenden. Aus Schottland war ich es gewohnt, dass die Leute an der Bar prinzipiell sehr redselig waren. An diesem Abend fühlte ich mich schottisiert. Und natürlich war es für die dort Trinkenden komisch, dass da eine Frau einfach so allein auftauchte und ein Glas Rotwein bestellte. Nunja. Das Ende vom Lied war ein recht geselliger Abend mit zu vielen Gläsern Wein und Whisky mit Menschen, die ich dann nie wieder gesehen habe. Und irgendwie war das genau richtig so.
Am nächsten Morgen war ich verkatert, aber zufrieden mit meinem Leben. Der Liepste flog am Abend ein und aufgeregt und neugierig stürzten wir uns in dieses neue Abenteuer. Diese 30 war aufregend. Die 40 herrlich weit entfernt.

So viel ist seitdem passiert. Drei Kinder sind in unser Leben getanzt. Wir haben geheiratet. Wir haben ein Wohnprojekt mitgegründet und leben seit fast 5 Jahren in diesem irren Haus. Wir sind viel gereist und haben wirklich wundervolle 10 Jahre in Wien verbracht. Und nun?

Nun stehe ich wieder an einem Scheidepunkt. Das Thema Kinder ist abgeschlossen. Da kommt nichts mehr, die drei, die hier herumhüpfen und mich gleichzeitig fordern und beglücken, dass es nicht auszuhalten ist, sind genug und manchmal mehr als das. Mich um sie zu kümmern, dafür zu sorgen, dass sie gut versorgt sind, sie zu lieben und in diese Welt, in dieses Leben zu begleiten, ist meine wesentliche Aufgabe im Moment. Daneben habe ich mich verändert. Das Bauingenieurwesen liegt weit zurück. Es folgten dieser Blog, die Familienbegleitung und die Arbeit im Spielraum. Nun steht eine neuerliche Wandlung bevor. Nicht ganz so radikal, denn der Buntraum wird hier so online bunt weitergehen. Daneben werde ich endlich meinen kreativen Seiten Raum geben. Grafisch, Fabulierend, das Leben verzaubernd. Konkret ist dabei noch nichts, aber genau das hat auch seinen Reiz. Und mit 40, ja mit 40 wird man langsamer in seinen Entscheidungen. Vielleicht bedachter, erfahrener. Mit 30 hätte ich das vielleicht spießig gefunden, aber als ich heute an meinem Geburtstag vor lauter Wahnsinn den Rappel gekriegt habe die Wohnung zu saugen und den Müll der letzten Tage wegzubringen, fühlte ich mich auch enorm spießig. Und manchmal ist das okay so. Denn mein Herz, das ist alles andere als spießig. Das ist kindisch, wild und bunt. Das rumpelt und hüpft. Das ist fragil und klingt und klirrt zuweilen. Das ist neugierig und hingebungsvoll. Es ist voller Leidenschaft und Sanftmut. Es ist mutig und stark. Und irgendwie klingt das doch in Summe alles gar nicht so schlecht.

Nein, diese 40 ist nicht schlecht. Sie ist frech, wild und wunderbar. Und Astrid Lindgren hatte damals sicher nicht nur Kinder im Kopf, von denen sie forderte genau das zu sein. Auch die inneren Kinder und die großen Menschen. Denn die alle bräuchten so viel mehr davon.

Ich bin gespannt auf diese 40 und all die Zahlen, die sie mit sich bringt. Ich freue mich, wenn Ihr hier dabei bleibt und mit mir gemeinsam dieses bunte Leben verfolgt. Ich danke Euch für all die dankbaren Nachrichten und Kommentare, die Ihr mir hier hinterlasst. Für all die Emails und Worte anderswo. Das Leben ist doch wirklich zauberhaft. Nicht jeden Moment, aber in doch so vielen. Und ich bin dankbar. Für dieses Leben und diese Fülle, die ich habe.

Komm her Du 40, lass Dich umarmen!

Flattr this!

Latest from Instagram

Copyright © 2018 · Theme by 17th Avenue